Reihenweise Urkunden gefälscht

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Menden..  Für mehrere heimische Betriebe ist der Schaden beträchtlich und beträgt mehrere Zehntausend Euro. Zwei gestern angeklagte Männer hatten mit ihrer Masche nach Besuchen in den Geschäften gleich reihenweise Kontodaten und Original-Unterschriften erhalten. Der Rest war vor allem für den mehrfach vorbestraften Serientäter (47) Handwerk.

Kostenvoranschlag erbeten

Ob Fotogeschäft oder Reisebüro, so liefen die Besuche des Duos in der Regel ab: Interesse an einem eher hochwertigen Produkt bekundet und um einen schriftlichen Kosten-Voranschlag gebeten. Den holten die Angeklagten bevorzugt persönlich ab, um möglichst wenig Angaben zu sich selbst zu hinterlassen. Die Kosten-Voranschläge der Betriebe waren zumeist mit Bankverbindungen und Original-Unterschriften der Inhaber versehen. So konnte insbesondere der 47-jährige Angeklagte mit den vorhandenen Daten Mal um Mal Überweisungen an sich, den Mitangeklagten oder Verwandte und Bekannte ausfüllen. Es dauerte geraume Zeit, bis bei den betroffenen Betrieben und Geldinstituten erste Zweifel aufkamen.

Insbesondere zwischen März und Juli 2013 sollen die Männer tätig gewesen und einen beträchtlichen Schaden angerichtet haben. Davon jedenfalls zeigte sich die Staatsanwaltschaft Arnsberg in der Anklage überzeugt.

Spielsucht finanziert

Der 47-jährige Angeklagte, der seit mehr als 20 Jahren immer wieder mit Betrug und Urkundenfälschung aufgefallen ist, räumte im Gegensatz zum Mitangeklagten alle ihm vorgehaltenen Taten ein. Doch wie ist er vom Schöffengericht Menden zur Rechenschaft zu ziehen?

Anhaltende Spiel- und Heroinsucht habe er aus den Einnahmen finanziert. Eine glaubwürdige Version des aus Untersuchungshaft vorgeführten Mendener Angeklagten? Das Gericht will bis zur Fortsetzung der Hauptverhandlung am 19. Januar Meinungen von Experten einholen.

Ein massiver Entzug ohne begleitende therapeutische Maßnahmen, so das Schöffengericht, hätte sich insbesondere während der vorherigen Haftzeiten bemerkbar machen müssen.