Realschule Menden blickt auf Namibia

Die deutsch-namibische Partnerschaft soll allen schmecken. Aus der Küche grüßen Jutta Steiner und Silke Waltermann (von links) ihre Gäste: Realschulleiterin Birgitt Foth und Kollegin Wendy Mbai sowie Lehrer Bernd Wißmann, der das Projekt auch als Botschafter in Namibia vorantreiben soll. Gegenbesuch noch im Juni.
Die deutsch-namibische Partnerschaft soll allen schmecken. Aus der Küche grüßen Jutta Steiner und Silke Waltermann (von links) ihre Gäste: Realschulleiterin Birgitt Foth und Kollegin Wendy Mbai sowie Lehrer Bernd Wißmann, der das Projekt auch als Botschafter in Namibia vorantreiben soll. Gegenbesuch noch im Juni.
Foto: WP

Menden/Otjiperongo..  Nur wenige Schulen in der Region erfüllen den auflagenstrengen Kriterienkatalog des Deutschen Fußballbundes. Insofern war die Freude groß, als die Realschule Menden die DFB-Zusage zur Projektteilnahme erhielt. Nunmehr darf offiziell eine Partnerschaft mit der Otjiperongo Secondary Junior School in Namibia besiegelt werden.

Bei ihrem Antrittsbesuch in der RSM hatte Rektorin Wendy Mbai gestern noch die weite Anreise von mehr als 9000 Kilometern in den Knochen. In der Woche vor den Sommerferien wird es Realschullehrer Bernd Wißmann (Deutsch, Sport, Religion) ähnlich ergehen, wenn er nach Namibia reist und seinerseits als Botschafter fungieren darf. Ziel der Besuche: Möglichst bald soll die Partnerschaftsvereinbarung beider Schulen von den Verantwortlichen wechselseitig vor Ort unterzeichnet werden.

Der Fußballsport als das große verbindende Element. Wendy Mbai begleitet die U18-Nationalmannschaft Namibias, die unter anderem am Mittwochabend in Wickede gegen eine Regionalauswahl spielt. Bernd Wißmann, viele Jahre erfolgreicher Jugendtrainer beim BSV Menden im Ehrenamt, wird im Gegenzug mit der U17-Westfalen-Mädchenauswahl die lange Reise nach Namibia antreten.

Gut 300 Kilometer ab Samstagmorgen auf eher schlecht ausgebauten Straßen nach Windhoek, dann der Flug nach Frankfurt, Bustransfer zur Sportschule Kaiserau und das erste persönliche Treffen mit Bernd Wißmann, der die Kollegin am Montagabend abholte und ihr Gastgeber sein wird. Gestern früh bereits der Antrittsbesuch in der Realschule, als RSM-Rektorin Birgitt Foth im Beisein des Kollegiums Wendy Mbai in englischer Sprache begrüßte. „Es sind so unglaublich viele neue Eindrücke in so kurzer Zeit für mich“, schilderte die Schulleiterin aus Namibia der WP ihren Turbo-Start in Menden.

Bis zum 22. Mai gibt es eine Vielzahl an Hospitationen im RSM-Unterricht, aber auch Ausflüge in die Region. Dazu gehört auf jeden Fall auch die Besichtigung des Dortmunder BVB-Stadions.

Eine Frage steht definitiv für alle Beteiligten im Mittelpunkt: „Wie kann man über eine derart große Entfernung eine stabile Partnerschaft aufbauen und aufrecht erhalten?“ Manches wird über Kontinente hinweg dabei deckungsgleich, wenn auch mit jeweils unterschiedlichen Vorzeichen sein. RSM-Schulleitung und Bernd Wißmann schilderten erste Überlegungen, was fortan wünschenswert ist (Infobox).

Schülerlauf nach Otjiperongo

Schon jetzt ist der größte Sponsorenlauf in der RSM-Schulgeschichte geplant. So wird es im Schuljahr 2015/16 heißen „Wir laufen nach Otjiperongo“. Bernd Wißmann: „Das ist natürlich nicht wörtlich zu verstehen. Aber unsere Schüler sollen symbolisch möglichst viele Kilometer zurücklegen.“

Inhaltlich setzt der DFB zwar darauf, dass sich die Partner auf Augenhöhe begegnen sollen, gleichwohl gibt es eine Fülle von Unterschieden im Sozial- und Infrastrukturbereich. So soll fortan die Partnerschule tatkräftig unterstützt werden. Das gilt für die Ausstattung von Klassenräumen, Schulspeisungen und den Aufbau von Infrastrukturen wie Strom und Wasser. Denn die Heimat der neuen Partner gilt nach westlichen Maßstäben als materiell eher arm. Die Kinder leben wochentags in der Partnerschule Internat-ähnlich.

Bernd Wißmann selbst war bereits vielfach tätig. „Grün-Weiß Menden hat einen neuen Trikotsatz zur Verfügung gestellt.“ Auch im Sportgeschäft Hesse zeigt sich der Chef einmal mehr großzügig. Der heimische Realschullehrer hat beim DFB bereits angemeldet, dass er für seine Reise nach Namibia das pro Person zulässige Gepäckgewicht erheblich überschreiten wird. „Bei so vielen Geschenken komme ich mit einem Koffer nicht aus.“