Ratten sorgen für Ärger

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Menden..  Es gibt in der Stadt wahrscheinlich mehr Ratten als Menschen. Allerdings bleiben die Nager meistens unsichtbar. Tauchen sie dann doch einmal auf, sind Angst und Empörung vor allem bei den Anliegern umso größer. Vor allem, wenn die Ratten offenbar von überquellenden Abfallbehältern angelockt werden. Das städtische Ordnungsamt und Schädlingsbekämpfer attackieren die Tiere allerdings permanent.

Windeln in gelber Tonne entsorgt

Jüngster Anlass für eine Nachfrage der WP zur Rattenbekämpfung ist ein Fall aus der Siebengebirgsstraße. Dort landeten benutzte Windeln im gelben Wertstoffcontainer eines Mehrfamilienhauses. Der Vermieter hat den Inhalt des Containers zwar mittlerweile entsorgen lassen und seine Mieter auf das korrekte Müllsortieren hingewiesen. Eine Anwohnerin meldete sich aber in der Redaktion und beklagte, dass der Müllberg schon Ratten angelockt habe. Die liefen am helllichten Tag herum.

Das Bekämpfen der Ratten ist aber genau so wie das Entsorgen des Mülls zunächst Sache des Grundstückseigentümers – also des Vermieters. Das betont Martina Potthoff, Leiterin des Mendener Ordnungsamtes, auf Nachfrage der WP. Wenn Ratten auftauchen, fordere das Ordnungsamt den Grundstückseigentümer auf, etwas zu unternehmen. Geschehe das nicht, hole die Stadt einen Schädlingsbekämpfer und schicke die Rechnung an den Vermieter weiter.

Im Falle der Siebengebirgsstraße hat der Grundstückseigentümer aber ohnehin einen festen Schädlingsbekämpfer im Einsatz. Sobald Ratten gesichtet werden, stelle man Fressköderboxen auf. Darin befindet sich ein Gift, dass im Körper der Ratten die Blutgerinnung hemmt – die Tiere verbluten dann innerlich. Dazu ziehen sie sich in der Regel auch in ihren Bau zurück. Die Boxen seien für Haustiere und Kinder aber ungefährlich: Denn in die Öffnung der Box passt beispielsweise keine Hand hinein. Um zum Giftköder zu gelangen, müssen die Ratten erst durch ein Labyrinth krabbeln. Die Boxen werden ferner befestigt, beispielsweise mit Dübeln an Gehwegplatten oder Hauswänden, so dass sie auch nicht mitgenommen werden können. „Sehr sicher“ sei das, sagt Schädlingsbekämpfer Achim Ziegenhirt.

Von solchen akuten Fällen abgesehen kümmert sich das Mendener Ordnungsamt regelmäßig um die Rattenbekämpfung in der Stadt. Zwei Mal im Jahr lässt die Stadt auch Gift in der Kanalisation verteilen. Diese „Belegung“ bezahlen je zur Hälfte der Eigenbetrieb Stadtentwässerung und das Ordnungsamt.