Private Vermisstensuche in Fröndenberg „überwältigend“

Was wir bereits wissen
Mehr als hundert Menschen haben am Wochenende in Fröndenberg nach dem Vermisstengesucht. DRK und Malteser waren von dieser Hilfsbereitschaft beeindruckt.

Menden/Fröndenberg.. Es ist eine unbedarfte Vermisstensuche, die am Samstagmorgen auf dem Fröndenberger Bahnhofsparkplatz beginnt. Für viele Teilnehmer ist sie ein Akt der Solidarität und des Mitgefühls mit der verzweifelten Familie. Deren Freunde und Arbeitskollegen sind gekommen, aber auch Helfer, die das ungewisse Schicksal des vermissten Mendeners anrührt.

Einigen Teilnehmern wird indes erst auf dem Weg in die Wälder klar, dass ein Auffinden des Gesuchten zehn Tage nach dem Verschwinden für sie auch einen Schock fürs Leben bedeuten kann. Sie melden sich bei der Suchleitung wieder ab, was bei allen, die weitermachen, auf Verständnis stößt.

Keine Kinder bei der Suche mitbringen

Dass es hier auch um einen Leichenfund gehen kann, hatte der Altenaer DRK-Mann Alexander Fischer schon am Sammelpunkt unmissverständlich klar gemacht. Bei der Registrierung mussten die Teilnehmer unterschreiben, dass sie „nichts am Fundort verändern“ und sofort Suchleitung und Polizei verständigen werden. Dass sie volljährig sind und psychische Schäden in Kauf nehmen. Im Facebook war auf Anfrage erklärt worden, dass kein Kind mitzubringen sei. „Das ist keine Maiwanderung.“ Bahnanlagen, Privat- oder Ufergelände sind tabu: „Am Wasser halten heute die Kanuten Ausschau, die ohnehin fahren“, ruft Organisator Marco Zander. Dann, sichtlich bewegt, zieht er vor den Helfern buchstäblich den Hut.

Vermisst So ist die Stimmung unter den Freiwilligen in der Morgensonne gedrückt und sachlich. Die Leute lassen sich von Alexander Fischer auf Karten die Planquadrate zeigen, die sie bis 16 Uhr absuchen sollten. Dann gehen sie los, teils gut ausgestattet, teils in Freizeitschuhen. Einige haben ihre Hunde dabei.

Suche wie eine Übung

Laut Malteser-Sprecher Sebastian Bode wollen sich die geschulten Einsatzkräfte alle schwierigen Areale selber vorknöpfen. „Die Sicherheit der Bürger hat Vorrang.“ Auf die Frage, wer sie hier eingesetzt habe, erklärt Fischer, dass man die Suche als Übung verbuche. Im Klartext: Die Kräfte beider Verbände sind völlig freiwillig hier. „Es muss doch einer gucken, dass den Leuten nichts passiert“, sagt Malteser Kevin Schneider. Von Polizisten oder Vertretern der Städte Menden und Fröndenberg ist nichts zu sehen.

Als es vermeintlich heiße Spuren gibt, eilen die Einsatzkräfte mehrfach zu den per Handy gemeldeten Fundorten. Doch nichts können sie am Ende dem seit dem 7. Januar vermissten Mann zuordnen.

Dank an alle Helfer

Was die Rotkreuzler und Malteser gleichwohl bei dieser Suchaktion empfinden, fasst später Sebastian Bode zusammen: „Wir danken allen freiwilligen Helfern. Dieser Fall zeigt, dass Zivilcourage in unserer Gesellschaft doch noch gelebt wird. Dass sich weit über 100 Menschen den Samstag freihielten und trotz der Kälte mitsuchten, war selbst für unsere Einsatzkräfte überwältigend.“