Politik und Verwaltung gehen in Bösperde spazieren

Politiker und Verwaltungsspitze beim Stadtspaziergang durch Bösperde, hier am Sportplatz.
Politiker und Verwaltungsspitze beim Stadtspaziergang durch Bösperde, hier am Sportplatz.
Foto: WP

Bösperde..  So kann Politik an der frischen Luft funktionieren: Mehr als zwei Stunden sind Ratsmitglieder, aber auch hochrangige Vertreter der Stadtverwaltung am Dienstagabend durch Bösperde gewandert. Bei dem als „Stadtspaziergang“ ausgeflaggten Rundweg erklärte die IG Bösperde ihren Gästen, was im Ortsteil gut läuft und wo Probleme bestehen.

Stadtführer war in diesem Fall Harald Heidrich, 1. Vorsitzender der IG Bösperde. Er lotste die Politiker und Verwaltungsvertreter von der alten Grundschule vorbei am Sportplatz und dem Feuerwehrhaus durch Schlaglochstraßen, vorbei an Abfallcontainern und brisanten Verkehrskreuzungen. Verwaltung und Politik erfuhren, dass die Bösperder sich einen neuen Sportplatz hinter der Grundschulhalle wünschen, dass sie sich im Falle einer Verlagerung des Feuerwehrhauses ein neues Wohngebiet vorstellen können, wo jetzt Feuerwehrhaus und Sportplatz liegen, und dass sie Hundekotspender am Gillfeld haben möchten. Als positives Beispiel für die Dorfgemeinschaft präsentierte Heidrich den Maroeuiler Platz. In der alten Grundschule „wären Altenwohnungen super, das haben wir oft gehört“, hieß es am Ausgangs- und Zielort des Spaziergangs.

Eine Nachtwanderung verhindern

Die IG hatte die Strecke im Vorfeld mit der Verwaltung abgestimmt. So konnten Baufachbereichsleiter Frank Wagenbach, MBB-Leiter Thomas Höddinghaus und Verkehrsexperte Andreas Nolte immer wieder aktuelle Infos geben oder Probleme aus Verwaltungssicht erklären. Die Erläuterungen hielten sich aber in Grenzen: Damit nicht an jeder „Haltestelle“ lange Diskussionen entstanden und aus dem Stadtspaziergang eine Nachtwanderung wurde, begrenzte Bürgermeister Fleige die Antworten der Verwaltung auf das Nötigste. Die IG soll demnächst eine ausführliche schriftliche Ausarbeitung bekommen. Das war mit den Bösperdern so abgesprochen und kein Problem.

Bösperder erwarten klare Antworten

„Eine gute Sache“, nannte Harald Heidrich im Anschluss den Stadtspaziergang, „wir haben das als sehr angenehm empfunden“. Er hoffe, dass die Verwaltung jetzt bald klar sage, welche Probleme und Wünsche wie angepackt werden könnten – aber auch klare, ehrliche Antworten, was im Moment aus welchen Gründen nicht gehe.

Die Open-Air-Aktion soll keine einmalige Sache bleiben: Bürgermeister Volker Fleige will die Reihe der Stadtspaziergänge durch alle Ortsteile durchführen – die nächsten Begehungen sind noch vor der politischen Sommerpause auf Platte Heide und in Lendringsen geplant. Damit will die Stadtverwaltung die Weiterentwicklung der Ortsteile anschieben, nachdem in den vergangenen Jahren der Fokus der Stadtplanung eher auf dem Zentrum gelegen hatte, wie Fleige einräumt.