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Platz für maximal 150 Kinder im Gymnasium

21.01.2015 | 13:00 Uhr
Platz für maximal 150 Kinder im Gymnasium
Auf viele Mendener Kinder kommen ab Sommer Änderungen in ihrem Schulalltag zu.

Menden. Die Schullandschaft der Hönnestadt ist seit Jahren im Umbruch. Es zeichnet sich ab, dass manche Schulform – nämlich die Hauptschulen – mangels Anmeldezahlen bald verschwinden könnten, andere – wie die Gesamtschule – sind neu hinzugekommen. In den nächsten Tagen melden Eltern der jetzigen Viertklässler ihre Kinder für die weiterführenden Schulen an.

Auf welche Veränderungen in der Schullandschaft müssen sie sich mittelfristig einstellen? Die WP hat darüber mit Uli Menge, Leiter der städtischen Abteilung Schule, Sport und Soziales, und Achim Richlik, bei der Stadtverwaltung zuständig unter anderem für die operative Schulentwicklungsplanung, gesprochen.

Frage: Zum nächsten Schuljahr verschmelzen das Walram- und das Heilig-Geist-Gymnasium zu einem neuen städtischen Gymnasium. Wie weit sind die baulichen Vorbereitungen?

Uli Menge: Der Anbau, der gerade am Walram errichtet wird, liegt laut Architekt nicht ganz im Zeitplan. Es gibt eine Verzögerung von sechs oder sieben Tagen. Das heißt aber, dass die Baumaßnahme auf alle Fälle rechtzeitig fertig gestellt werden wird.

Und wie sieht es mit dem Teilstandort Rodenbergschule aus, in dem ab Sommer die Fünft- und Sechstklässler des städtischen Gymnasiums unterrichtet werden sollen?

Achim Richlik: In den Räumen wird noch weiter gestrichen, die Malerarbeiten übernimmt der Hausmeister.

Im vergangenen Sommer gab es sechs Eingangsklassen am Walram-Gymnasium. Im nächsten Schuljahr kann es aber aufgrund der räumlichen Situation an der Rodenbergschule höchstens fünf Eingangsklassen geben. Wie viele Kinder können maximal am neuen städtischen Gymnasium aufgenommen werden?

Uli Menge: 30 Kinder pro Klasse, also maximal 150 Kinder. Wenn man das vergangene Jahr als Grundlage nimmt, käme das genau hin – da hatten wir 138 Anmeldungen fürs Walram und 12 fürs HGG.

Und was ist, wenn mehr Kinder angemeldet werden?

Achim Richlik: Wir werden immer versuchen, irgendwie eine Lösung hinzubekommen. Im Zweifel müssen wir Schüler abweisen. Davon wären dann aber nicht die Mendener betroffen, sondern Kinder, in deren Stadt es die gleiche Schulform gibt – also beispielsweise Hemer und Iserlohn.

Zum neuen Schuljahr gibt es noch weitere Umzüge. So zieht die Realschule Menden dann in das Gebäude des Heilig-Geist-Gymnasium. Sind im Vorfeld noch bauliche Änderungen notwendig?

Achim Richlik: Das HGG ist eine voll funktionsfähige Schule, die nur noch etwas an den Lehrplan der Realschule angepasst werden muss. Das heißt, es fehlen noch Küche und Werkraum. Die Küche nehmen wir aus der noch zu schließenden Hauptschule Lendringsen. Der Werkraum muss neu eingerichtet werden. Die Arbeiten sollen bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein.

Auch für die Mendener Gesamtschule stehen bald Änderungen an. Wie viele Klassen ziehen im Sommer in das bisherige Realschule-Gebäude?

Menge: Das sind elf von insgesamt 21 Klassen. Wenn noch mehr Klassen- und Fachräume renoviert worden sind, ziehen sukzessive weitere Klassen um.

Die Hauptschule Am Gelben Morgen, die sich ja im selben Gebäudekomplex befindet, braucht auch zunehmend weniger Platz. Wie sind die Räume zukünftig verplant?

Menge: Die noch vergleichsweise junge Gesamtschule wächst ja durch die Zahl der Jahrgänge und nutzt dann die freiwerdenden Räumlichkeiten.

Richlik: Von der Hauptschule am Gelben Morgen gibt es zurzeit noch die Jahrgänge 8, 9 und 10 dort. Spätestens 2017 schließt die Schule also. Der Sachstand im Moment ist, dass die Hauptschule Am Gelben Morgen an ihrem jetzigen Standort auslaufen soll.

Die Lendringser Hauptschule soll zum 31. Juli 2015 aufgelöst werden. Die Kinder sollen dann zur Hauptschule Am Gelben Morgen oder zur Bonifatius-Hauptschule Platte Heide gehen. Werden diese beiden Hauptschulen zunächst noch nebeneinander bestehen bleiben?

Menge: Die Bonifatius-Hauptschule hatte im vergangenen Jahr keine Eingangsklasse, in diesem Jahr sind aber weiterhin Anmeldungen möglich. Wenn das Anmeldeverfahren vorbei ist, wird die Bezirksregierung Arnsberg uns sicherlich auffordern, eine Konzeption für die Hauptschulen zu erstellen. Die Hauptschulen müssen aus organisatorischen und personellen Gründen an einem Punkt konzentriert werden. Welche Schule umziehen muss, ist eine politische Entscheidung.


Was passiert ab Sommer mit dem Gebäude der Hauptschule Lendringsen?

Richlik: Das Objekt würde nach einem entsprechenden Ratsbeschluss zur Vermarktung an den ISM (Immobilienservice Menden) gegeben.
Menge: Ob und wie gut eine leer stehende Schule zu vermarkten ist, wird man sicherlich am Beispiel des Gebäudes der Nikolaus-Groß-Schule sehen.

Wie ist die Situation der Lendringser Realschule?

Menge: Für den Erhalt der Schule werden mindestens 50 Anmeldungen benötigt.

Neben dem Walburgisgymnasium gibt es seit eineinhalb Jahren auch die Walburgisrealschule. Inwieweit spielen Schulen, die sich nicht in städtischer Trägerschaft befinden, eine Rolle bei Ihren Planungen?

Menge: Natürlich haben Fakten, die von privaten Schulen geschaffen werden, auch Auswirkungen auf die städtischen Schulen. Aber wir haben keinerlei Einfluss auf diese Planungen.

Was gibt Ihrer Einschätzung nach den Ausschlag bei der Entscheidung von Eltern und Kindern für oder gegen eine Schule?

Menge: Viele entscheiden die Schule danach, auf welche Schule die Freunde gehen. Alleinstellungsmerkmale sind bei den Grundschulen oft wichtiger als bei den weiterführenden Schulen, so mein Eindruck. Das sieht man beispielsweise an der Albert-Schweitzer-Schule Lahrfeld, die von vielen Eltern gerade wegen ihres bilingualen Zweigs ausgewählt wird.
Richlik: Vielen geht es bei ihrer Entscheidung für eine weiterführende Schule auch um die räumliche Nähe von Wohnort und Schule. Und was wir kaum im Blick haben können, sind Gerüchte oder Stammtisch-Gerede. Wenn dreimal erzählt wird, dass es an einer bestimmten Schule häufig Unterrichtsausfälle gibt, dann glauben das die Leute. Da fragt doch keiner mehr bei der Schulleitung nach.

Corinna Schutzeichel

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2015-01-21 13:00
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