Piep-Schau

Die Sicherheitsschleuse am Eingang zum Landgericht ist diesmal sehr mitteilungsbedürftig. Sie hört mit ihrem Warnpiepen gar nicht mehr auf, als ich das Gebäude betreten will. Handy, Geldbeutel, Kugelschreiber und Schlüsselbund habe ich bereits abgegeben. Aber irgendwo muss ich noch etwas Metallisches am Körper tragen, das der Apparat als potenziell gefährliches Mitbringsel einstuft. Also lege ich auch noch meine Halskette ab. Und dann meinen Gürtel. Erfolglos. Die Piep-Schau geht weiter. Vielleicht eine Prothese?, mutmaßt der Sicherheitsbeamte hinter dem Panzerglas. Na, das wüsste ich ja wohl. Ratlos bis verzweifelt durchforste ich sämtliche Taschen. Und finde zwischen alten Tankstellenbons und Einkaufszetteln eine Bonbonpackung. „Das ist es“, behauptet der Sicherheitsbeamte treffsicher. In der Tat. Das Verpackungspapier ist von innen mit Aluminium beschichtet. Als es im Mülleimer liegt, hält die Sicherheitsschleuse den Mund und lässt mich rein.

Was ich daraus lerne? Dass ich die Finger von Süßigkeiten lassen sollte. Mit einer Banane wäre mir das nicht passiert.