Patienten sorgen sich um vertrauliche Daten

Wem gehören die Patientendaten?
Wem gehören die Patientendaten?
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Menden..  Nachdem eine größere Mendener Zahnarztpraxis – für manche wohl sehr überraschend – kürzlich geschlossen hat, sorgen sich Patienten um ihre vertraulichen Daten. Denn die befinden sich nun in einer anderen heimischen Praxis. Hätte vorher das Einverständnis der Patienten eingeholt werden müssen? Wem gehören eigentlich die Patientenunterlagen? Die WP-Redaktion hat bei der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe nachgefragt.

Infos unterliegen dem Datenschutz

In der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis waren bislang zwei Zahnärzte und eine Zahnärztin tätig. Einer der beiden Zahnärzte hat sich nun in Iserlohn selbstständig gemacht, der andere hat den Patienten einen Brief geschrieben, in dem er gesundheitliche Gründe für die Praxisaufgabe anführt. Er weist die ehemaligen Patienten darauf hin, dass sich ihre Unterlagen nun in der Zahnarztpraxis „z-point Dr. Prünte und Partner“ im Medizinischen Zentrum Hönne­insel befinden. Für manche Patienten Anlass zur Sorge: „Wieso werden meine Daten einfach an eine andere Praxis weitergegeben? Und was machen die nun damit?“

Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe kann diese Patienten beruhigen: Es gehöre zum Alltagsgeschäft, dass Patientendaten nach der Aufgabe einer Praxis ohne Zustimmung des Patienten weitergegeben werden, erläutert Dr. Hendrik Schlegel, Geschäftsführender Zahnarzt der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe. Allerdings: Nutzen darf sie der neue Besitzer nur nach Zustimmung des jeweiligen Patienten. Er darf also beispielsweise nicht eine postalische Erinnerung an einen Kontrolltermin verschicken. Stellt sich der Patient aber selbst in der Praxis vor, in der sich nun seine Unterlagen befinden, und vereinbart einen Termin, so gilt die Zustimmung als erteilt, und der neue Zahnarzt hat in vollem Umfang Zugriff darauf.

Patientenunterlagen gehören Arzt

Auch bei „z-point“ heißt es, dass „die Unterlagen natürlich dem Datenschutz unterliegen“. Die Daten würden erst dann genutzt, wenn ein Patient die „z-point“-Praxis aufsucht. Sollten Patienten Sorge oder weitere Fragen haben, könnten sie sich gern an „z-point“ wenden.

Und wem gehören die Patientenunterlagen? „Der Patient hat ein Recht auf Einsicht“, erklärt Dr. Schlegel. „Aber wenn er seine Original-Unterlagen haben möchte, müsste er theoretisch dafür bezahlen. Die Patientenkartei ist Eigentum des Zahnarztes.“ Und der könne sie eben an einen Nachfolger verkaufen oder weitergeben.

Der zweite Zahnarzt aus der nun geschlossenen Praxis hat übrigens keine Patientenunterlagen in seine neue Praxis in Iserlohn mitgenommen: „Ich habe in Iserlohn bei null angefangen.“ Wenn Patienten aus der alten Praxis zu ihm in die neue kommen, könne er die Unterlagen aber von „z-point“ anfordern: „Die bekomme ich dann auf Leihbasis. Das ist üblich so.“