Nur mäßiges Interesse an Citykult

Die Popcorn-Damen konnten in ihren rosa Outfits ein wenig größeres Publikum für sich
Die Popcorn-Damen konnten in ihren rosa Outfits ein wenig größeres Publikum für sich
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die teilnehmenden Bands, Sänger und Tänzer des dritten Citykult in Menden gaben sich viel Mühe und lieferten handgemachte Kunst voller Leidenschaft. Honoriert wurde dies nur wenig, interessierten sich nur vereinzelt Passanten für die Auftritte.

Menden..  Musik lag in der Luft, und zwar den gesamten Samstag über. Beim dritten Mendener Citykult gaben sich Bands, Sänger und Tänzer die Klinke in die Hand. Im Programm tummelten sich Neuzugänge und Wiederholungstäter. Leider wurden die meisten Auftritte so gut wie ignoriert, es blieben immer nur wenige Passanten stehen.

Den Anfang machte „Swing Wheel Limited“, die Band des Rotary-Clubs. Die Herren, deren „Geburtsdaten näher am Tyrannosaurus Rex liegen als am iPad“, wie Trompeter Werner Velte die Band vorstellte, lockten mit schmissigem Dixieland, Jazz und Swing die ersten Neugierigen vor die St.-Vincenz-Kirche. Eine Hochzeitsgesellschaft aus dem Alten Ratsaal verlängerte ihren Sektempfang nach der Trauung spontan ein bisschen und lauschte begeistert.

Mit ganz viel Gefühl

In einer kurzen Eröffnungsrede dankte Bürgermeister Volker Fleige allen Organisatoren und lobte einmal mehr, wie viel handgemachte Kunst an diesem Tag auf und vor der Bühne agierte. „Dies ist ein Charakteristikum, das für unsere Stadt spricht“, so Fleige weiter. Ebenso handgemacht ging das Programm dann auch weiter. Liedermacher Lukas aus Fröndenberg spielte mal ironisch, mal melancholisch, aber immer mit ganz viel Gefühl. Nur ein Mann und seine Gitarre, dabei aber mit einer absolut starken Bühnenpräsenz.

Dass verschiedene Musikstile auch vermischt werden können, zeigten zwei Bands: „Take 2“ und „Promenadenmischung“ vereinten Pop, Rock, Funk, Hardrock und Ska zu einer durchaus hör- und tanzbaren Mucke, die sicherlich auch in einem anderen Rahmen nach Menden passen würde. Ebenso rockte zum wiederholten Mal die „Band of Menden“, die Band der Städtischen Musikschule die Bühne. Als alte Hasen, sie waren zum dritten Mal dabei, wussten die Musiker, was die Stadt hören will.

Kurzfristig ins Programm aufgenommen worden war „Black Zone“. Die beiden jungen Tänzer beeindruckten mit Breakdance vor der Citykult-Bühne.

Dass Frau mit Ü-50 noch lange nicht in Tanz-Rente gehört, bewies Tatjana Menzel vom SV Menden mit ihrer Tanzgruppe „Fit ab 50“. Mit sichtlich viel Spaß tanzten sich die Damen in die Herzen der Zuschauer.

Die Tanzgruppe „Popcorn“ hatte ihrem Auftritt ein Experiment vorangestellt. Wer mochte, konnte sich für den Nachmittag zu einem Workshop anmelden, bei dem die Choreographie für den Auftritt am Abend eingeübt wurde. Das ging gehörig nach hinten los – lediglich eine Dame hatte sich angemeldet.

Schmählich unbeachtet

Auch bekannt aus dem vergangenen Jahr und wieder schmählich unbeachtet blieb der grandiose Gig der Metalband „ESCART“. 2014 absolvierten die vier Jungs in Menden ihren ersten Freiluftauftritt der Bandgeschichte. Seitdem haben sie sich extrem weiterentwickelt. Der Auftritt am Samstag bot richtig guten Heavy Metal. Offensichtlich ist dieser Musikstil in Menden unerwünscht, denn das Quartett spielte vor einem fast leeren Marktplatz. Das hatten sie nicht verdient, denn im Gegensatz zu manch anderer Band wissen sie genau, was sie auf der Bühne tun. Sie spielten hart, laut, krass und einfach nur klasse. Annähernd gefüllt war der Platz vor der Bühne erst bei der vorletzten Band des Abends „Männe’s Blues Band“. Die lieferten ehrlichen, dreckigen, handgemachten Blues voller Leidenschaft. Zwar sehr laut, aber umso intensiver fanden besonders die instrumentalen Passagen den Weg in die Herzen der Zuhörer. Damit ebnete die Blues Band den Weg für den finalen Act des Abends, die Pop-Rocker von „Take Turns“. Auch diese Band war Wiederholungstäter und würdiger Abschluss einer durchwachsenen Veranstaltung.