NRW-Regierung: A 46 soll in Menden enden
23.09.2011 | 11:00 Uhr 2011-09-23T11:00:00+0200
Menden/Düsseldorf.Das Teilstück der Autobahn 46 von Hemer bis Menden soll gebaut werden – der Abschnitt bis nach Neheim wird hingegen auf Eis gelegt. Gestern hat die Landesregierung bekannt gegeben, dass der Abschnitt von der B7 in Hemer bis zur B515 als „vorrangig zu planen“ auf der Priorisierungsliste der nordrhein-westfälischen Verkehrsprojekte steht. Mit dieser Entscheidung sind weder die Autobahngegner noch die Befürworter glücklich.
Wolfgang Exlers Tage als Landtagsabgeordneter in Düsseldorf haben schon mal besser begonnen. Als er Donnerstagmorgen die Arbeitsunterlagen für den Verkehrsausschuss des Landtages aus seinem Abgeordnetenfach holt, dauert es nicht lange und er ist „stinksauer“, wie er freimütig bekennt. „Das ist eine Sauerei, grüne Klientelpolitk, ein Witz“, sagt er verärgert über die Entwicklung in Sachen A46-Weiterbau.
Denn: Der NRW-Verkehrsminister will den A46-Lückenschluss teilen. Die Linienbestimmung soll für die Teilstrecke vom aktuellen Autobahnende Hemer bis Menden fortgeführt werden. Der optimale Punkt für den Anschluss der Autobahn an die B515 muss noch gefunden werden – ob es nur bis zur Edelburg oder weiter bis zur Ortsumgehung Lendringsen geht, ist noch offen.
Die zweite Teilstrecke von Menden bis Arnsberg hingegen soll „ruhend“ gestellt werden. Im Klartext: Dieser Streckenteil wird auf Eis gelegt. Sollte irgendwann doch noch über den Weiterbau nachgedacht werden, solle auch über „alternative Netzlösungen“ nachgedacht werden, also neue Linien oder Ortsumgehungen.
„Nur Teilerfolg“
Für den CDU-Mann Exler bedeutet das nur einen „Teilerfolg“. Der gesamte Lückenschluss bis Arnsberg sei nötig. „Ein Ende in Menden darf es nicht geben“, protestiert Exler. Er befürchtet, dass das Autobahnende an der B515 „Verkehrs- und Stauprobleme nach Menden verlagert“.
Für Stefan Neuhaus, Sprecher der in der GigA46 organisierten Autobahngegner, ist die gestrige Nachricht ebenfalls noch kein Grund für Freudensprünge: Vorsichtig bis skeptisch sei er. „Zum einen hat erstmals eine Landesregierung die Autobahn zwischen Menden und Neheim offiziell auf Eis gelegt – das ist ein eindeutiger Erfolg.“ Zum anderen sei sie aber noch nicht ganz begraben. Und inkonsequent sei zudem, dass der Abschnitt Hemer-Menden weiter gebaut werden solle. „Da kann ich Wolfgang Exler nur zustimmen“, so Neuhaus. „Die A46 darf nicht in Menden enden. Also sollten wir sie auch ganz lassen.“ Die Hoffnung von ihm und seinen Mitstreitern: Angesichts knapper Gelder werde der Bund keinen Autobahnabschnitt realisieren, der nicht viel mehr als eine Ortsumgehung sei. Der Zeitrahmen für die von der Landesregierung favorisierten Projekte reicht ohnehin bis zum Jahr 2027. „Auch in Hemer wird sich so schnell nichts tun.“
„Enttäuschend“
Jubelstürme bleiben auch bei Autobahnbefürworter Heinz Vihrog aus. Der Sprecher der Initiative Pro A46 freut sich zwar für die Stadt Hemer. Doch für seinen Heimatort Wickede sei die Teilung des Lückenschlusses „enttäuschend“. Vihrog weiter. „Und sehr bedauerlich ist das für Menden. Eine Entlastung der B7 bis Barge findet nicht statt, sondern eine Mehrbelastung“, sagt er voraus. Insgesamt sei die Entscheidung von Verkehrsminister Harry Voigtsberger „widersprüchlich“. Der Minister haben erst kürzlich zugesagt, er stünde hinter dem gesamten Lückenschluss. „Wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken“, kündigt Vihrog an, ein weiteres Treffen mit Voigtsberger sei terminiert.
Auch die Einschätzung von Hemers Bürgermeister Michael Esken ist zwiegespalten: „Es ist eine gute Nachricht für Hemer und eine schlechte für die Region. Der Lückenschluss bleibt die eigentliche politische Forderung. Heute sind wir aber für Hemer in Sachen A 46 einen Schritt weiter.“
Geradezu unbeeindruckt nimmt Mendens erster Bürger Volker Fleige die Nachricht aus Düsseldorf auf. Denn bis zum Bau des Teilstücks Hemer - Menden seien noch viele weitere Schritte nötig. „Es bedarf noch eines Umweltverträglichkeitsgutachtens, eines Linienfeststellungsverfahrens, eines Planfeststellungsverfahrens und eines Planfeststellungsbeschlusses“, zählt Fleige auf. Ein zeitraubender Prozess. Sein Fazit: „Herr Esken wird über diese Straße nicht mehr nach Menden fahren und ich darüber nicht mehr nach Hemer.“
23:08
@ zilp
Irrtum! Die Autobahn wird nirgendwo verlaufen. Die Geologie unter der Siedlung Stübecken ist völlig ungeklärt, die Wasserhaltung hat schon bei den Explorationen Probleme verursacht.
Und was das Wichtigste ist, hier noch mal: Kein Mensch weiß, woher das Geld kommen soll.
22:51
@#5 Hemer30:
Hemer bekommt einen Tunnel unter dem Bemberg und unter der Siedlung Stübecken. Der große Rest der Autobahn läuft aber oberirdisch, v. a. durch die Laub- und Mischwälder zwischen Waldemei, Brandholz, Krebsbach und Edelburg. Weiter in Richtung Menden wird es noch schlimmer. Da sind noch weniger und kürzere Tunnel eingeplant.
20:57
Keine Aufregung! Das Stümmelchen Autobahn ist in einen Bedarfsplan aufgenommen worden. Angesichts der Kassenlage in Berlin und Düsseldorf ist das jedoch wesentlich weniger realistisch als der Wunsch einer HARTZ-IV-Familie nach einem neuen Mercedes zu Weihnachten.
20:54
Keine Aufregung! Erst einmal ist der Autobahnstummel nur in den Bedarfsplan aufgenommen. Angesichts der Haushaltslage im Bund ist das nicht mehr, als wenn eine HARTZ-IV-Familie sich zu Weihnachten einen neuen Mercedes wünscht.
In Berlin oder Düsseldorf weiß derzeit niemand, wo das Geld für diesen Blödsinn herkommen soll.
20:09
1. Der GAU für Menden:
Die A46 endet hinter der Edelburg und zwischen dieser sowie Battenfeld entwickeln sich jeden Tag 3 km Stau.
2. Der SuperGAU: Die Kreisstrasse nach Oesbern wird auf einmal durch meterhohe Misthaufen blockiert, so daß das Gehupe bis ins Rathaus zu hören ist.
3. der Mendener Rat beschließt, sich aufzulösen, da wegen des Lärms kene Beschlüsse mehr zu fassen sind.
Fazit: Alle sind glücklich.
16:05
Sorry, ich meinte natürlich getunnelt, Freudscher Fehler zuvor!
16:03
Nr.3, ich will Ihnen gerne zugestehen, dass Sie die Wälder in der Region einschließlich aller Heuschrecken besser kennen! Nur Se Irren und kennen die Pläne der Autobahn nicht. Diese wird nämlich in Hemer getummelt und wird keine Landschaft zerstören. Deshalb liegen Sie falsch.
16:03
Zunächst möchte ich sagen, dass ich gerne Auto fahre und auch nicht mehr Zeit als unbedingt nötig einsetzen will, um von A nach B zu kommen, aber ich bin Realist. Es gibt Berechnungen, die sagen der Verkehr wird mehr, die anderen sagen er wird weniger. Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe. Es ist doch egal wie der Verkehr wird, besteht die Autobahn bis Menden oder ist die Lücke bis Neheim geschlossen, dann ist das passiert, was viele (die meisten?) Menschen, welche es betrifft, nicht wollten. Die Landschaft hat einen nicht mehr zu reparierenden Schaden genommen. Es ist hier die Frage, brauchen wir diese Autobahn überhaupt. Es besteht doch eine Autobahn, die von Hagen nach Arnsberg führt. Gut die, Strecke ist länger, aber ist es so entscheidend wie lange man mehr benötigt - eher nicht, denn es wird sicherlich mehr Zeit durch sinnlosere Tätigkeiten verplempert oder durch Staus auf schlechten oder zu gering ausgebauten Autobahnen. Baut die besteheden Autobahnen sinnvoll aus, dass bringt mehr. Wie lange benötigt denn der Lkw von der Firma XY zur Autobahn in Arnsberg oder Hagen weniger, wenn der Lückenschluss da ist? Was haben die meisten Menschen in der Region davon? Es gibt in Deutschland ländlichere Gegenden, die noch viel weiter von einem Autobahnanschluss entfernt sind und da will auch keiner unbedingt eine Autobahn bauen. Die Zeiten haben sich geändert, daher ist heute sicher die Frage brauchen wir den Lückenschluss mehr als legtim. Außerdem muss man fragen brauchen wir in 20 Jahren den Lückenschlus, denn so lange dauert es bestimmt, bis die Autobahn von Iserlohn-Bilveringsen bis Menden fertig und befahrbahr ist. Es gibt sicher gute Gründe für eine Autobahn, aber wir müssen uns fragen überwiegen diese Gründe? Das sind wir unseren Kindern mehr als schuldig. Das Geld kann sicher an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden.
15:09
ach Hemer..... Herr Fleige reagiert in der einzig angemessenen Weise - gelassen. Er weiß sehr genau, dass weder er noch Herr Esken jemals über diese Bahn fahren werden.
Herr Esken bescheinigt einer Autobahn ja enorme Wirtschaftskraft. Warum er diese nach Menden verlagern will erscheint allerdings wenig einleuchtend. Der Verkehr ist weiterhin nicht das Problem, der würde in Menden nämlich nicht zunehmen, da keine zusätzlichen Fahrzeuge durch Menden fahren würden. Sie würden ggf. nur auf einer anderen Straße nach Menden gelangen.
Was allerdings unverständlich ist, ist die Tatsache, dass für diese paar Fahrzeuge ein großer Teil sowohl Hemeraner wie auch Mendener Waldes zerstört werden soll.
Aber vermutlich kennen sie die Wälder rings um ihre Heimat nicht sondern erhoffen sich durch die Autobahn endlich wieder Arbeit zu finden....
12:22
Der Beschluss könnte fast vom Mendener Rat gefasst worden sein. Ich habe bereits kommentiert, dass die Wurzel allen Übels darin besteht, dass niemand mehr wirklich tatkräftig entscheiden will. Und wenn Herr Fleige sich nicht einmischt, dann hat ihn Herr Esken bald ganz in der Tasche, zumal er bereits vor Wochen gemutmaßt hatte, dass ein Teilabschnitt Menden Hemer sehr wahrscheinlich sei. Wer hat das nicht reagiert? Der Herr Fleige. Und was ist geschehen? Eine Beschlussfassung in Düsseldorf gegen die Genossen vor Ort.