Noch schnell einen Angelschein

Menden..  Hochbetrieb herrschte zuletzt im Bürgerbüro, das in der letzten Woche von Mittwoch an Weihnachtsbedingt geschlossen war: Vor allem in den Morgenstunden war die Rathaus-Anlaufstelle am Montag und Dienstag, den beiden letzten Öffnungtagen des ausgehenden Jahres, so richtig voll: „Wobei uns wirklich aufgefallen ist, wie viele Besucher auf den letzten Drücker die jährliche Verlängerung ihres Angelscheins vornehmen ließen“, schmunzelt Jana Ervens, die mit ihrer Kollegin Sylvia Wessels den Ansturm „zwischen den Jahren“ am Schalter bewältigte.

Auch Jobcenter geöffnet

Die Freude der Besucher über die Öffnung des Bürgerbüros auch an den Brückentagen habe sich in Grenzen gehalten: „Viele Leute haben die lange Schließungszeit des gesamten Rathauses zwischen dem 23. Dezember und dem 5. Januar gar nicht mitbekommen. Also freuten sie sich nicht darüber, dass wir trotzdem geöffnet haben, sondern sie waren eher irritiert, warum die anderen nicht da sind“, berichtet Jana Ervens.

Tatsächlich waren die Türen zum Treppenhaus gesperrt, der Aufzug abgestellt. Es ging allein im Erdgeschoss weiter, wo neben dem Bürgerbüro auch das Jobcenter der Arge untergebracht ist. Auch dort herrschte am Dienstag viel Betrieb, wie ein Blick ins Wartezimmer ergab.

Im Bürgerbüro habe es derweil auch die üblichen Erledigungen gegeben. „Der Menden-Gutschein läuft ja immer, die GEZ-Befreiung oder die Verlängerung von Schwerbehinderten-Ausweisen auch“, sagt Sylvia Wessels. Ummeldungen und Personalausweis-Anträge seien ähnliche Standards. Nur die zahlreichen Angelscheine ließen die Bediensteten im Bürgerbüro tatsächlich rätseln.

Was es damit auf sich hat, kann auch Christoph König, Vorsitzender des Angelsportvereins Menden von 1962, nur vermuten. Allerdings gingen durchaus viele Angler auch in den Wintermonaten ans Wasser. Längst nicht jede Fischart habe jetzt Schonzeit; „manche dürfen das ganze Jahr über beangelt werden“. Und wer so ein Winterangeln plane, müsse sich eben auch um einen gültigen Fischereischein kümmern. Den könne man um ein oder um fünf Jahre verlängern lassen. Die Ausstellung der Scheine sei in den letzten Jahren ums Doppelte teurer geworden: „Vielleicht wollen da einige auch auf Nummer Sicher gehen, dass die alte Gebühr noch gilt.“ Möglich sei auch, dass nach den Herbstkursen der VHS viele neue Petrijünger ihren ersten Jahresschein erst jetzt erwerben, da er sich für die letzten zwei Monate 2014 nicht mehr gelohnt habe.

Rathaus erst ab 5.1. im Vollbetrieb

Das Bürgerbüro im Rathaus wird jedenfalls erst im neuen Jahr wieder öffnen, und zwar am Freitag und Samstag, 2. und 3. Januar. Auch an diesen Tagen werden Jana Ervens und Sylvia Wessels noch viele Besucher vertrösten müssen, die in andere Fachdienste des Rathauses wollen. Die sind erst ab Montag wieder erreichbar.

Wie berichtet, will die Stadtverwaltung mit der langen Pause über die Feiertage dem geringeren Publikumsverkehr Rechnung tragen; zugleich soll im Rathaus mit der Schließung viel Energie gespart werden. So werde, hieß es, in dieser Zeit die Heizung heruntergedreht, und auch die Lichter blieben aus. Außer im Bürgerbüro.