Nicht mehr tragfähig: Parkhaus wird gesperrt
03.08.2010 | 20:08 Uhr 2010-08-03T20:08:00+0200
Menden.Befürchtet worden war es schon länger, jetzt ist der Tag tatsächlich gekommen: Das Parkhaus Nordwall muss sofort geschlossen werden. Die Standsicherheit, so ein Statiker, sei nicht mehr gewährleistet. Täglich werden nun gut 200 Dauerparker auf die Suche nach einem Stellplatz in der Innenstadt gehen.
Die Liste der Gutachten, die in den vergangenen Monaten und Jahren zum Parkhaus Nordwall in Auftrag gegeben wurden, ist lang. Die Einschätzung des Mendener Ingenieurs Günter Werner, die am späten Dienstagvormittag im Rathaus eingegangen war, gab aber schließlich den Ausschlag. Werner hatte die Ergebnisse der jüngsten Gutachten anderer Büros analysiert und war zum Schluss gekommen: Die Tragfähigkeit des Parkhauses ist um 35 Prozent vermindert.
Grund hierfür ist Korrosion an den Stahlträgern durch das jahrelange Einsickern von Wasser, verbunden mit Streusalz. Eine Entwässerung sei noch nicht vorgesehen gewesen, als das am 12. Oktober 1977 eingeweihte Parkhaus gebaut worden sei, so der städtische Bau-Fachbereichsleiter Frank Wagenbach gestern.
Notbremse gezogen
Ingenieur Werner mahnt in seiner jüngsten Stellungnahme dringend eine zügige Sanierung an. Da die aber nicht in Sicht ist, zog Wagenbach in Abstimmung mit Bürgermeister Volker Fleige nur kurze Zeit nach Erhalt des Ingenieur-Schreibens die Notbremse: Am Mittwochabend wird das Parkhaus Nordwall dauerhaft gesperrt. Einen Weiterbetrieb könne die Stadt nicht verantworten.
Der Mittwoch soll noch zu einem geordneten Übergang genutzt werden. Alle Mietverträge mit Dauerparkern würden sofort fristlos gekündigt, so Rüdiger Merse, der Leiter der Bauverwaltungsabteilung. Eventuell schon gezahlte August-Mieten würden zurückerstattet. All jene, die jetzt im Urlaub seien, könnten ihr Auto natürlich noch später abholen. In dem blauen Container neben dem Parkhaus finde sich noch für geraume Zeit ein Ansprechpartner.
Kampf um Innenstadt-Parkplätze
Mit dem Wegfall der Parkhaus-Stellplätze wächst der Kampf um die Innenstadt-Parkplätze. Die Kurzzeitparker sind dabei nicht das Problem, sie haben das Parkhaus in der Vergangenheit zum Verdruss der Stadt ohnehin oft gemieden. Aber die Dauerparker drängen „auf den Markt“.
Der städtische Verkehrsexperte Andreas Nolte geht von folgender Rechnung aus: Das Parkhaus hat eigentlich 450 Stellplätze. Weil die unteren Parkdecks schon vor längerer Zeit wegen der Schäden gesperrt wurden, sind bereits 122 Stellplätze weggefallen – bleiben also knapp 330 Plätze. Gut 250 Dauerparker zählt die Stadt, nicht wenige davon sind Verwaltungsmitarbeiter.
Längere Wege
Da nicht alle gleichzeitig da sind, rechnet Nolte mit 200 Dauerparkplätzen, die ersetzt werden müssen. „Rein rechnerisch haben wir genug Plätze in der Innenstadt“, so Nolte. Allerdings würden die Wege weiter: „Wir sind dann schnell bei Battenfelds Wiese. Wer bislang am Alten Schlachthof noch einen bezahlfreien Parkplatz gefunden hat, dem wird dies nun nicht mehr so leicht gelingen.“ Ähnlich sieht er es für den Lenzenplatz.
Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt sollten aber auf keinen Fall für Dauerstellplätze geopfert werden. Die Stadt versuche derzeit, neue Flächen zu gewinnen. Zu welchen Konditionen dort dann geparkt werden kann, ist aber noch unklar. Auf ihrer Internetseite (www.menden.de) und per Handzetteln will die Stadt heute offensiv auf schon bestehende andere Parkmöglichkeiten hinweisen.
Kritik von Dauerparkerin
Für Petra Hollstegge ist das zu wenig. Die Ex-UWG-Ratsfrau hat seit Jahren einen Dauerstellplatz im Parkhaus, Dienstagabend stieß sie dort auf ein Infoblatt der Stadt. Dass die Stadtverwaltung gehandelt hat, kritisiert sie nicht: „Aber da die Diskussion um das Parkhaus schon seit Monaten anhält, wird die Stadt doch wohl einen besseren Plan B in der Tasche haben.“ Es sei lange genug Zeit gewesen, Alternativen für die Dauerparker, die meist Bürger des Innenstadtkerns seien, zu entwickeln – etwa mit Sonderparkgenehmigungen.
Prüfungsamt aktiv
Mit der Schließung des Parkhauses dürfte auch die Frage wieder aktuell werden, ob sie hätte verhindert werden können, wenn das Parkhaus früher saniert worden wäre. Das Rechnungsprüfungsamt ist auf der Suche nach Fehlern und etwaigen Verantwortlichen. Die Prüfung soll kurz vor dem Abschluss stehen.
09:51
@ catch_22
Vielen Dank. :-)
Ich behalte meinen Off-Topic Beitrag, der mir gerad noch in den Fingern steckt, mal für mich, auch wenn viel Wahres dran ist. :-)
08:18
Nicht nur der Bahnhof oder das Parkhaus, ganz Menden gammelt langsam vor sich hin.
Was ist eigendlich los in Menden? Nur noch negative Schlagzeilen. Werdet wach in Menden, sonst gehen die Lichter bald ganz aus. Das es geht beweisen andere Städte.
22:04
Eventuelle Maßnahmen hätten schon vor 10 Jahren oder eher getroffen werden müssen, nicht erst als die alkalische Reserve des Betons aufgebraucht war und sich das Tropfwasser rot färbte.
17:01
Und deshalb ist die Innenstadt tote Hose. Wer nicht unbedingt dorthin muß , läßt es. Fünf Minuten über die Parkzeit ? Wumms. Ist das Knöllchen schon dran. Da sollte sich die Stadt ein Beispiel an Hemer / Wickede nehmen. Wem wundert es denn noch , das ein Geschäft nach dem anderem schließen muß ? Am Güterbahnhof parken ? Es gibt auch Leute , die so lange Wege aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen.
16:58
So etwas passiert auch nur in Menden. Und man kann sich darauf verlassen, dass Menden nun neben dem Bahnhof eine weitere Immobilie hat, die langsam vor sich hingammelt, ohne dass irgendetwas passiert. Menden ist da irgendwie speziell und anders als andere Kommunen. Hemer hat es immerhin geschafft, aus dem Brachgelände der ehemaligen Kasernen eine Landesgartenschau auf die Beine zu stellen. Und Menden ? Ruinen hier wie dort, aber Ärztehäuser ohne Ende. Man kann wahrlich nicht stolz sein, in dieser Stadt zu leben.
Aber letzlich ist es doch wurscht, dass Parkraum wegfällt. Es schließen immer mehr Geschäfte in der Innenstadt, wozu braucht man da noch Parkraum ?
16:17
Nicht stoppen, sondern Maßnahmen ergreifen und nicht zusehen wie es noch schlimmer wird, das ist gemeint. Wenn Sie ein altes Auto kaufen (oder geschenkt bekommen), welches Roststellen aufweist, lassen Sie das auch bis zum Zusammenbruch vergammel? Kopf einschalten!!!
15:29
@ HansWilhelm
Seit dem Bau 1977 korrodiert letztendlich dieses Gebäude und die tragenden Stahlteile. Das sind bis heute freundliche 33 Jahre.
Und so wie sie die Situation darstellen, hätte der Verfall in den letzten 8 Monaten durch den neuen BM gestoppt werden können.
Welch ein Nonsens!
14:53
@ lieber von Mueller-Storz
schönen Dank für Ihre Beleidigung, dass zeigt Ihr Niveau. Ich habe mit keiner Silbe gesagt, dass das PH in einem super Zustand war/ist. Aber der BM hat in seiner Amtszeit (knapp ein Jahr) nichts, aber auch garnichts für die Rettung das PH getan.
Er ist BM und muss sich auch an solchen Dingen messen lassen. Er hätte ja was dafür tun können, dann wäre er jetzt der Größte (wie beim Bahnhof auch). Aber dazu reicht der Horizont nicht aus. Ich habe das Gefühl, da sind Sie mit dem BM auf einer Höhe, Glückwunsch.
13:10
@ Ein Garbecker
Der Mendener Bahnhof, auf den sie anspielen, ist ein Gebäude aus der industriellen Gründerzeit.
Ganz im Gegensatz zu diesem Betonbunker von 1977.
Mendener Bürger zu diffamieren, die sich den Erhalt des historischen Bahnhofs auf ihre Fahnen geschrieben haben, ist schon bemerkenswert in diesem aktuellen Zusammenhang.
Aus diesem Grund, da der goldene Vollpfosten 2010 schon vergeben ist an HansWilhem - die goldenene Bushupe 2010 ist für sie reserviert.
12:43
Nachtrag:
Hier der Artikel zu dem Thema Parkhaus /Ladenflächen
http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2241482/create