Neues Gymnasium in den Startlöchern

Schulleiter Thomas Hardt und Stellvertreter Ulrich Cormann sortieren im neuen Lehrerzimmer Kisten. An den beiden Standorten der neuen Schule werden 110 Kollegen arbeiten.
Schulleiter Thomas Hardt und Stellvertreter Ulrich Cormann sortieren im neuen Lehrerzimmer Kisten. An den beiden Standorten der neuen Schule werden 110 Kollegen arbeiten.
Foto: Arne Poll

Menden..  Die Handwerker schrauben gerade das Geländer an. Schulleiter Thomas Hardt und sein Stellvertreter Ulrich Cormann brüten währenddessen zwischen Umzugskisten über den Stundenplänen fürs neue Schuljahr. Im Gewölbekeller des Walram-Gebäudes ziehen Elektriker Kabel für die neue Küche. Es sind die letzten Vorbereitungen vor dem Start des neuen Gymnasiums.

„Wir werden fertig“, sagt Architekt Anselm Vedder. Pünktlich zum Schuljahrsanfang am 12. August sollen alle Handwerker verschwunden sein. Im Eiltempo entstand seit dem vergangenen Herbst auf dem Schulhof gut 600 Quadratmeter zusätzliche Gebäudefläche. Mehr als 1400 Schüler werden das Fusionsgymnasium besuchen, gut 300 davon im Gebäude der ehemaligen Rodenbergschule.

Schulleitung lobt Zusammenarbeit

Jetzt zeigen sich die künftigen Nutzer regelrecht begeistert vom Ergebnis. „Wir konnten bei allen wichtigen Dingen mitreden“, sagt Thomas Hardt. Die Schule hat jetzt einen zentralen Eingangsbereich. Das neue helle Foyer mit der großen Freitreppe wird sich bald ideal für kleine Veranstaltungen eignen. Zwei Aufzüge bringen auch Gehbehinderte in die oberen Geschosse. Ein Großteil der Einrichtung lagert noch in Kisten. Alles Brauchbare vom Computer bis zum Skelett ist vom Heilig-Geist-Gymnasium mit ins neue Gymnasium umgezogen. Das HGG ist mittlerweile komplett leer. In den Kartons sind auch wichtige Unterlagen. Die neue Schule muss unter anderem Abitur-Klausuren und alte Zeugnisse der beiden Traditionsgymnasien aufbewahren.

Davon abgesehen sind jetzt Walram und Heilig-Geist-Gymnasium Geschichte. Thomas Hardt und Ulrich Cormann haben die Verantwortung für die Neugründung des „Gymnasiums der Stadt Menden“. „Kein Raum ist mehr an der gleichen Stelle“, sagt Cormann. Nur die fünften und sechsten Klassen im Gebäude der Rodenbergschule haben noch eigene Klassenräume.

Alle anderen Klassen werden im Fachraumprinzip unterrichtet. Heißt: Die Schüler wechseln demnächst im Doppelstundenrhythmus die Räume. Jeder Fachbereich hat jetzt einen festen Platz. Die Naturwissenschaften zum Beispiel belegen den Gebäudetrakt an der Walramstraße. Der Englisch-Fachbereich nimmt den ehemaligen Oberstufentrakt in Beschlag. „Wahrscheinlich wird dort bald die englische Fahne wehen“, sagt Cormann und lacht. Auch für die Lehrer ist jetzt mehr Platz.

Das große Lehrerzimmer muss nur noch eingerichtet werden. „Es war mir wichtig, dass alle Kollegen zusammensitzen“, sagt Hardt. Zusätzlich zu den anderen Vorbereitungen paukt er mit Cormann Namen von 110 Kollegen. „Wir haben von jedem ein Foto.“

Für Cormann und Hardt gibt’s in diesem Sommer keine Ferien . „Das geht nicht anders“, sagt Hardt. In der letzten Ferienwoche stoßen dann auch die anderen Lehrer dazu, um die Schule zum Leben zu erwecken. Der Termin für eine offizielle Eröffnungsfeier steht noch nicht fest. Die Architekten Anselm Vedder und Peter Berndes wollen den Bau selbst am 3. oder 4. August an das städtische Gebäudemanagement übergeben. Vedder zeigt sich stolz: „Wir halten den Kostenrahmen.“ Der Umbau hat dann 1,8 Millionen Euro gekostet.