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Neue Feuerverzinkerei: Erstaunlich, dass man nichts riecht

31.03.2010 | 00:41 Uhr

Hüingsen. Man riecht nichts. Und das ist neben den gigantischen Ausmaßen der neuen OBO-Produktionsstätten im Ohl wohl das Erstaunlichste an der hochmodernen Feuerverzinkerei. Die läuft bereits im Testbetrieb, so schnell wie möglich soll nun auch der reguläre Betrieb in Hüingsen anlaufen.

OBO-Chef Ulrich Bettermann (Mi.) mit Andreas Müller (l., Leiter Feuerverzinkerei) und Andreras Dohle (Leiter Hauselektronik).

Auch im derzeitigen Werk in Sümmern werden natürlich alle Gesundheits- und Umweltauflagen eingehalten. Aber man riecht dort halt noch die Stoffe, mit denen das Metall behandelt wird. Im neuen Werk in Hüingsen ist das anders. Die Beizerei, in der das Metall so gründlich von allen Fetten und sonstigen Stoffen gereinigt wird, dass es verzinkt werden werden kann, ist völlig abgeriegelt. Nur einmal die Woche muss ein Mitarbeiter dort hinein, um Proben für das Labor zu nehmen und ab und an sind Wartungen fällig.

Alles vollautomatisch

Aber sonst läuft alles vollautomatisch: Die Metalle — meistens Kabelschächte in verschiedensten Größen — werden auf Träger gehängt, auf denen sie dann mit Kränen erst in die Beizerei kommen und dann in 450 Grad heißes Flüssigzink eingetaucht werden.

Vollautomatisch heißt aber nicht, dass keine Menschen mehr nötig sind, wie Andreas Müller, der Leiter der Feuerverzinkerei, weiß: „Der Oberflächenbeschichter in der Feuerverzinkerei ist wieder ein Ausbildungsberuf geworden. In absehbarer Zeit wollen wir auch hier bei OBO ausbilden.” Denn eine immer höhere Qualifikation sei nötig, um Metalle nach den neusten Standards zu verzinken.

Energie sparen

Umweltschutz gehört auch dazu. Dass man in der neuen Feuerverzinkerei nichts riecht, liegt daran, dass alle Emissionen verschlossen und abgesaugt werden. Und auch Energie wird mit der Anlage gespart. „In Sümmern brauchen wir bei Volllast etwas 40 000 Kubikmeter Gas”, sagt Müller. Die genauen Zahlen für hier werden wir erst im Normalbetrieb wissen, aber es wird sehr viel weniger sein.”

450 Grad heiß ist das Flüssigzink: 260 Tonnen lagern in der neuen Feuerverzinkerei.

Das freut natürlich auch den Mann, der nicht nur auf die Technik, sondern auch die Unternehmensbilanz gucken muss: OBO-Chef Ulrich Bettermann. „Ich würde es am liebsten haben, wenn wir schon vorgestern alles von Sümmern hierhin verlagert hätten.” Doch er hört auf seine Leute, die alles erst perfekt testen und die Mitarbeiter schulen wollen.

Vertrauen in eigene  Leute

„Unsere Fachleute waren von Anfang an in alle Planungen und Arbeiten mit eingebunden”, so Bettermann. „Auf deren Kompetenz sind wir stolz. Wir brauchten keinen Generalunternehmer von weit her.” Feuerverzinkerei-Leiter Andreas Müller: „Bei OBO wird seit über 40 Jahren verzinkt. So sind auch als mehr als 40 Jahre Erfahrung gesammelt worden.”

Europa-Bedarf könnte komplett gestillt werden

Es entsteht nun eine Feuerverzinkerei, die nach Einschätzung von OBO die modernste der Welt ist. Und sie ist Teil eines riesigen OBO-Kompetenzzentrums Metall, in dem pro Jahr künftig 21 000 bis 23 000 Tonnen Metall produziert werden. „Würden wir hier alle Kapazitäten voll ausschöpfen, könnten wir den gesamten Bedarf in Europa an Kabelschächten befriedigen”, so Ulrich Bettermann.

Die Wirtschaftskrise hat auch OBO getroffen. Aber es geht aufwärts: die Kurzarbeit, die auch hier zwischenzeitlich nötig war, gibt es nicht mehr.

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Michael Koch

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Neue Feuerverzinkerei: Erstaunlich, dass man nichts riecht
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