Närrischer Lindwurm trotzt Schnee, Eis und Kälte
14.02.2010 | 22:28 Uhr 2010-02-14T22:28:00+0100
Menden. Schnee und Eis konnten den Mendenern nicht die Freude am Feiern verderben: Mehrere zehntausend Zuschauer kamen trotz Minustemperaturen Sonntagnachmittag in die Innenstadt zum Tulpensonntagsumzug der MKG Kornblumenblau.
Der Kälte trotzten die Mendener auf ihre Art und Weise: Natalie Konrad und ihr Team kamen im Zelt vor dem „Bierbrunnen” mit dem Erwärmen des Glühweins kaum nach, so groß war die Nachfrage. In der Reihe der originellen Wagen und bunt kostümierten Fußgruppen der Vereine und Gruppierungen war auch ein Bulli, der den Wagen des Hemeraner Brauhauses „Eichendorff” zog — vorsorglich mit Schneeketten.
„Karneval ist Karneval, da muss man raus”
Zwar froren viele Jecken in ihren dünnen Krankenschwesterkostümen, Dirndln oder Polizeiuniformen und das Kamellesammeln wurde zu einer matschigen Angelegenheit, aber das nahmen die meisten gelassen: „Karneval ist Karneval, da muss man raus”, brachte es Peter Schneuing, gestern Indianer mit orangefarbenen Haaren, auf den Punkt.
„Schnee-weck-Schiebe-Boys”
An Ideenreichtum mangelte es den Jecken in der Hönnestadt jedenfalls nicht, weder bei den Kostümen noch bei der Gestaltung der Wagen. Von dem des Mendener Baubetriebs warfen die „Schnee-weck-Schiebe-Boys” neben Bonbons und Popcorn auch 1000 mit Salz gefüllte Päckchen. In den Reihen der A46-Gegner marschierte ein weiblicher Robin Hood, auf dem Schild die Aufschrift „Robin Wood rettet Waldemei Forest”. Auf humorvolle Art und Weise brachten die Jecken auch ihre politischen Ansichten unters Volk; als tanzende Gorillas in der „Bananenrepublik Menden” und mit Schildern „Ohne Storch keine Kinder.”
Ideenreichtum
Verfechter des selbstgebastelten Kostüms sind eigentlich auch Angelika Range und Gaby Krumscheid: „In den vergangenen Jahren haben wir die Verkleidung immer selbst genäht; dieses Mal waren wir aber zu faul”, sagte Gaby Krumscheid. Schließlich mussten schon die Kostüme für Ehemänner und Enkelkinder von Hand gefertigt werden. Eine ebenfalls beliebte Variante ist die Bestellung im Internet. Sechs Jungs von „Grün-Weiß Menden” holten sich ihre OP-Pfleger-Outfits in einem Online-Shop für Ärzte.
Unfreiwillig auf der Zuschauerseite befanden sich in diesem Jahr die Mitglieder des Kanuclubs Menden. „Wir haben im Moment weder das Geld noch die Zeit für die Vorbereitung eines eigenen Wagens; bei der Renovierung steckt viel Eigenleistung drin”, erklärte Jugendwart Sascha Kotthoff. „Nächstes Jahr sind wir aber wieder mit einem eigenen Wagen dabei.”
Alles hat gut geklappt
Hans Schmidt, Leiter des Ordnungsamts, ist mit dem Verlauf der Großveranstaltung zufrieden: „Alles hat gut geklappt. Auch mit dem Schnee hatten wir keine Probleme. Wäre der Zug ein paar Stunden später gestartet, hätte das bei dem neu einsetzenden Schnee aber vielleicht anders ausgesehen.”
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