Nach zwei Stunden fiel der Vogel in Schwitten

Theo Gantenbrink und seine Ehefrau Katharina sind das neue Schwittener Königspaar.
Theo Gantenbrink und seine Ehefrau Katharina sind das neue Schwittener Königspaar.
Foto: Peter Müller

Schwitten..  Theo Gantenbrink und seine Ehefrau Katharina sind das neue Königspaar der Schützenbruderschaft St. Sebastianus 1848 Schwitten. Zwei Stunden hatte es gedauert und 152 Schuss gebraucht, bis der Aar am Sonntagabend endlich von der Stange fiel.

„Der Wettergott muss ein Schütze sein“, meinte Klaus Bremke, Schriftführer und Pressewart der Schützenbruderschaft, als sich die Schützen und ihre Gäste nach dem Festzug am Sonntag an der Vogel­stange versammelten, um den neuen König auszuschießen. Der Festzug war am Pfarrheim gestartet und im Trockenen den traditionellen Weg entlang gezogen. Gegen 18 Uhr riss die Wolkendecke auf. Nachdem gemeinsam das Vaterunser gebetet worden war, kam der Befehl: „Bitte an das Gewehr!“

Schon beim 18. Schuss stand nach nur einer Viertelstunde der Vizekönig fest. Herbert Pantel vom MBSV holte die Krone und sicherte sich so den Titel. Der erste Brudermeister Benno Petsch holte sich nach 48 Schuss das Zepter. Dann stellte bereits Theo Gantenbrink seine Zielsicherheit unter Beweis: Beim 116. Schuss verlor der Aar den linken Flügel, beim 125. Schuss sicherte sich Schütze Gantenbrink auch noch den Apfel. Nur noch einflügelig fiel dann beim Königsschuss der Rest des einstmals stolzen goldenen Adlers von der Stange.

Prächtiger Schützenvogel

Den prächtigen Vogel hatte Alfons Weber handwerklich perfekt angefertigt. Sein schönes Aussehen in Elfenbeinfarbe und Gold erhielt er durch Werner Topp. Für die Sicherheit beim Schießen, das Einrichten des Gewehrs und einen perfekten Ablauf sorgten die Schießmeister Werner Hengste und Kord-Henner Nagelsmeyer.

Gegen 21.30 Uhr wurden dann Theo und Katharina Gantenbrink als neues Königspaar proklamiert und übernahmen dann Kette und Krone von Dagmar und Stefan Werth, dem Regentenpaar des Vorjahres.

Das Kinderkönigspaar stand da schon fest. Die Geschwister Mike und Mara Uhlemann werden in diesem Jahr regieren. „Der Samstagabend war super“, schwärmte Klaus Bremke. Die Musik der Jörg-Krause-Band habe für beste Stimmung gesorgt. Aber besonders gut angekommen sei das kleine Programm der Senatoren vom Karnevalsverein Kornblumenblau. Der Titel: „Was reimt sich auf Schwitten?“ Delegationen von St. Hubertus Menden-Nord, Mendener Bürger-Schützen-Verein von 1604, St. Sebastian Schützenbruderschaft 1888 Brockhausen und der Schützenbruderschaft St. Michael Oesbern waren zu Gast auf dem Fest. Die freiwillige Feuerwehr war mit dem Spielmannszug gekommen.

„Wir Schützen stehen nicht nur an der Theke, wir tun auch was“, sagte Klaus Bremke und überreichte dem Schwittener Kindergarten Sankt Apollonia und der St.-Michael-Schule eine Spende. Schützenverein und Feuerwehr hatten als Bringservice der Weihnachtsbäume von Stratmann je 500 Euro erwirtschaftet. Zwei bis fünf Euro hatten sie den Käufern für den Heimtransport der Bäume berechnet.

Interesse am Spielmannszug

Stolz sein konnte auch der zweite Vorsitzende Klaus Schmidt. „Unser Spielmannszug war früher mit 16 Leuten auf dem Festzug, jetzt sind wir inzwischen 33 Musikerinnen und Musiker“, freute er sich. Früher hatten keine Frauen mitgespielt. Das habe man 2010 geändert. Bei den Mädchen habe der Spielmannszug großes Interesse geweckt. Damit dies erhalten bleibt, wird aber nicht nur musiziert. Eine Reise in den Heidepark nach Soltau und Kanufahrten hat es schon gegeben. Zwölf neue Musiker hat der Verein so begeistern können. „Es ist bei uns wie überall, ohne Mädchen geht heute nichts“, so Klaus Schmidt.