Nach Trecker-Unfall am Rohaus in Menden gilt jetzt Tempo 30

Der Traktor musste am 3. August mit schwerem Gerät aus dem Lahrbach gezogen werden. Der Unfall war am Vortag passiert.
Der Traktor musste am 3. August mit schwerem Gerät aus dem Lahrbach gezogen werden. Der Unfall war am Vortag passiert.
Foto: Arne Poll
  • Unfallkommission nimmt steiles Straßenstück unter die Lupe
  • Auch Leitplanke ist in Planung
  • Landwirts-Familie begrüßt Sicherungsmaßnahmen

Menden..  Nach dem schweren Treckerunfall am Rohaus gilt auf dem Gefällestück jetzt Tempo 30. Parallel dazu soll auch noch eine Leitplanke installiert werden. An der schmalen Straße zwischen Lahrfeld und Oesbern war Anfang August ein Traktor in den Lahrbach gerutscht. Dabei entstanden etwa 250 000 Euro Sachschaden. Auch Autofahrer schilderten bereits schwere Unfälle auf dem Abschnitt am Waldrand.

„Wir bitten natürlich auch, dieses Tempo einzuhalten“, sagt der städtische Verkehrsplaner Andreas Nolte. Die Verkehrsschau-Kommission aus Stadtverwaltung und Polizei hatte die heikle Stelle jetzt noch einmal unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

„Diese Straße hat ihre Gefahren“, erklärt Nolte. Bei der Stiftsstraße, die in die Straße Rohaus übergeht, handele es sich um eine schmale Straße in einem Waldstück. Die Bewaldung führe dazu, dass Nässe später abtrocknet als auf freien Straßenstücken. Gleichzeitig gebe es dunkle und unübersichtliche Stellen, hieß es. „Wir wollen aber nicht flächendeckend mit Tempo 30 beschildern.“ Es gebe zwischendurch auch längere Geraden, auf denen sicher auch schneller gefahren werden könne.

Das heiße aber ausdrücklich nicht, dass Autofahrer jetzt mit Tempo 100 übers Rohaus brettern dürfen. Nolte verweist noch einmal auf die Grundregel, dass Autofahrer stets nur so schnell unterwegs sein dürfen, dass sie ihr Fahrzeug auch beherrschen, wenn eine unvorhergesehene Situation geschieht. Gerade jetzt in der kälteren Jahreszeit sei bei Fahrten durch Waldstücke und an Gefällen erhöhte Vorsicht gefragt.

Straßenbelag nicht zu rutschig

Die Befürchtung, dass es sich um eine Schwäche des Straßenbelags handelte, habe sich nicht bestätigt, sagt Nolte. Der Asphalt sei grundsätzlich nicht rutschiger als an anderen Stellen. Die Kommission hat auch entschieden, dass oberhalb des Abhanges, den der Trecker hinunterstürzte, eine Leitplanke aufgestellt werden soll. Autofahrer hatten das unmittelbar nach dem Unfall gefordert. Wann die Arbeiten durchgeführt werden, könne er noch nicht sagen, erklärt Nolte. Die Maßnahme sei aber bereits fest eingeplant.

Der Traktor, der einen leeren Gülleanhänger im Schlepptau hatte, war am 2. August bei der Fahrt Richtung Menden ins Schlingern gekommen und in den Lahrbach gestürzt. Der Fahrer kam ohne Verletzungen davon. Es entstanden aber 250 000 Euro Sachschaden. Die aufwändige Rettungsaktion durch Spezialunternehmen dauerte bis zum folgenden Tag.

Die Landwirts-Familie blieb vom schlimmsten Schaden verschont: „Wir hatten nach zwei Tagen Ersatz“, sagt der Landwirt heute. „Ich finde es sehr gut, dass da etwas getan wird.“ Die Familie begrüßt auch, dass eine Leitplanke künftig Schlimmeres verhindern soll. „Die Leitplanke hätte auch in unserem Fall geholfen“, sagt der Landwirt. „Dann wäre der Schlepper nicht auf die Seite gekippt.“