Mysteriöser Fall – Wo ist der vermisste Mann aus Menden?

Was wir bereits wissen
Der 60-jährige Mann aus Menden bleibt verschwunden. Selbst erfahrene Polizei-Ermittler rätseln. Die Familie richtet einen Appell an den Vermissten.

Menden.. Von dem vermissten 60-jährigen Mann aus Menden fehlt auch fünf Tage nach seinem Verschwinden jede Spur. Der Familienvater war am vergangenen Donnerstagmorgen nicht bei seiner Tochter aufgetaucht. Eine Polizeistreife entdeckte sein Auto unverschlossen am Fröndenberger Bahnhof. Die Ermittler rätseln über den Fall.

Kein Abschiedsbrief

„Dieser Fall klingt sehr mysteriös“, sagt der Kriminalpsychologe und klinische Hypnosetherapeut Dr. Christian Lüdke, der unter anderem Spezialeinheiten der Polizei ausbildete. Er halte es für eher unwahrscheinlich, dass der Mann das Opfer einer Straftat oder eines medizinischen Notfalls geworden ist. In beiden Fällen wären wohl Spuren zu finden. Laut Polizei deutet auch nichts auf einen Suizid hin. Der Großvater hatte sich vorher nie in dieser Richtung geäußert. Er hinterließ auch keinen Abschiedsbrief.

Jährlich verschwinden 2500 Deutsche

„Es muss einen Auslöser für das Verschwinden gegeben haben“, sagt Experte Lüdke. Vom Doppelleben bis hin zur psychischen Erkrankung sei in solch einem Fall erst einmal alles denkbar. Lüdke spricht auch von 2500 Deutschen, die jedes Jahr einfach so auf Nimmerwiedersehen in die große weite Welt aufbrechen. „Wenn das so wäre, würde ich die Wahrscheinlichkeit als relativ gering einschätzen, dass er wieder zurückkehrt.“

Vermisst Die Polizei hatte den 60-Jährigen relativ schnell nach der Vermisstenanzeige per Helikopter gesucht. Weitere Einsatzkräfte durchkämmten am Boden Straße für Straße. „Die Fahndung wird aufrecht erhalten“, sagt Polizei-Sprecher Marcel Vormann. Ähnlich wie ein Straftäter stehe der Mendener jetzt international auf Gesuchten-Listen. Gerät er in eine Polizeikontrolle oder wird er an einer Grenze überprüft, gehen die Alarmleuchten an. In dieser Situation hätte auch niemand mehr das Recht, das Auftauchen zu verheimlichen und weiterzureisen. Lüdke: „Man muss klären, ob eine Straftat vorliegt.“

Die Polizei setzt jetzt weiter auf Zeugenhinweise oder auf das Wiederauftauchen des Mendeners. „Es gibt keine nachvollziehbare Erklärung“, sagt Vormann. Eine erneute Suche nach dem 60-Jährigen mache jetzt keinen Sinn. „Die Spur verliert sich in Fröndenberg.“ Das schlechte Wetter mit den heftigen Regengüssen habe dafür gesorgt, dass mögliche Spuren zerstört wurden.

Familie richtet Appell an verschwundenen Vater

Die Familie richtet einen Appell an den Vater, falls er irgendwo auf der Welt vor dem Computer sitzt und diese Zeilen lesen kann: „Wir machen uns unwahrscheinliche Sorgen um ihn und lieben ihn“, sagt seine Tochter.