Museumsführung für die Senioren-Union im Haus Lenze

Menden..  Geschichte und die unmittelbar fassbare Historie des Heimatortes hat in den vergangenen Jahren ein großes Interesse gefunden. Man könne ohne zu übertreiben von einem regelrechten Boom sprechen, der für das Streben der Menschen spreche, sich in einer rasch wandelnden Umwelt auf die eigenen Wurzeln zu besinnen, so Professor Horst Pieper, Vorsitzender der Seniorenunion. Dies habe sich auch in der mit gut 35 Teilnehmern vollen Runde beim jüngsten Politischen Frühstück der Senioren-Union im Haus Lenze gezeigt.

Unübersehbare Anziehungskraft

Ganz sicherlich sei es aber die unübersehbare Anziehungskraft der bekannten Leiterin des Museums für Stadt- und Kulturgeschichte Menden, Jutta Törnig-Struck, gewesen, die als Referentin beim Politischen Frühstück einen bunten Bilderbogen der vielen Ausstellungsstücke, Funde aus dem Mittelalter und aus den Höhlen des Hönnetals per Dia zeigte.

Das 1912 von Friedrich Glunz mit tatkräftiger Unterstützung vieler Mendener Bürger und der damaligen Stadt Menden als eines der ältesten Museen Westfalens gegründete Heimatmuseum Menden, lebe ganz wesentlich von der Akzeptanz und Unterstützung der Bürger. Eigentlich sei auch jeder Gast und jeder Besucher auf die eine oder andere Weise persönlich zumindest mit einigen Erinnerungen und mehr mit dem Museum verbunden.

Jutta Törnig-Struck betonte: „Die Mendener tragen sich seit jeher ihr Museum und ihre Ausstellungen durch die vielen Schenkungen von Objekten selbst zusammen.“ Die Kreuztracht in Menden sei mit den vielen Stundenprozessionen weltweit einzigartig. „Sie ist hervorgegangen aus damals noch nicht als kirchlich gesondert empfundenen von tiefer Not bestimmten alle Bewohner der Stadt berührenden Anliegen, sondern war und ist eine allgemeines Anliegen auch und gerade der Stadt. Auch davon befinden sich Ausstellungstücke ganz selbstverständlich im Stadtmuseum“, so stellte Jutta Törnig-Struck unter deutlicher Zustimmung der Senioren-Union einige Fehlinterpretationen der jüngsten Zeit richtig.

Alltag im frühen Menden

Im Museum biete sich die einzigartige Gelegenheit, den Alltag der früher in Menden deutlich überwiegenden einfachen Leute mit dem angenehmeren Leben reicher Bürger zu vergleichen. Die Pracht einer barocken Küche im Gegensatz zur verrußten einzigen Feuerstelle in einem kleinen Armeleutehaus werde sichtbar. Eine ganz besondere Attraktion sei von jeher das Bauernhaus unter dem Dach, das auf Kinder eine magische Anziehungskraft ausübt. Dort werde früheres Alltagsleben auf den Bauernhöfen nicht nur im ländlichen Umfeld der Stadt Menden sondern auch unmittelbar in den Mauern der alten Stadtverteidigung buchstäblich unmittelbar greifbar.

Ein wichtiger Schwerpunkt von Jutta Törnig-Struck der auf große Aufmerksamkeit stieß, war die Darstellung der intensiven und arbeitsaufwendigen Bemühungen um die Grob- und jetzt erforderlichen Feinplanungen des geplanten Industriemuseums auf Gut Rödinghausen.

„Mit Gut Rödinghausen hat die Stadt eine einzigartige Gelegenheit die ohnehin schon vorzügliche Museumslandschaft Mendens in einen überregional bedeutsamen Zusammenhang zu heben. Diese Chance sollte unbedingt genutzt werden, auch, wenn die Kosten ohne jeden Zweifel beträchtlich sind“, nahm der Törnig-Struck eindeutig Stellung.