Müssen Mendener Angst um ihre Katzen und Hunde haben?
12.02.2008 | 21:03 Uhr 2008-02-12T21:03:00+0100Menden. Vergangenen Sommer fielen sie zum ersten Mal auf. Nun stehen wieder viele kleine Wäschekörbe, mit denen der „Club für Behinderte in Brasilien” angeblich Altkleider sammelt, auf Grundstücken. Und in Menden geht erneut die Angst vor Tierfängern um.
Denn in zahlreichen Internetforen wird eindringlich vor den Sammlern gewarnt.
„Helfen Sie mit”, steht in großen Buchstaben auf den Handzetteln, die in den Wäschekörben liegen. „Wir benötigen dringend Schuhe aller Art für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie gut erhaltene und tragbare Bekleidung, Wäsche, Textilien jeder Art für Erwachsene und Kinder, Federbetten, Gardinen, Bettwäsche, Handtücher, Daunen.” Appelliert wird an das soziale Gewissen: „Ihr Schuh erfüllt in armen Ländern wieder seinen Zweck.” Durch die Wiederverwertung entstünden „dringend benötigte Arbeitsplätze”.
Der „Club für Behinderte in Brasilien e.V.” hat seinen Sitz in Frankfurt/Main. Seit mehreren Jahren schon fährt in seinem Auftrag das gewerbliche Sammelbüro Ercan Recycling mit Sitz in Dietzenbach durch ganz Deutschland. Und ebenso lange kursieren im Internet Gerüchte, dass Hunde und Katzen auf mysteriöse Art und Weise verschwinden, wenn die Altkleidersammler mit ihrem Lieferwagen unterwegs sind. Tierschutzvereine raten, zur Vorsicht die Vierbeiner im Haus zu halten und nur unter Aufsicht nach draußen zu lassen.
Das Sammelbüro Ercan Recycling ist für Rückfragen nicht zu erreichen. Dort heißt es: „Diese E-Plus-Mailbox kann zurzeit leider keine weiteren Nachrichten annehmen.” Michael Erich Lickar, Vorsitzender des „Clubs für Behinderte in Braslien”, wehrt sich gegen die Tierfänger-Vorwürfe und beteuert: „Da ist wirklich nichts dran.” Sein Verein habe mit der monatlichen Lizenzgebühr in Höhe von 150 Euro, die von Ercan Recycling gezahlt wird, immer nur Menschen in Brasilien helfen wollen.
Der „Club für Behinderte in Brasilien” wird offenbar nicht nur im heimischen Raum kritisch gesehen. In Rheinland-Pfalz hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) — also die landesweite Spendenaufsicht — im Januar dem Verein und dem gewerblichen Sammler Altkleidersammlungen in Rheinland-Pfalz verboten. Die Verfügung ist rechtskräftig. Eveline Dziendziol von der ADD-Pressestelle beurteilt den Verein als „insgesamt dubios”. Es habe Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben und Hinweise, „dass Tiere eingefangen wurden”.
Der Stadt Menden indes sind die Hände gebunden. Wie Manfred Bardtke, Fachbereichsleiter Recht, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, berichtet, gibt es in NRW kein Sammlungsgesetz mehr. Das heißt, solange die Sammelbehälter auf Privatgrund platziert werden, wird keine Genehmigung benötigt. Allerdings seien in den vergangenen Tagen wegen der Sammelaktion auch bei der Stadt etliche Rückfragen von Bürgern eingegangen.
Die Sammlung in Menden allerdings dürfte zu den letzten gehören, die der „Club für Behinderte in Brasilien” durchführt. Vereinsvorsitzender Michael Lickar kapituliert: In den vergangenen fünf Jahren habe es der Verein allerdings nicht geschafft, die Bevölkerung von der Rechtschaffenheit des Vereins zu überzeugen. Deshalb ziehe er nun die Konsequenzen. Zum 15. Februar hat der „Club für Behinderte in Brasilien” dem Sammler gekündigt. Und spätestens bis Ende März will sich der Verein auflösen.
20:11
wäschekörbe mit dem Plastikaufkleber auch in Nordrheinwestfalen im Kreis Kleve genauer Issum aufgestellt worden.1 Katze ist verschwunden Polizei ist informiert
19:52
Das Sammeln in diesen Wäschekörben war schon im vergangenen Jahr ein Ärgernis. Die Körbe standen tagelang auf den Privatgrundstücken und wurden nicht abgeholt. Resigniert haben viele Bürger ihre Kleiderspenden wieder aus den Körben geholt. Ich habe mich damals schon gewundert, wie eine Berechtigung zu solch einer Sammlung zustande kommt.
00:36
Die Sache ist doch wohl oberfaul