Mitarbeitern drohen weitere Einschnitte
19.01.2012 | 20:59 Uhr 2012-01-19T20:59:00+0100
Menden/Balve.Bei der Katholischen Hospitalvereinigung, dem Betreiber der Krankenhäuser in Menden, Balve und Iserlohn, bestand die Gefahr einer Insolvenz. Das bestätigte gestern Geschäftsführer Thomas Wülle im WP-Gespräch. Auch aktuell gelte immer noch: „Der Gesellschaft geht es richtig schlecht.“
Allerdings gebe es derzeit keine Liquiditätsprobleme mehr. Das sei Ergebnis der Gespräche mit den Banken. Aber auch der weitgehende Abbau eines Staus von etwa 900 bis dahin nicht abgerechneten Behandlungsfällen habe einen Beitrag geleistet. Wülle räumte ein, dass dieser durch Krankheitsfälle und Stellenwechsel begründet sei. Zudem seien intern Fragen in der Organisation zu stellen. Für das Aus in Balve sei die Verzögerung aber nicht verantwortlich: „An den strukturellen Problemen hätte dies nichts geändert.“
Vorwürfe, nicht frühzeitig auf die prekäre Lage des Klink-Verbunds aufmerksam gemacht zu haben, weist Wülle zurück: „Ich habe immer nach bestem Wissen informiert.“ Im Sommer hatten er und seine Kollegen aus der Geschäftsleitung schon ein 1,2-Millionen-Euro-Sparpaket präsentiert, das auf ein Jahr befristete Gehaltseinschnitte bei den Mitarbeitern beinhaltete. Tenor damals: Man brauche das Geld, um nötiges Wachstum zu finanzieren. Von einer dramatischen Lage oder gar einer drohenden Insolvenz war damals noch nicht die Rede.
Das sei damals auch noch nicht klar gewesen, so Wülle: Man habe noch gehofft, die anfangs des Jahres erstellte Prognose zu erfüllen. Doch drei Faktoren hätten die Hoffnung zunichte gemacht: Man habe weniger Patienten behandelt als vorgesehen, und dies sei ein entscheidender Punkt: „Nur ein Prozent weniger Leistung, die wir abrechnen können, bedeuten 600 000 Euro. Auf der anderen Seite machen bei uns als Dienstleister die Personalkosten 70 Prozent der Ausgaben aus. Daran können wir nicht so schnell etwas drehen.“ Zudem habe sich die Entwicklung der Tariflöhne aus Unternehmenssicht verschlechtert. Und vor allem: Die Arbeitsrechtliche Kommission des Erzbistums Paderborn hatte das 1,2-Mio.-Euro-Sparpaket abgelehnt.
Thomas Wülle hofft auch jetzt noch, dass dieser Entschluss revidiert wird: „Das würde uns natürlich helfen.“ Am 14. Februar werde die Kommission über den Einspruch der Hospitalgesellschaft entscheiden. Ob den Mitarbeitern neben diesem Sparpaket und dem drohenden Arbeitsplatzabbau nach einem Balve-Aus weitere Einschnitte drohen, ist noch unklar. Wülle: „Ich kann nichts ausschließen.“ Die Restrukturierung des Unternehmens werde aber „von allen Beteiligten Opfer verlangen“.
16:07
sollte Herrn Wülle das Sparpaket um die Ohren hauen!
Wenn jeder der 900 nicht abgerechneten Fälle "nur" 1000€ einbringen würde, dann wäre die fehlende Summe fast schon gestemmt. Da kann man doch nur mit dem Kopf schütteln. Die Mitarbeiter sollen also für die Inkompetenz der "Verwaltung" auf Gehalt / Sonderzahlungen verzichten? Da kann man nur hoffen, dass die Kommission und auch die Mitarbeiter nicht auf einen solchen Deal eingehen.
16:37
Wie dämlich kann eine Geschäftsführung denn sein? Im Sommer 2011 sollten die Mitarbeiter auf ein Teil ihres Gehaltes verzichten um mit den 1,2Mio Euro das notwendige Wachstum zu finanzieren. 6 Monate später wird dann ein Drittel der zur KKiMK gehörenden Krankenhäuser geschlossen. Sehr weitsichtig! Gut, das die arbeitsrechtliche Kommission der Gehaltskürzung nicht zugestimmt hat, sonst wäre dieses Geld womöglich auch noch in Balve investiert worden. So wie es in der Vergangenheit mit anderen Geldern zur Modernisierung der Endoskopie und der Intensivstation passiert ist. Seit etwa 10 Jahren ist eigentlich bekannt gewesen, das es um das Balver Krankenhaus nicht gut gestellt ist. Trotzdem wurde investiert. Selbst Kurz vor Bekanntwerden der geplanten Schliessung durften sich die Mitarbeiter noch für neue Arbeitskleidung vermessen lassen um kurz darauf gekündigt zu werden.
Wenn das Geld so knapp ist: Warum beschäftigt eine vergleichsweise kleine Abteilung wie die Gynäkologie in Menden 2 Chefärzte? Die Geschäftsleitung, wie auch die PR Abteilung, von der man nebenbei bemerkt NICHTS registriert, wachsen. An der Zahl der Pflegekräfte jedoch wurde in den letzten Jahren immer mehr gespart. Wohlgemerkt asl "Dienstleister". Demnächst sind keine Dienstleister mehr da, nur noch Verwalter! Viele Häuptlinge, keine Indianer! Damit dürfte der "Stamm" St. Vincenz Krankenhaus dann ebenfalls aussterben. Vielen Dank dafür!