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Mit schnellem Handeln den Freund aus reißendender Hönne gerettet

12.03.2009 | 08:00 Uhr
Mit schnellem Handeln den Freund aus reißendender Hönne gerettet

Hüingsen/Menden. Der Fall hat am Montag für Aufsehen gesorgt: Ein Junge war in die reißende Hönne gestürzt und im letzten Moment gerettet worden. Auch, weil seine Freunde so schnell reagierten. Christian Santos spricht über die bewegenden Minuten

Christian (vorne) zeigt auf die Matschplatte an der Hönne: Hier rutschte sein Freund in die reißende Hönne, er konnte sich in letzter Minute auf den unteren Rand der Insel retten. Christian und Patrick (hinten im Bild) holten Hilfe. WP-Fotos: Marco Marcegaglia

In der Schule wird Christian Santos als Held gefeiert. Dabei ist das, was er getan hat, für den Elfjährigen doch selbstverständlich: Sein Klassenkamerad Niko (11) ist am Montagnachmittag unglücklich in die reißende Hönne gerutscht, konnte sich aber auf eine kleine Insel retten. Christian bewahrte einen kühlen Kopf, rief sofort Hilfe — das hat Schlimmeres verhindert.

Abkürzung genommen

Montagnachmittag gegen kurz nach 16 Uhr: Christian, Niko und Freund Patrick sind gut gelaunt auf dem Weg von Hüingsen in Richtung neuer Fußballplatz in Lendringsen unterwegs. Die drei Freunde nehmen extra eine Abkürzung direkt an der Hönne entlang. Beim Abzweig Walzweg ereignet sich dann der Unfall.

Niko verliert auf einer Matschplatte am Rand des rutschigen Fußweges den Halt. „Die ist durchgebrochen wie ein Stück Eis. Niko ist dann ins hohe Wasser gerutscht”, berichtet Christian Santos aufgeregt. Noch heute hat er die gefährliche Szene vor Augen, wacht mitten in der Nacht auf und erinnert sich an die schlimmen Minuten an der Hönne.

Intuitiv richtig gehandelt

Doch trotz der Stresssituation handelt er intuitiv richtig, rennt zu einem Bauarbeiter ein Stück entfernt, der schnell die Feuerwehr alarmiert. „Ich habe erst überlegt, in die Hönne zu springen”, erinnert er sich. Doch der schnelle Strom hat ihn abgehalten. „Niko hat mit seinen Armen gepaddelt und war drei Minuten im Wasser”, berichtet der für seine elf Jahre groß gewachsene und sehr schlagfertige Christian Santos.

„Niko hat um Hilfe geschrien. Wir haben versucht, ihn zu beruhigen”, beschreibt Christian aufgeregt. Auch als Niko auf der Insel mitten in der Hönne zitternd sitzt, weint und auf Hilfe wartet, reden ihm Nico und sein Freund Patrick gut zu.

Blaue Lippen

Nachdem ihn die Feuerwehrleute von der Insel gerettet haben, stehen sie ihm weiterhin bei. „Er zitterte, war ganz blass und hatte dunkelblaue Lippen”, berichtet Christian ein wenig traurig. Sie lenken Niko ab und sprechen mit ihm über seine Lieblingsserie „Pokémon”.

Mutter Dianeth Santos ist stolz auf ihren Sohn Christian - und überglücklich, dass ihm nichts passiert ist und gleichzeitig. Foto: Marco Marcegaglia

Christians Mutter Dianette Santos erfährt erst am späten Abend von der Heldentat ihres Sohnes. „Er hat mir nichts gesagt und ist in sein Zimmer gegangen. Vielleicht hat er geträumt und stand unter Schock”, erzählt sie aufgewühlt. Erst durch einen Anruf von Nikos Mutter wird sie aufgeklärt. „Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut. Nikos Mama hat sich bedankt und gesagt, dass ich stolz auf meinen Sohn sein kann”, berichtet sie ergriffen. Und das ist sie auch: Sie nimmt ihren Sohn in den Arm und ist froh, dass er so schnell reagiert hat.

„Wir haben alle viel Glück gehabt.” Christian Santos

Auch sie hat in der Nacht von Montag auf Dienstag kaum ein Auge zubekommen und sich immer wieder ausgemalt, was alles hätte passieren können. Auch drei Tage nach dem Vorfall sitzt der Schock tief. Jetzt warnt sie alle anderen Mütter und vor allem Kinder: „Die Kinder sollen nicht zu nah an der Hönne spielen. Es kann alles mögliche geschehen.”

Bilder für den Freund

Gestern Mittag: Christian besucht seinen Freund Niko. „Heute ist er viel ruhiger als sonst”, stellt der Elfjährige fest. Der Vorfall hat die drei Freunde allerdings zusammengeschweißt. In seiner Klasse hat Christian den Mitschülern von Nicos Sturz in die Hönne lang und ausgiebig erzählt. Gemeinsam haben sie Nico einen Band voller selbst gemalter Bilder geschenkt. Christian hat für seinen Freund liebevoll einen Poke´mon gezeichnet — und ein Bild, wie Nico von der kleinen Insel in der Hönne gerettet wurde.

Hier - am Ende des Walzweges - ensteht das neue Fußballfeld. Dahinter fließt die Hönne. Dort geschah das Unglück. Foto: Marco Marcegaglia

„Wir haben alle viel Glück gehabt”, sagt Christian. Bald will er gemeinsam mit Patrick und Nico wieder Fußball spielen. Doch nächstes Mal nehmen sich nicht die Abkürzung an der Hönne entlang, sondern den Umweg über die gepflasterte Straße.

Oliver Diepes und Marco Marcegaglia (Fotos)

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Kommentare
12.03.2009
21:11
Mit schnellem Handeln den Freund aus reißendender Hönne gerettet
von michael.meier | #2

Der junge Mann kann man ohne weiteres als Vorbild bezeichnen, worauf man einfach nur stolz sein kann. Meinen Respekt hat er verdient - mit einfachen Mitteln!

12.03.2009
18:09
Mit schnellem Handeln den Freund aus reißendender Hönne gerettet
von peter1967 | #1

bewegende story...

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