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Schuldnerberatung

Mit Ilenia Conforti von der Caritas raus aus den Schulden

02.03.2016 | 07:00 Uhr
Mit Ilenia Conforti von der Caritas raus aus den Schulden
Ilenia Conforti zeigt Auswege aus den Schulden.Foto: Tim Schmutzler

Menden.   Mit durchschnittlich 36 000 Euro sind verschuldete Mendener in den Miesen. Die Caritas-Expertin zeigt Auswege auf.

„Der erste Schritt ist schwer“, sagt Ilenia Conforti von der Schuldnerberatung der Caritas. „Wir bekommen dann aber durchweg positives Feedback, und die Menschen sind im Nachhinein froh, diesen Weg mit uns gegangen zu sein“. 137 Intensivberatungen und 23 Kurzberatungen haben die Schuldnerberater im vergangenen Jahr zu verzeichnen.

Meist beginnt es mit einer kostenlosen Infoveranstaltung (Termine 2016 siehe unten). Dort gibt es grundlegende Informationen und Materialien zur Vorbereitung eines Einzelgesprächs. Die Schuldnerberater müssen sich zunächst einen Überblick verschaffen und sind dabei auf die Mithilfe der Kunden angewiesen.

Häufig stecken persönliche Schicksale hinter der Verschuldung: Arbeitslosigkeit, Trennung oder Krankheit sind die häufigsten Ursachen. „Die wenigsten leben einfach so über ihre Verhältnisse“, sagt Ilenia Conforti. Eine Veränderung im Verhalten der Menschen sieht sie innerhalb der letzten Jahre und Jahrzehnte schon. „Früher wurde meist gespart, Kredite waren die Ausnahme. Für Jugendliche von heute ist es aber fast schon zur Gewohnheit geworden, Dinge zu finanzieren“. Es gibt jedoch auch den heute 60-Jährigen, der mit 40 Jahren einen Kredit aufgenommen hat, der sich heute noch auswirkt. Dementsprechend berät die Caritas Menschen aller Altersklassen.

Im Beratungsprozess werden zunächst die Schulden grob überschlagen. Sollten existenzbedrohende Posten wie Miete oder Strom dabei sein, wird schnell gehandelt, um eine noch größere Krise zu vermeiden. Die durchschnittliche Verschuldung liegt bei 36 000 Euro, den Großteil der Gläubiger bilden Banken, Telefongesellschaften, so genannte öffentliche Gläubiger (GEZ, Stadtwerke, Kommunen) und Versicherungen.

Analyse des Einkommens

In einem weiteren Schritt wird das Einkommen analysiert. „Mir ist ganz wichtig, gemeinsam mit den Klienten Handlungsspielräume zu erarbeiten“, so Conforti. Sie schaut, ob sich ein Insolvenzverfahren vermeiden lässt und begleitet die Klienten bei möglichen Vergleichen mit Gläubigern. Manchmal ist der Weg in die Insolvenz aber unausweichlich. „Viele wollen ein Insolvenzverfahren vermeiden, da es so negativ behaftet ist. Wir nehmen aber die Angst und verstehen die Insolvenz vielmehr als Chance für einen Neustart.“

Laut Conforti liegen die größten Ängste ihrer Klienten darin, dass ein Insolvenzverwalter nach Hause kommt und alle Sachen mitnimmt, dass alle Ausgaben kontrolliert werden und man nur noch sehr eingeschränkt leben kann. „Das stimmt so nicht ganz“, erklärt sie, „wichtig ist natürlich, dass die Menschen bereit sind, mitzumachen. Ziel ist ganz klar der wirtschaftliche Neubeginn“. Im Höchstfall dauert das Insolvenzverfahren sechs Jahre, seit 2014 gibt es unter gewissen Umständen die Möglichkeit einer Verkürzung auf fünf oder drei Jahre.

Die Beratung ist kostenfrei. Nur Selbstständige müssen eine Gebühr zahlen und werden über das Projekt CaBiS (Caritas Beratungsstelle für insolvente Selbstständige) versorgt.

Jürgen Overkott

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Mit Ilenia Conforti von der Caritas raus aus den Schulden
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2016-03-02 07:00
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