Mit Geld umgehen will gelernt und gelehrt sein
22.03.2011 | 17:26 Uhr 2011-03-22T17:26:00+0100
Lendringsen.„Der Umgang mit Geld muss gelernt werden wie Lesen und Schreiben. Das kann man nicht einfach so“, sagt Thomas Werner. Im Auftrag seines Arbeitgebers „Deutschland im Plus – die Stiftung für private Überschuldungsprävention“ ist Werner zur Hauptschule Lendringsen angereist. Vor insgesamt drei Klassen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe hält er einen Vortrag, warum es sich lohnt, die eigenen Finanzen im Blick zu haben.
Derzeit seien 23 Prozent der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland überschuldet, so Werner. Eine vernünftige Planung des eigenen Konsums könne die Schüler vor dieser Überschuldungsfalle bewahren. Mit einem Budget-Plan, der Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, hätten die Schüler eine Übersicht über die monatlich anfallenden Kosten – sowohl der festen als auch der veränderlichen Kosten.
Die veränderlichen Ausgaben, die könnten die Schüler beeinflussen, so Werner: „Muss ich die Schuhe wirklich haben? Kann ich auch mal 50 SMS im Monat weniger schreiben?“, fragt der Referent und appelliert an jeden Einzelnen, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen. Nach der Schule müssten einige von ihnen vielleicht selbst für Miete, Essen, Strom, aber auch für Handy oder Kino aufkommen und mit dem Gehalt sparsam wirtschaften.
Nicht überschulden beim Schulden machen
Nur manchmal reichten das Gehalt oder andere legale Möglichkeiten, zu mehr Geld zu kommen, einfach nicht aus, so der Referent: „Manchmal braucht man ‘nen Kredit“, denn Verschuldung ist nichts schlimmes, Überschuldung ist schlimm“, sagt Thomas Werner. Jeder habe sich schließlich schon einmal Geld geliehen, zum Beispiel für ein Getränk, und sich damit verschuldet.
Solche Kredite sollten jedoch gut überlegt sein: „Ihr müsst für Kredite Zinsen und eventuell Gebühren zahlen und ihr verschiebt finanzielle Belastungen in die Zukunft“, sagt Werner. Er wolle nicht, dass die Lendringser Schüler sich überschuldeten und sich ihre Zukunft verbauten.
Keine Werbeveranstaltung
Das wäre sicherlich auch nicht im Sinne der TeamBank AG, die die Stiftung „Deutschland im Plus“ ins Leben gerufen hat und damit auch Werners Vortrag in der Hauptschule finanziert. Die TeamBank AG vertreibt mit „easyCredit“ selbst einen Konsumentenkredit. „Wir machen keine Werbung“ , stellt der Referent klar, weder „easyCredit“ noch der Name der Stiftung werde in seinen Vorträgen erwähnt. Erwähnt wurde auch nicht die Märkische Bank. Sie hat die Stiftung mit einer Spende über 5000 Euro unterstützt. Im Gegenzug bekommen fünf Schulen in ihrem Verbreitungsgebiet die Unterrichtseinheit.
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