Mit Gänsehaut ins grüne Nass

Menden - Eisschwimmen im Bürgerbad Leitmecke Foto: Martina Dinslage
Menden - Eisschwimmen im Bürgerbad Leitmecke Foto: Martina Dinslage
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Was wir bereits wissen
Es ist Winter im Bürgerbad Leitmecke: Die Liegewiese leer, das Wasser grün, der Nieselregen kalt. Die Besucher beim achten Mendener Eisschwimmen teilen sich in zwei Lager auf: Die Zuschauer mit Mütze, Schal und Glühwein – und die Eisschwimmer mit Badehose und Gänsehaut. Dazu gehören auch Stefan Grote und Eva Moorkamp – auch sie wollen sich heute ins Wasser trauen. Warum? „Einfach so.“

Menden.. Es ist Winter im Bürgerbad Leitmecke: Die Liegewiese leer, das Wasser grün, der Nieselregen kalt. Die Besucher beim achten Mendener Eisschwimmen teilen sich in zwei Lager auf: Die Zuschauer mit Mütze, Schal und Glühwein – und die Eisschwimmer mit Badehose und Gänsehaut. Dazu gehören auch Stefan Grote und Eva Moorkamp – auch sie wollen sich heute ins Wasser trauen. Warum? „Einfach so.“

„Es macht einfach Spaß“, sagt Stefan Grote und lacht. Grote ist Wiederholungstäter, Eva Moorkamp hingegen zum ersten Mal dabei.Ulrich Stolte ist nicht zum ersten Mal dabei. Der Geschäftsführer des Betreibervereins und Schatzmeister des Fördervereins des Bürgerbades kümmert sich eher um das Drumherum. Seine Aufgaben liegen in der Organisation.

„Es gibt natürlich einiges zu tun, wenn es in die Vorbereitungen geht – zum Beispiel, alles Nötige mit der Stadt abzuklären“, sagt Ulrich Stolte. Auch alle Ehrenamtlichen zu akquirieren, sei wichtig. „Natürlich hat man nach den Jahren eine gewisse Routine.“

Von Routine kann Stefan Grote hingegen nicht sprechen – aber er weiß, was auf ihn zukommt. Vereinskollegin Eva Moorkamp wird buchstäblich ins kalte Wasser geworfen. Die erste Reaktion auf das viereinhalb Grad kalte Wasser? „Schnappatmung, mein Körper wehrt sich“, so Moorkamp. Immerhin: Die Strecke im Wasser habe man schnell zurückgelegt. Auch abseits vom kalten Wasser sei das Eisschwimmen aber ein großer Spaß. „Es ist natürlich auch das ganze Drumherum, das die Veranstaltung ausmacht“, verrät Eva Moorkamp.

Ablaufplan sorgt für Ordnung

Damit eben dieses Drumherum geordnet abläuft, gibt es seit einiger Zeit einen Ablaufplan. „Das bedeutet, dass alle Abläufe möglichst genau dokumentiert werden – so kann hinterher überlegt werden, was beim nächsten Eisschwimmen verbessert werden kann“, sagt Ulrich Stolte. Wenn es nach Eva Moorkamp geht, würde zuerst einmal das Warten abgeschafft. „Wir mussten noch zehn Minuten warten, bis wir dran waren. Dabei wollten wir nicht warten, sondern es einfach hinter uns bringen“, sagt Eva Moorkamp und lacht.

Stefan Grote sieht das gelassener: Das jährliche Mendener Eisschwimmen härte ab. „Man bekommt viel seltener Erkältungen. Und wenn man eine bekommt, wird sie nicht so schlimm“, meint Grote. Auch ein paar Grad Temperaturunterschied seien da nicht ausschlaggebend. Kalt ist kalt. „Es macht sogar deutlich mehr Spaß, wenn das Wasser so richtig kalt ist und Schnee liegt“, so Stefan Grote weiter.

Zurück in den Winterschlaf

Ulrich Stolte stößt ins selbe Horn: Das Wasser von oben, das nass-kalte Wetter, sei nicht wirklich optimal. Trotzdem: Zufrieden sei man mit der Resonanz allemal. Mindestens genauso wichtig: Das Bürgerbad Leitmecke wird auch im Winter für einen Tag zum Leben erweckt, bevor es zurück in den Winterschlaf fällt.

„Da macht es dann auch nichts, dass das Eisschwimmen einmal eine echte Schnapsidee war“, sagt Ulrich Stolte augenzwinkernd. Schnapsidee hin oder her: Den Eisschwimmern und Zuschauern hat es gefallen. Sind Sie im nächsten Jahr wieder dabei, Frau Moorkamp? „Ja, definitiv!“