Mit dem Lebensmittelkontrolleur auf der Mendener Kirmes

Brunhilde Becker zeigt an ihrem Hot-Dog-Stand die Liste möglicher Allergene in den Produkten, die sie verkauft. Bei der Mendener Pfingstkirmes werden alle Imbissbuden-Betreiber überprüft.
Brunhilde Becker zeigt an ihrem Hot-Dog-Stand die Liste möglicher Allergene in den Produkten, die sie verkauft. Bei der Mendener Pfingstkirmes werden alle Imbissbuden-Betreiber überprüft.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Stefan Weth ist Lebensmittelkontrolleur. Er geht schon vor der Eröffnung der Mendener Pfingstkirmes über den Rummel und überprüft jeden der rund 80 Imbissstände. Wir haben Weth begleitet.

Menden.. Auch wenn seine Arbeit eher unbemerkt von den meisten Bürgern abläuft, ist sie umso wichtiger: Stefan Weth und seine Kollegen kümmern sich um die Sicherheit von Speisen und Getränken – auch auf der Kirmes.

Informationen über Allergene

Seit knapp einem halben Jahr müssen die Standbetreiber darüber informieren, in welchen ihrer Produkte die 14 häufigsten Allergene vorkommen – zum Beispiel Weizen, Senf, Eier und Fisch. „Bei Eiern in Senfsoße ist das relativ klar und muss auch nicht gesondert gekennzeichnet werden“, erklärt Stefan Weth. Aber ob ein Brötchen Weizen oder Roggen enthält, ist dann nicht für jeden Verbraucher auf den ersten Blick ersichtlich und muss deshalb deklariert werden.

Brunhilde Becker zeigt Stefan Weth die Schilder, die in ihrem Hot-Dog-Verkaufsstand auf Allergene und Zusatzstoffe hinweisen und zückt eine Kladde. Hier können Kunden nachschlagen, was in welchen Zutaten enthalten ist. „Das war im Vorfeld eine riesengroße Arbeit“, berichtet sie. Bei Fertigprodukten wie Ketchup können die Allergene von der Verpackung abgelesen werden, bei den Brötchen vom Bäcker allerdings „müssen wir nachfragen, welche Allergene enthalten sind“.

Stefan Weth ist zufrieden, weiß aber auch, dass nur in den seltensten Fällen tatsächlich mal ein Kunde nach der Liste möglicher Allergene fragt. „Die Leute, die eine Allergie haben, wissen in der Regel selbst am besten, was sie essen dürfen und was nicht“, erklärt auch Brunhilde Becker.

Zahl der Vorschriften nimmt zu

„Ziemlich viel Bürokratismus“, kommentiert denn auch Henner Brinkmann vom Kartoffelstand „Knolli“ die Vorschriften, die er und seine Kollegen einhalten müssen. Ähnlich sieht es auch Dirk Veenstra, der seit mehr als 40 Jahren Lebkuchenherzen und andere Süßigkeiten verkauft. Er hat im Laufe der Jahrzehnte beobachten können, wie die Zahl der Vorschriften, an die sich die Standbetreiber halten müssen, stetig gewachsen ist.

Schulmobil Stefan Weth kontrolliert die Hygiene, die Kühlbedingungen der Lebensmittel und auch, ob es geeignete Handwaschbecken mit fließend warmem und kaltem Wasser gibt. Überall glänzen die frisch geschrubbten Arbeitsflächen und Töpfe. Der Lebensmittelkontrolleur ist zufrieden mit den meisten Schaustellern, gibt lediglich hin und wieder einen kleinen Tipp, wo es noch Verbesserungspotenzial gäbe. „Das ist ein Vorteil für die Kunden auf der Kirmes: Wer hier isst, kann in jede Bude reingucken und sich selbst ein Bild machen“, erklärt Stefan Weth.

Für die Standbetreiber sind die Überprüfungen Routine. „Ich werde jede Woche kontrolliert“, sagt beispielsweise Marko Hensel, der auf der Pfingstkirmes einen Fisch- und einen Bratwurststand betreibt. Denn die Imbissstände auf Volksfesten werden weitaus häufiger kontrolliert als Gaststätten, die normalerweise nur einmal jährlich von der Lebensmittelüberwachung unter die Lupe genommen werden.

Standbetreiber sind "alle Profis"

Wenn abends der letzte Kunde gegangen ist, wird noch mindestens eine Stunde geputzt, berichtet Marko Hensel. Bei Marion Arens vom China-Imbiss Tam-Tam sind es sogar „zwei bis drei Stunden“. Und am nächsten Morgen beginnt der Arbeitstag wieder mit der Reinigung. Bei so viel Sorgfalt ist es also kein Wunder, dass Stefan Weth bislang noch keinen Stand schließen musste: „Das sind alles Profis“, lobt der Lebensmittelkontrolleur. Und die Standbetreiber wissen, was ihnen blüht, wenn Stefan Weth die rote Karte zückt: Im Extremfall könnte er nicht nur ein Verwarngeld zwischen 5 und 55 Euro verhängen, sondern auch den Imbissstand komplett schließen.