Mit ASB wäre bei Noteinsatz alles geblieben Aber am Krankenhaus Wimbern abgeblitzt
05.07.2007 | 01:55 Uhr 2007-07-05T01:55:36+0200Menden/Wickede. Der Arbeiter-Samariterbund Menden hätte gern und vergleichsweise kostengünstig das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in Wimbern betrieben. Sogar zu viel besseren Konditionen als jenen, die derzeit ein Privatunternehmen bietet.
Hätte das NEF-Angebot an Wochenenden im heimischen Raum wirklich aus wirtschaftlichen Gründen ausgedünnt werden müssen? (WP berichtete.) "Ja", sagte Christian Larisch, Kaufmännischer Direktor der Krankenhäuser im benachbarten Wimbern und Werl, zur geplanten Reduzierung auf wechselnd jeweils einen Standort an Wochenenden. "Ja", sagten ebenfalls die Verantwortlichen im Kreishaus Soest (siehe Presseerklärung auf Seite 5).
Wenn demnächst bei etwaigen Wochenend-Engpässen im Mendener Notdienst Hilfe nicht mehr aus Wimbern, sondern dann aus Werl herbeigerufen werden muss, hat Sebastian Kraatz dafür nur bedingt Verständnis. Der Mendener ASB-Chef ist zugleich Mitglied im ASB-Landesvorstand. Bereits vor Monaten hat er Larisch ein Angebot für Wimbern unterbreitet: "Ich hatte den Eindruck, man wollte uns von vornherein einfach nicht als Partner."
Kraatz hatte bei der Preiskalkulation zahlreiche Erfahrungswerte von ASB-Notdienstlern aus anderen Städten in NRW zu Grunde gelegt. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass eine große Hilfsorganisation deutlich anders (viel günstiger) kalkulieren kann, als Privatunternehmen es tun müssen.
"Wir können ja auf ehrenamtliche Kräfte zurückgreifen, die dennoch bestens ausgebildet sind. Für uns gilt keine Tarifbindung", ärgert sich Kraatz nicht einmal so sehr, dass der Mendener ASB keinen Zuschlag für Wimbern erhielt. "Ich hatte den Eindruck, dass überhaupt kein ernsthaftes Interesse bestand, uns als Anbieter mit ins Boot zu nehmen." Nach dem schriftlich vorgelegten ASB-Zahlenwerk sei keine für ihn erkennbare Reaktion seitens Larischs erfolgt. Bei späterer telefonischer Nachfrage habe es geheißen: "Wir wollen nicht."
Als Krankenhaus-Mitarbeiter von den Notdienst-Änderungen an Wochenenden erfahren hatten, wandten sie sich besorgt an die Öffentlichkeit. Aus ihrer Sicht ist die Notfallversorgung ab August problematisch. Dann wollen die Krankenhäuser Wickede-Wimbern und Werl an Wochenenden nur noch ein NEF für beide Städte vorhalten. Mehrere Mitarbeiter gegenüber der WP: "Die Sicherheit der Bevölkerung in weiten Teilen Wickedes sowie in Fröndenberg, Voßwinkel und Menden steht auf dem Spiel."
Nach zahlreichen Medienberichten scheint mittlerweile das letzte Wort doch noch nicht gesprochen zu sein.
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