Mercedes Benz in 60 bunten Farben

Start der Sauerland-Ausfahrt.
Start der Sauerland-Ausfahrt.
Foto: Tobias Schad

Menden..  In die 1970er Jahre zurückversetzt fühlten sich die Besucher des Rosier-Geländes an der Fröndenberger Straße am Samstagmorgen, als die Mitglieder des Mercedes-Benz-W-123-Clubs sich dort zu einer Ausfahrt ins Sauerland trafen. Ein Fahrzeug nach dem anderen kam auf das Gelände und wurde zuerst einmal von Peter Hansmann, dem Koordinator des Stammtisches Ruhrgebiet-Sauerland, der in Menden wohnt, fotografiert.

Die vielen unterschiedlichen Farben fielen sofort auf. „Damals lieferte Mercedes Benz dieses Modell in mehr als 60 Farben aus“, erläuterte der Mercedes-W-123-Fan die Farbenvielfalt der damaligen Zeit. 130 Fahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet waren gekommen, auch Gäste aus den Niederlanden und Belgien nahmen teil. Am damals unverwechselbaren Kühlergrill sah man viele emaillierte Schilder diverser Autoclubs angebracht, manches Fahrzeugheck schmückten noch zeittypische Aufkleber. Auf einer Heckscheibe stand „Abi ‘75“. Sollte der Fahrer damals schon am Steuer gesessen haben, dürfte er jetzt um die 60 Jahre alt sein.

Es gab lange Lieferzeiten

Während der Ankunft der Oldies besserte sich das Wetter. Die Wolken der Gewitternacht wichen schönem Ausflugswetter. Ein Fahrzeug nach dem anderen startete dann zu einer Sauerlandrundfahrt vorbei an den Stauseen der Region. Unterwegs hatten die Oldiefans verschiedene Aufgaben zu lösen. Auch für die Kinder gab es eine Wertungsprüfung. „So sind die Jüngsten unterwegs gut beschäftigt, und die Fahrt wird zum Erlebnis“, meinte der Organisator, der alle Fahrzeuge unbeschadet zurückerwartete. „Dieses Mercedes-Modell, W 123, war wohl das langlebigste. Es musste kaum in die Werkstatt und war unglaublich zuverlässig und begehrt“, schwärmt er. Heute nicht mehr vorstellbar, aber wahr: Es gab lange Lieferzeiten, mit den Kaufverträgen wurde sogar gehandelt, Aufpreise gezahlt, auch Jahreswagen kosteten ein kleines Vermögen.

Gelegenheit, eine Altstadtführung durch Menden mitzumachen, und die Luisenhütte, die Reckenhöhle oder den Wildwald in Vosswinkel zu besuchen, hatten die W-123-Liebhaber bereits am Freitag, dem Ankunftstag, der mit dem Internationalen W-123-Stammtisch in der Hubertus-Schützenhalle abgeschlossen wurde. „Wir wollten unseren Gästen die Gelegenheit bieten, unsere schöne Region einmal kennen zu lernen“, erläutert Peter Hansmann.

Gegen 15 Uhr kamen die ersten Fahrzeuge dann von der Rundfahrt zurück. Ausgestellte Oldtimer luden zum Verweilen und Bestaunen ein. Einen Teilemarkt hatte der Mercedes-W-123-Club an der Hubertus-Schützenhalle organisiert. Zum Feiern ging es am Abend in den Festsaal der Wilhelmshöhe.

Nach der Jahreshauptversammlung am Sonntagvormittag ging es auf die Heimreise. Manch orangener, gelber oder grüner Mercedes setzte einen poppigen Farbtupfer in das heutige grausilberne Einerlei auf der Autobahn, während der Stern auf der Motorhaube den Weg wies.