Mendens größter Frühjahrsputz

Menden..  Vom Kaffeegeschirr bis hin zum kompletten Fahrrad in der Hönne – die Funde, die die mehr als 1500 Beteiligten beim dritten „Mendener Frühjahrsputz“ am Wochenende machten, waren nicht selten kurioser Natur. Allem Abfall gemein war einzig, dass er wahllos an Stellen entsorgt worden war, die kaum dafür vorgesehen sind.

Um die gröbsten Verschmutzungen aus Büschen oder Bach- und Flussläufen zu beseitigen, waren manchmal Anstrengungen nicht zu vermeiden. Schüler, Azubis, Dorfgemeinschaften, politische Ortsverbände, Institutionen und Vereine packten im ganzen Stadtgebiet kräftig mit an. Viele waren dabei sogar an mehreren Tagen ausgerückt, um die Natur von Abfällen zu befreien.

Dazu gehörte auch die Schützenbruderschaft St. Hubertus Lürbke, die sich auch über die geplanten Sammelflächen hinaus ans Werk machte. Knapp 20 Schützenbrüder hatte der 1. Brudermeister, Reinhold Schulte, zur Teilnahme an der Aktion animieren können.

Kleintraktor im Einsatz

„Von der Schnapsflasche bis zum Campingtisch ist alles dabei“, sagt Schulte. Übergroße Funde und volle Müllsäcke wanderten direkt zur Entsorgung auf einen Kleintraktor, den die Schützen sogleich entlang der Bieberpromenade steuerten. Nur wenige hundert Meter weiter, im Naherholungsgebiet selbst, zeigten die Mitglieder des Fördervereins Freizeitzentrum Biebertal vollen Einsatz. „Regelmäßige Reinigungen des Areals finden ja auch sonst durch uns statt, seit wir 2011 das Gelände von der Stadt übernommen haben“, sagt der 1. Vorsitzende des Fördervereins, Peter Schäfer. Diesmal stand aber auf dem Programm, die Bereiche zu reinigen, die sonst eher übersehen werden.

Ein Vorhaben, das lohnenswert war, denn in den abgelegenen Ecken des Freizeitzentrums machten die Mitglieder auch seltsame Funde. Janine Richter kam beispielsweise gleich mit einer Kaffeetasse mitsamt Unterteller zurück, die sie in einem Gebüsch gefunden hatte. Zwei Container mit 1100 Liter Fassungsvermögen befüllten die Aktiven mehrfach mit ihren Funden. Neben dem Aufsammeln des Mülls hatte der Förderverein am Samstag auch vorgesehen, die Maulwurfhügel zu glätten, die überall auf den Wiesen des Geländes zu finden waren. „Die Hügel in diesem Jahr sind gewaltig. Aber anders als beim letzten Mal werden wir sie diesmal in Handarbeit verschwinden lassen“, so Schäfer.

Wahlwerbung eingesammelt

2014 war man noch mit größeren Gerätschaften angerückt, um der Hügel Herr zu werden, doch das stellte sich als wenig förderlich für die Vegetation heraus. Mit dem Bollerwagen an der Hand „grasten“ Mitglieder der Linkspartei den Bereich zwischen Ehrenmal und Schmelzwerk im Herzen der Stadt ab. Thomas Thiesmann und seine Genossen fischten unter anderem verwitterte Wahlkampfwerbung anderer Parteien aus der Hönne.

Eine Nummer zu groß für den Tatendrang der Lokalpolitiker war dann aber ein Fahrrad, das sich nicht aus dem Wasser ziehen ließ.