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Modellrechnung

Mendens Familien müssen 2013 viel mehr zahlen

31.12.2012 | 17:45 Uhr
Mendens Familien müssen 2013 viel mehr zahlen
Mendens Familien werden 2013 kräftig zur Kasse gebeten.Foto: Denise Ohms

Menden. Jetzt werden die Auswirkungen des großen Sparpakets erst wirklich deutlich. Die Mendener Durchschnitts-Familie Mustermann wird im Jahr 2013 so stark belastet wie noch nie in den acht Jahren, in denen die WP die Modellrechnung erstellt. Darunter verstehen wir alle Preise und Gebühren, über die Institutionen in Menden oder dem Märkischen Kreis entscheiden. Überregionales, wie steigende Benzinpreise, gehört nicht in unsere Rechnung. Die Frage lautet also: Wieviel mehr müssen Mustermanns an Menden-Kosten zahlen als noch im Vorjahr? Unsere Familie besteht aus vier Personen: Heiko und Anke Mustermann mit Sohn Peter, der eine Ausbildung in Hemer absolviert, und Tochter Silke, die noch in den Kindergarten geht. Die Mustermanns haben ein Haus mit Gasheizung, sind Stadtwerke-Kunden und haben Hund Bello. Heiko und Anke sind berufstätig, Heiko nutzt das Auto, Anke braucht wie Sohn Peter eine Bus-Monatskarte. Die Mustermanns legen Wert auf Sport, Bildung und Kultur.

Strom

Die Stadtwerke erhöhen vor allem wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes den Strompreis kräftig: Für 3500 Kilowattstunden zahlen Mustermanns statt 884 Euro stolze 1005 Euro. Macht 121 Euro mehr im Jahr (10,08 Euro im Monat).

Gas

Gas war 2012 noch Kostentreiber Nummer eins. Jetzt bleibt der Preis stabil. Für die 20.000 Kilowattstunden im Jahr müssen die Mustermanns weiter 1340 Euro berappen.

Wasser

Erstmals seit Jahren haben die Stadtwerke die Trinkwasserpreise erhöht. Für 125 Kubikmeter Wasser musste unsere Durchschnittsfamilie bislang 323,41 Euro zahlen, nun 382,26 Euro. Ein Plus von 58,85 Euro im Jahr (4,90 Euro im Monat).

Abwasser

Die Übersicht zeigt, wieviel mehr die Mendener Familie Mustermann zahlen muss.Foto: Denise ohms

Die Abwasserentsorgung wird im Gegenzug billiger. Für die 125 Kubikmeter Schmutzwasser mussten Mustermanns bislang 355 Euro bezahlen, jetzt nur noch 330 Euro. Und für das Niederschlagswasser waren bei 100 Quadratmeter versiegelter Fläche bislang 133,90 Euro fällig, jetzt nur noch 130 Euro. Zusammen eine Ersparnis von 28,90 Euro/Jahr (2,41 Euro/Monat).

Abfall

Der Preis für die Abfallentsorgung sinkt im dritten Jahr hintereinander – wenn auch marginal. Für die 120-Liter-Tonne müssen die Mustermanns nun 323,76 Euro im Jahr zahlen – 1,52 Euro weniger als im Jahr zuvor (0,13 Euro/Monat).

Kindertagesstätte

Kostentreiber Nummer 1 ist die 30-prozentige Erhöhung der Kita-Gebühren zum 1. August 2012. Und diese wäre sogar doppelt so hoch ausgefallen, wenn nicht die Grundsteuer B als Kompensation erhöht worden wäre. Diese Grundsteuer-Erhöhung – die Mustermanns selbst traf sie mit 14,20 Euro/Jahr – war bereits in unserer vergangenen Rechnung enthalten. Bei ihrem Einkommen mussten die Mustermanns bislang 199 Euro pro Monat für 45 Stunden Kita-Betreuung ihrer Tochter Silke zahlen, nun sind es 259 Euro. Ein Plus von 60 Euro im Monat und 720 Euro im Jahr.

Bücherei

Die Dorte-Hilleke-Bücherei musste nach zehn Jahren erstmals ihre Gebühren erhöhen. Durch den „Mendener Familienpass“ wird hier der Anstieg dank des 50-Prozent-Rabatts für Mustermanns abgemildert. Bislang musste die vierköpfige Familie für ihre ganzjährig geltenden Leseausweise 7,50 Euro zahlen, nun sind es 11 Euro. Also 3,50 Euro mehr pro Jahr (0,29 Euro/Monat).

Hallenbad

Der Familienpass nutzt den Mustermanns aber nichts im Hallenbad. Mustermanns kaufen immer die 12-er-Karte für Familien. Hier gibt es aber keinen Rabatt. Bislang waren für die 12-er-Karte 60 Euro fällig, nun sind es 80 Euro. Ein Plus von 20 Euro im Jahr (1,67 Euro/Monat).

Sportverein

Die Mustermanns sind begeisterte Handballer. Doch wegen der neuen Hallennutzungsgebühren hat ihr Handballverein die Mitgliedsbeiträge erhöhen müssen. Bislang zahlten sie 132 Euro für die ganze Familie, nun sind es 168 Euro. Ein Plus von 36 Euro im Jahr (3 Euro/Monat).

Bus-Ticket

Die MVG hat die Preise erhöht. Heike braucht ein Monatsticket für das Mendener Stadtgebiet: Statt 50,40 Euro muss sie 52,50 bezahlen, Sohn Peter muss nach Hemer fahren. Hier kostet das Monatsticket statt bislang 56,80 Euro nun 58,50 Euro. Macht Mehrkosten von 45,60 Euro im Jahr (3,80 Euro/Monat).

Nicht erhöht:

Konstant bleiben die Hundesteuer und die VHS-Gebühren. Die angedachte Erhöhung der Gebühren für die Musikschule konnte abgewandt werden. Die Parkgebühren wurden zwar erhöht - unsere Mustermanns parken aber sehr selten in der Stadt.

Gesamtrechnung

Unterm Strich steigen die Menden-Kosten für die Durchschnittsfamilie um stolze 974,53 Euro im Jahr (81,20 Euro/Monat). Zum Vergleich: Den bislang höchsten Anstieg in der WP-Musterrechnung gab es 2006 mit „nur“ 360 Euro. In den acht Jahren unserer Rechnung haben sich die Menden-Kosten damit um 2086,83 Euro verteuert.

Michael Koch



Kommentare
02.01.2013
10:04
Mendens Familien müssen 2013 viel mehr zahlen
von feder24 | #3

Zitat aus Bericht:

....vor allem wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes den Strompreis kräftig: Für 3500 Kilowattstunden zahlen Mustermanns statt 884 Euro stolze 1005 Euro. Macht 121 Euro mehr im Jahr (10,08 Euro im Monat).

Da hat der Herr Trittin, der Bundesvizekanzler werden will, sich in seinen EEG Ankündigungen nur um einen Faktor 10 verrechnet.

01.01.2013
19:43
Korrektur
von bearny67 | #2

ich reiche ein "m" nach. Immerhin, ne?

01.01.2013
19:42
Kompensation
von bearny67 | #1

Imerhin werden die Löhne und Gehälter in 2013 um mindestens 15% steigen, wodurch die Preiserhöhungen wieder kompensiert werden.
Leider aber wohl nur, wenn es eine Inflation wie 1923 gibt...

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