Mendener wegen Diebstahl und Hehlerei angeklagt

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Menden.. Diebesgut in einem Wert von mehreren Tausend Euro wurde in einer Garage in Menden von der Polizei im September sichergestellt. Der Besitzer der Garage stand nun vor Gericht. Er ist aber nur einer von fünf jungen Männern, die über ein halbes Jahr lang regelmäßig auf Raubzug gegangen sind.

Die ganze Bandbreite an Baumaschinen wurde im Umkreis von Menden von ihnen geklaut: Kettensägen, Schweißgeräte, Bohrmaschinen, Tauchpumpen, ein Radlader und weitere Werkzeuge. Auch Metall gehörte zu dem Diebesgut. „Wirklich gezielt war es aber nie“, sagte der 22-jährige Angeklagte, der vor Gericht ein volles Geständnis ablegte, „meistens waren es spontane Aktionen.“ Insgesamt war der Mendener in 18 Fällen angeklagt.

Unter den Beklauten war zum Beispiel ein heimischer Hersteller von Industrieverpackungen, dem Flachbildschirme, Schweißgeräte, Fräsmaschinen und andere Kleingeräte gestohlen wurden, sowie der Stadtforst Menden, der einen Sachschaden von 17 000 Euro hinnehmen musste, weil die Diebesclique 24 Motorsägen klaute. Auch eine Baufirma war unter den Geschädigten. Außerdem entwendeten die Jugendlichen Maschinen von diversen Baustellen in Menden und Umgebung und brachen in private Gartenhütten ein.

Nicht bei allen Einbrüchen war der Angeklagte direkt beteiligt. Nach eigener Aussage hatte er häufig nur beim Abtransport geholfen und sich später um den Verkauf per Internet kümmerte. Außerdem stellte er seine Garage als Lager für das Diebesgut zur Verfügung. „Auch wenn Sie nicht jedes mal mit vor Ort waren, macht es die Sache nicht besser“, sagte Richter Hennemann zu dem Angeklagten, „Sie haben sich trotzdem durch Mittäterschaft und Hehlerei strafbar gemacht. Außerdem haben Sie gewerbsmäßig mit der Beute gehandelt.“

Ein Mittäter und Freund des Angeklagten war in einem früheren Verfahren bereits zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte gestern kam glimpflicher davon: Zwei Jahre Freiheitsstrafe, aber ausgesetzt zur Bewährung.

Richter, Verteidiger und Staatsanwalt hatten zuvor darüber diskutiert, ob in diesem Fall noch Jugendstrafrecht angewandt werden konnte. Der Richter entschied sich dafür und schloss sich damit dem Plädoyer des Staatsanwaltes an. Die Taten seien zwar nicht jugendtypisch, aber aus einer „Cliquendynamik“ heraus entstanden. Die Jugendgerichtshelferin sprach auch von einer „Reifeverzögerung“ bei dem Angeklagten.

Positiv wurde dem 22-Jährigen sein Geständnis ausgelegt sowie seine aktuelle Situation mit einem festen Ausbildungsplatz. Negativ bewertete der Richter hingegen die Vielzahl an Taten über einen längeren Zeitraum - von Mai bis September - und die Vorstrafen. „Das zeugt von einer hohen kriminellen Energie“, so Richter Hennemann.

Die Strafe ist für drei Jahre auf Bewährung aufgesetzt. Außerdem muss der 22-jährige Mendener innerhalb des nächsten Jahres 200 Sozialstunden leisten.