Mendener Stadt-Mitarbeiter sorgt mit Abschieds-E-Mail für Wirbel
09.04.2012 | 18:01 Uhr 2012-04-09T18:01:00+0200
Menden. Eine Abschieds-E-Mail in den Ruhestand sorgt für Gesprächsstoff im Mendener Rathaus: Ein städtischer Verwaltungsangestellter hat an hunderte Kollegen geschrieben, dass er die vergangenen 14 Jahre im Grunde keine Aufgaben gehabt habe, weil ihm diese entzogen worden seien. Trotzdem habe er aber 745.000 Euro an Bezügen erhalten. Bürgermeister Volker Fleige reagierte sauer.
Eine E-Mail zum Abschied in den Ruhestand sorgt für reichlich Gesprächsstoff im Rathaus: Ein städtischer Verwaltungsangestellter hat an mehrere hundert Kollegen geschrieben, dass er die vergangenen 14 Jahre quasi keine Aufgaben gehabt habe, weil ihm diese konsequent entzogen worden seien. Trotzdem habe er aber 745.000 Euro an Bezügen erhalten. Bürgermeister Volker Fleige reagierte in einer Rund-Mail an alle Mitarbeiter und die Fraktionsvorsitzenden im Rat mit „Unverständnis und einer gehörigen Portion Zorn“.
Der Angestellte, der seit 1974 in Diensten der Stadt steht und im März seinen 65. Geburtstag gefeiert hatte, will dagegen kein weiteres Öl ins Feuer gießen. Zur WP sagte er: „Ich möchte mich nicht weiter äußern. Die Mail war auch nicht für die Medien-Öffentlichkeit bestimmt.“
Doch da ist sie längst gelandet: Da sie an mehr als 500 Bedienstete der Stadtverwaltung gegangen war, hat sie ihren Weg ins Internet gefunden. Und dort wird sie bereits heftig unter dem Tenor diskutiert, ob die Verwaltung so schlecht organisiert sei, dass dort noch mehr Mitarbeiter gar keine Aufgaben hätten.
"Seit 1998 war ich nur anwesend; aber nicht da. So gehe ich also bestens vorbereitet in den Ruhestand."
Der Vermessungs-Ingenieur jedenfalls erhebt in seinem Fall schwere Vorwürfe. Systematisch seien ihm seit 1998 im Bau-Fachbereich Aufgaben entzogen worden. Stattdessen seien Parallelstrukturen geschaffen und sogar ein Mitarbeiter neu eingestellt worden. Unbrauchbare Hard- und Software sei entgegen seines Rats angeschafft worden. Zudem habe er bereits 2008 ein System vorgeschlagen, mit dem man zum Beispiel die Straßenbeleuchtung systematisch habe katalogisieren könne. Gerade diese nicht vorhandene Katalogisierung soll jetzt nachgeholt werden, um danach erst mit der Sanierung der maroden Straßenbeleuchtung starten zu können.
Der 65-Jährige führt dies alles vor allem auf persönliche Animositäten mit dem früheren Bau-Fachbereichsleiter zurück. Diesen kritisiert er mit heftigen Worten. Frank und frei schreibt er auch: „Selbstverständlich habe ich die von mir nicht zu verantwortenden Freiräume nach Gutdünken sinnvoll genutzt. Fazit: Seit 1998 war ich nur anwesend; aber nicht da. So gehe ich also bestens vorbereitet in den Ruhestand – Adieu.“
Sanktionen gegen den Ruheständler wird es nach der Aktion nicht geben
Trotz der Deutlichkeit der Worte des Vermessungsingenieurs hinterlässt sein Schreiben einige Ratlosigkeit im Rathaus. Nach WP-Informationen, die der 65-Jährige auch bestätigt, hatte er sich mit seiner Kritik in all den Jahren nie hilfesuchend an den Personalrat gewandt. Zudem war der von ihm so heftig kritisierte Fachbereichsleiter vor zweieinhalb Jahren auf einen anderen Posten gewechselt. An den neuen Vorgesetzten hatte er sich aber nicht gewandt.
In einem Rundschreiben reagiert Bürgermeister Fleige . Die Abschiedsworte zeugten „von über Jahre aufgestautem Frust“, Kollegen und Vorgesetzte würden diffamiert. Das Schreiben lasse „jegliche Form von Fairness und Anstand“ vermissen. Gegenüber der WP formulierte es Fleige etwas zurückhaltender: „Ich finde das Verhalten charakterlich sehr bedenklich.“ Spätestens mit dem Wechsel im Bürgermeister-Amt 2009 habe der Mitarbeiter doch die Möglichkeit gehabt, eine Veränderung herbeizuführen.
Sanktionen gegen den Ruheständler wird es aber trotz der Angriffe wohl nicht geben. Das habe eine Prüfung ergeben, so Fleige. Ob die Stelle des Vermessungs-Ingenieurs tatsächlich überflüssig war, wird wohl eine offene Frage bleiben. Derzeit gilt ohnehin eine Wiederbesetzungssperre. Da die Verwaltung im Zuge des Sparpakets Personal abbauen muss, wird auch hier über eine Umorganisation des gesamten Bereichs nachgedacht. Die politische Diskussion um eine „Aufgabenkritik“ für die Verwaltung wird das Thema aber sicher beflügeln.
17:51
da haben sich die überschlauen schwarzen ins eigene fleisch geschnitten in menden regiert die C D U und dass ist ihr fall
14:47
"Bürgermeister Volker Fleige reagierte sauer."
Wer hat diese Lachnummer = "Bürger"meister eigentlich gewählt?
die verantwortung liegt an den CDU vorgängern du schlaumeier
Herr marwang, schlichte Lüge. Herr Fleige ist seit 2 1/2 "Bürger"meister und damit verantwortlich. Derartige Zustände können in 3 Monaten abgestellt werden.
manfredem du schlaumeier wieviel jahre hat der C D U bürgermeister geschlafen lüge geht an dich
15:02
Wirklich schön an der Sache ist, dass der Mann (nur) Angestellter und nicht Beamter war. Er bezieht jetzt seine Ruhestandsbezüge (= gesetzliche Rente) von der DRV Bund in Berlin und da kann kein Mendener Bürgermeister heran. Anders sähe es im Falle eines pensionierten Beamten aus. Da liefe dann bestimmt schon ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Aberkennung des Ruhegehalts nach dem Landesdisziplinargesetz. Wahrscheinlich – da die Hürden hierzu sehr hoch sind – käme er als pensionierter Beamter auch hier mit einem blauen Auge davon. Allerdings bin ich mir da nicht ganz sicher, da das „Vergehen“ dann in seine aktive Zeit fiele.
Diese Spekulation ist aber müßig, wie gesagt: Er war zum Glück Angestellter.
Es hat also doch Vorteile, nicht den Beamtenstatus zu haben ….
18:23
So läuft das nicht nur bei der Stadt , bei der Telekom werden die Beamten genauso behandelt.
17:56
Schade, die Mendener haben solch einen BM nicht verdient.Eine Lachnummer
16:59
Ich finde es gut, dass diese Abschiedsmail an die Öffentlichkeit gekommen ist.
Warum sollen die Menschen nicht wissen, was mit Ihren Steuergeldern passiert.
Schade nur, dass es seit Jahren keiner bemerkt haben will. und noch mehr schade ist, dass der Bürgermeister so reagiert hat.
12:51
Ich bin sehr dankbar, dass dieser Mitarbeiter mal ausgesprochen hat, was läuft.
Nicht nur, dass man im öffentlichen Dienst Leuten Arbeit wegnimmt, nein, man stellt Leute ein, ohne Arbeit für sie zu haben. Dort arbeiten haufenweise unausgelastete gelangweilte Mitarbeiter. Das trifft nicht nur auf Stadtverwaltungen zu, nein, dass gibt es in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes, Polizei, Justiz, Landesverwaltung...
Wenn man fleissig sein will und keine Möglichkeit dazu bekommt, ist man so frustriert wie der Mendener Kollege. Die wenigsten sind faul geboren. Sie werden durch das System faul gemacht. Egal, ob jemand Zufriedenheit im Job verspürt. Und diese Seifenblasen von angeblichen Mitarbeitergesprächen, wo jemand seine Unzufriedenheit kundtun kann, kann ich auch nicht mehr hören. Das interessiert doch keinen.
Und den Gewerkschaften ist es doch egal, wenn auf STeuerzahlergeld Leute ohne Ende eingestellt werden, ohne dass man Arbeit für sie hat.
Nee, es stinkt alles zum Himmel.
09:16
Warum man den Mitarbeiter an den Pranger stellt, verstehe ich nicht. Solche Fälle kenne ich dutzendweise, nicht nur in der Verwaltung, auch in der Wirtschaft.
Mißliebige Mitarbeiter werden entweder durch zu viel oder - noch effektiver - durch zu wenig oder gar keine Arbeitszuweisung kalt gestellt. Weil diese Mitarbeiter nicht zur Seilschaft gehören oder nicht "cool" sind oder nicht demütig genug sind oder klüger als der Chef oder alt oder zu korrekt ..... Gründe gibt es zu Hauf. Lieber neue Mitarbeiter einstellen als mit unliebsamen Mitarbeitern zusammenzuarbeiten. Keiner fängt frustriert an, aber im Laufe der Zeit kann man leicht dazu werden.
Die innere Verweigerung ist bei frustierten Mitarbeitern durchaus ein ungelöstes Problem ihrer Chefs, die sie mit fremder Tätigkeit überfordern oder anerkennende Arbeit auslassen. Ziel kann nur sein, offen im persönlichen Dialog Motivation aufzubauen und regelmäßig zuzuhören!
17:43
Selbst die "welt-online" berichtet davon:
http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article106169081/Mann-erhielt-745-000-Euro-fuer-14-Jahre-Nichtstun.html
10:48
Die Äusserungen des sog. "Bürger"meisters Fleige sind an Dummheit nicht zu überbieten. Wenn der Herr Fleige nichts von diesen Vorfällen mitbekommen haben will, dann ist er entweder unfähig sein Amt auszuüben oder seine Aussage ist eine Lüge.
Herr Fleige hätte sich schon vor seiner Wahl zum "Bürger"meister informieren und danach durchgreifen müssen.