Mendener Restaurant kassiert zwei Euro für Essensreste

Himalaya: chinesisches Restaurant an der Fröndenberger Straße in Menden.
Himalaya: chinesisches Restaurant an der Fröndenberger Straße in Menden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Restaurant aus Menden sorgt für Diskussionen: Lassen Buffet-Gäste mehr als 100 Gramm Essen auf dem Teller zurück, müssen sie zwei Euro zahlen.

Menden.. Eine Diskussion tobt in den sozialen Netzwerken im Internet. Vor allem auf Facebook begegnen Nutzer immer wieder einem abfotografierten Hinweis, der seit einigen Tagen im Mendener Restaurant Himalaya aushängt. Darauf zu lesen ist, dass das asiatische Gasthaus an der Fröndenberger Straße keine Essenreste mehr auf den Tellern toleriere. Beim Buffet dürfen die Gäste gegen einen Festpreis so viel essen, wie sie möchten. Wer allerdings nicht aufisst und mehr als 100 Gramm auf dem Teller lässt, muss blechen. Das Restaurant verlangt zwei Euro Strafe. Für Verbraucherschützer und Gastronomie-Experten ist das Vorgehen neu.

Weder bei der Verbraucherzentrale NRW, noch in der deutschen Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE, habe man eine solche Praktik schon einmal mitbekommen. Die Experten sind sich unsicher, ob das Vorgehen rechtlich in Ordnung ist.

Ähnlicher Fall in Wesel

Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale in Düsseldorf sagt, sie habe den polarisierenden Sachverhalt „so noch nie gehört“ und glaubt, dass es „unwahrscheinlich ist, dass es eine gesetzliche Regelung gibt“. Hans-Herman Schmid-Georg, Berater bei der DGE, ist derselben Meinung. „Ich denke, man darf es, es steht nirgendwo, dass man es nicht darf“, so der Sachverständige.

Bekannt ist der Sachverhalt allerdings beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, kurz Dehoga – allerdings auch nur aufgrund zweier Fälle. Neben dem Restaurant in Menden verlange laut Presssprecher Thorsten Hellwig auch ein Gasthaus in Wesel eben jenen Aufpreis. Als Gründe nennt der Verbandssprecher die fehlende Wertschätzung für Lebensmittel und hohe Entsorgungskosten, die in der Branche mit Essenresten verbunden seien.

WP-Leser kritisieren bei Facebook, dass es ja kaum noch möglich sei, unbekannte Speisen zu probieren. Hellwig hält dagegen: Die Kunden können die Probiermengen auch so klein halten, dass Reste gar nicht erst enstehen.

Restaurantbetreiber schweigt

Die Meinungen zum Mendener Fall gehen weit auseinader: Ernährungsberater Schmid-Georg vermutet ein Anreizsystem für Gäste. Sie sollten wirklich nur das zu nehmen, was sie auch tatsächlich essen. Er vergleicht die Handhabe mit dem Umgang in Kindergärten oder „bei Oma zuhause“, wo die Kinder angeleitet werden, ihren Teller auch leerzuessen.

Bringt die Regelung dem Restaurant eher Sympathien oder Gegenwind? Graf und Schmid-Georg verweisen dabei auf die Beziehung von Gastwirt und Kunden: Es sei eine Frage der Darstellung durch den Betreiber und der Akzeptanz der Gäste. Dann zeige sich von alleine, ob sich der Trend durchsetze.

Der Restaurantbetreiber des Himalaya, Donghai Zhao, mochte sich auf Nachfrage der WP nicht zu den Gründen für die ungewöhnliche Maßnahme äußern.