Mendener Ratsherren pöbeln bei Facebook und auf Partei-Seite

Mirko Kruschinski (SPD) in einer Sitzung des Stadtrates Menden im Ratssaal im Rathaus Menden.
Mirko Kruschinski (SPD) in einer Sitzung des Stadtrates Menden im Ratssaal im Rathaus Menden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im Internet ist eine Dauerfehde zwischen zwei SPD-Ratsherren und Anhängern der SPD-Abspaltung USF eskaliert. Ratsherr Mirko Kruschinski (SPD) beleidigte seinen ehemaligen Parteifreund Eugen Heinrich (USF) als „der gescheiterte Wicht“. Auch die USF-Vertreter sind mit ihrer Wortwahl nicht gerade zurückhaltend.

Menden.. Kruschinski knöpft sich auf der Facebook-Seite der USF öffentlich Eugen Heinrich vor: „Wie ein verletztes Tier wütet und kläfft die letzte tragische Figur der USF herum“, schreibt Kruschinski und holt weiter gegen Heinrich aus: „Verlassen auch von den letzten Fehlgeleiteten, die irgendwann merkten, dass der Fraktionschef nicht nur die anderen bespuckt, sondern die eigene Fraktion bepisst und belügt.“

Kein konkreter Anlass erkennbar

Einen erkennbaren und konkreten Anlass für die Eskalation scheint es nicht zu geben. Bekannt ist, dass alle Beteiligten im Internet regelmäßig ihren Gedanken freien Lauf lassen. Die USF nimmt auf ihrer Internet- und Facebook-Seite fast täglich Bürgermeister Volker Fleige (aus Sicht vieler Betrachter „unter der Gürtellinie“) aufs Korn.

Jüngstes Werk ist eine Karikatur, bei der das Stadtoberhaupt mit einem Radiergummi ausradiert wird. Die USF bezeichnet Fleige als „Herrgöttchen von Menden“ und SPD-Fraktionschef Friedhelm Peters als dessen „Wadenbeißer“.

In der Fehde mischt auch SPD-Mann Sebastian Meisterjahn mit. Er nimmt sich Heinrich und sein „ewiges Rumgeheule und depressives Gehabe“ vor: „Herr Heinrich, watt ist denn mal mit Aufhören? (...) Nutzen Sie Ihre Zeit zum Gärtnern oder kaufen Sie sich Haustiere. Man ey.“

Gegenwehr auf Homepage

Die USF schlägt gegen das „Gebölke von Meisterjahn“ via Homepage zurück: „Noch nicht einmal einen Wortbeitrag hat es bisher von Meisterjahn gegeben. Wir reden nicht von Imbissbuden, so dass dieses politische Würstchen mitreden könnte.“

Kreuztracht Auf Nachfrage zeigt sich Ruheständler Eugen Heinrich dann deutlich wortkarger. Er wolle sich nicht zu der Sache äußern. Banker Sebastian Meisterjahn hält die Auseinandersetzung mit Heinrich für erledigt. Auf eine Entschuldigung lege wohl keiner der beiden Wert. „Ich finde nicht, dass es ehrabschneidend war.“ Ob er sich mit seinen Äußerungen im Netz nicht besser zurückhalten sollte? „Der Bumerang kommt gerne zurück. Leider wird gerade Ironie oft nicht verstanden, wenn es geschrieben dasteht.“ Versicherungsmakler Kruschinski („Ein gutes Beratungsgespräch ist durch nichts zu ersetzen ...“) war für die Redaktion nicht erreichbar.