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Bußgeld

Mendener parkt in Holland falsch - und soll 680 Euro zahlen

16.07.2012 | 07:00 Uhr
Mendener parkt in Holland falsch - und soll 680 Euro zahlen
Falsch parken ist in Deutschland schon teuer. Eine Mendener erlebte in Venlo sein blaues Wunder.

Menden.   Bei einem Ausflug nach Venlo hat ein Mendener aus Versehen auf einem Behindertenparkplatz geparkt. Das könnte ihn jetzt bis zu 680 Euro kosten. Denn beim Falschparken verstehen die Niederländer keinen Spaß. Der Anwalt des Mendeners will diesen Fall jetzt rechtlich zur europäischen Grundsatzfrage machen.

Der Mendener Markus B. (Name geändert) steht absolut nicht im Rufe ein Verkehrsrowdy zu sein. Dass er bei einem Tagesausflug nach Venlo (Niederlande) versehentlich seinen Wagen auf einem Behindertenparkplatz stellte, könnte ihn mittlerweile 680 Euro kosten. Sein Anwalt ist der Verkehrsrechtler Martin Schunck. Er möchte diesen Fall rechtlich zur europäischen Grundsatzfrage machen.

Ausgangspunkt: Der Wagen wurde auf einem Behindertenparkplatz abgestellt. „Ich hatte die kleinen Schilder einfach übersehen, sonst hätte ich nie und nimmer meinen Wagen an dem Ort abgestellt“, räumte der Mendener im Nachgang gegenüber seinem Anwalt ein.

Was vielfach in Deutschland weniger bekannt ist: Falschparker auf Plätzen, die für Behinderte vorgesehen sind, werden im Nachbarland empfindlich bestraft . Martin Schunck: „Das sind gleich mal 346 Euro fällig. In Deutschland wäre alles mit 35 Euro erledigt gewesen.“

Säumnisgebühr und Mahnung verdoppelt den Bußgeldbetrag

Für den betroffenen Mendener kam es indes noch deutlich schlimmer. Weil er sich zum Zeitpunkt des Deliktes noch auf der sicheren Seite wähnte, machte ihn ein an ihn gerichtetes Schreiben aus dem Nachbarland nicht stutzig. Er hielt es für Werbung, weil er ja auch eingekauft hatte, und hakte die Sache ab. Dann jedoch kam ein zweites Schreiben, das der Mendener dann doch öffnete. Samt Versäumnisgebühr betrug der zu zahlende Betrag bereits 510 Euro. Der heimische Falschparker hatte daraufhin umgehend Martin Schunck eingeschaltet. Nur wenige Tage später traf eine weitere Mahnung ein. Nunmehr sollte der Mendener 680 Euro berappen.

Markus B. ist sich seines Fehlverhaltens bewusst. Er hofft jedoch gemeinsam mit seinem Anwalt, dass die zu zahlende Summe auf den Anfangsbetrag von 346 Euro sinkt.

Einfach nicht zahlen ist keine Option

Martin Schunck seinerseits appelliert an alle Mendener, sich bei Reisen ins Ausland sorgfältig kundig zu machen, was bei Verkehrsvergehen droht. Seine Warnung: „Ganz schlecht beraten sind diejenigen, die sich beispielsweise gegenüber den Behörden in Holland ganz vor dem Bezahlen drücken.“ Wer als säumiger Zahler blauäugig erneut in die Niederlande fährt, muss mit harten Vollstreckungsmaßnahmen rechnen. Martin Schunck: „Hat dann jemand nicht genügend Geld und keine Kreditkarte bei sich, wird er ohne seinen Wagen heimkehren. Der wird prompt aus dem Verkehr gezogen. Dafür gibt es viele Beispiele.“

Der heimische Verkehrsrechtler prüft derzeit, ob der vorliegende Fall grundsätzliche Aspekte europäischen Rechts beinhaltet. „Es wird so vieles in der EU harmonisiert. Kann es dann angehen, dass für ein und dasselbe Verkehrsvergehen in den Niederlanden zehnmal mehr gezahlt werden muss als in Deutschland?“ Und damit wäre das Thema Säumnisgebühren noch nicht einmal berührt.

Heinz-Jürgen Czerwinski

Kommentare
18.07.2012
00:17
Mendener parkt in Holland falsch - und soll 680 Euro zahlen
von Karl-Napp | #14

Man merkt es:
Das Sommerloch lässt grüßen.
Wen interessiert überhaupt solch ein Schwachsinn? Der hätte gleich abgeschleppt werden müssen, dann wäre...
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2012-07-16 07:00
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