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Islam

Mendener Moslems pilgern in ihre heilige Stadt

22.11.2008 | 11:00 Uhr
Mendener Moslems pilgern in ihre heilige Stadt

Menden. Für einen Moslem ist es eine der großen Lebensaufgaben: einmal nach Mekka pilgern. „Alle, die da waren, sagen, das war wie der jüngste Tag für mich”, schildert Hacer Sepetci, Integrationsbeauftragte von Mendens türkisch-islamischer Gemeinde.

Sie will schon bald selber fahren, doch gestern machten sich erst mal acht andere Mendener Muslime auf den Weg in das ihnen heilige Land.

Alle Pilger sind ganz in weiß gekleidet — als Symbol der Reinheit. Drei Ehepaare sowie eine Mutter und ihr Sohn verlassen die Räume an der Moschee an der Grimmestraße. Der Hoca spricht für die Muslime ein Gebet. Sie sollen heil hin und wieder zurückkommen, heißt es darin sinngemäß. Als sich der Bulli mit den Pilgern in Bewegung setzt, schießen Wasserspritzer wie eine nicht geistliche Weihung durch die Luft. „Das ist ein türkisches Ritual”, erklärt Sepetci. Tränen fließen bei den Frauen. Für 28 Tage lassen sie ihre Familien in Menden zurück.

Abschiedsgebet des Hocas vor der Abfahrt: Die türkisch-islamische Gemeinde betete für ihre Glaubensbrüder- und schwestern. Fotos: Martina Dinslage

Der Koran schreibt eine Pilgerreise im Leben nach Mekka vor, die heiligste Stadt der Moslems. Darin ist sie neben dem Bekenntnis zu Gott (Allah), dem Fasten, fünf Mal Beten am Tag und Almosen den Armen zu geben (2,5 Prozent des Vermögens), die Pflicht eines jeden Moslems.

„Alle, die da waren, sagen, das war wie der jüngste Tag für mich.” Hacer Sepetci

Die Reise dient dazu, sich intensiv mit sich und seiner Beziehung zu Gott auseinanderzusetzen. Muslime gehen dabei nicht wie im Christentum auf Wanderschaft, sondern bleiben ausschließlich an dem heiligen Ort. „Viele beschreiben es wie eine Wiedergeburt”, erzählt Sepetci, aber was genau in Mekka vor sich geht, weiß nur der Betreffende selbst. „Dazu muss man sich auf jeden Fall bereit fühlen.” Sowohl in religiöser als auch finanzieller Hinsicht. Die Reise sei sehr kostenträchtig.

Abschiedsszenen vor der Moschee an der Grimmestraße mit viel Tränen: Die Pilger verlassen ihre Familien für 28 Tage.

Für die Reise bedarf es einer langfristigen Planung. Nach dem Ramadan müssen sich die Moslems bereits für das nächste Jahr anmelden. Die Plätze dazu vergibt die DiTiB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, einem Organ zur Regelung türkischer Angelegenheiten auf deutschem Boden. Wegen der Fülle an Plätzen für Moslems aus Deutschlands kämen aber in der Regel alle mit.

Die Gruppe fliegt von Frankfurt aus. Nach der Landung trennt sich die Gruppe vorerst. Ein Teil fährt nach Medina, der andere direkt nach Mekka. Zum Opferfest, einem der höchsten Tage im Islam, am 7. Dezember kommen alle in Mekka wieder zusammen.

Tobias Patzkowsky

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