Mendener leben gern in ihrer Stadt

Menden..  Die meisten Mendener leben gern in ihrer Stadt. 81 Prozent aller Befragten im WP-Bürgerbarometer nannten in einer Fünfer-Skala zwischen „sehr gerne“ und „sehr ungern“ die ersten beiden Säulen: Mit 47 Prozent sagt fast die Hälfte der Bevölkerung in der repräsentativen Umfrage, dass sie „sehr gerne“ hier lebt, „gern“ sind immerhin noch 37 Prozent Mendener Bürger. Immerhin 13 Prozent wählten den Mittelwert 3, eher ungern leben vier Prozent aller Mendener hier, und knapp ein Prozent würde am liebsten wohl sofort wegziehen.

Aber Vorsicht: Wer das für ein hervorragendes Ergebnis hält, sollte der Kommunikationswissenschaftlerin Sabine Lauderbach (Universität Duisburg/Essen) gut zuhören. Denn in einem Vergleich mit den Durchschnittswerten aus 15 anderen Städten liegt Menden in dieser Zufriedenheitsskala im unteren Mittelfeld. Ein Durchschnittswert, der schlechter liegt als 2, kommt unter den Demoskopen für die betreffende Stadt schon einer Klatsche gleich. Menden liegt bei 1,76 Punkten. Führend in der Vergleichsskala der Uni sind Düsseldorf, Kleve und Rheinberg, die um die 1,5er-Marke liegen.

Guthoff: „Bei den Jungen aufholen“

Außerdem: Mit Abstand am schlechtesten fühlen sich in Menden die jungen Leute zwischen 14 und 19 Jahren. Als einzige Gruppe liegen sie bei „sehr gern“ und „gern“ unter 70 Prozent. In den fünf folgenden Altersgruppen gibt nur jeder Fünfte an, unentschieden oder unzufrieden mit dem Leben in Menden zu sein. Die Gruppe der über 70-Jährigen lebt indes am liebsten von allen in Menden: 69 Prozent sagen „sehr gerne“, der absolute Spitzenwert. Weitere 22 Prozent erklären, gern in Menden zu leben. Macht 91 Prozent Zufriedenheit.

Für die Analystin Sabine Lauderbach ist das Stadt-Ergebnis insgesamt noch recht gut, „das ist keine Klatsche, aber es gibt eben noch deutlich bessere Werte in anderen Städten“. Zur höheren Zufriedenheit der Älteren sagt sie: „Das ist eine Generation, die in jungen Jahren nicht so mobil sein konnte wie die späteren und die deshalb typischerweise stärker an ihrer Heimatstadt hängt.“ Wenn aber die Bevölkerung immer weiter altert, kann es dann auch gut sein für eine Stadt, dass Ältere sich hier besonders wohl fühlen? „Wenn ich als Marke einen hohen Anteil älterer Stammkunden habe, ist das dann eher gut oder eher schlecht?“, fragt die Wissenschaftlerin zurück. Für die Stadt sei es wichtig, für möglichst jede Altersgruppe attraktiv zu sein.

Keinen Grund zum Zurücklehnen sieht denn auch der Mendener Stadtmarketing-Beauftragte Josef Guthoff in dem Ergebnis: „Wir müssen bei den Jungen aufholen, das wissen wir.“

„Menden karibisch“ als ein Schritt

Ein Schritt in diese Richtung sei die jüngste Veranstaltung „Menden karibisch“ gewesen, die sich mit tonnenweise Sand, Outdoor-Spielmöglichkeiten und Strandliegen auf dem Rathausplatz vor allem an diese Zielgruppe gerichtet habe. „Dahin kann es noch stärker gehen. Die vielen Veranstaltungen sind ja ein Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt“, sagte Guthoff. Deren Markenkern sei und bleibe die Familienstadt: „Dafür ist unsere Größe toll, und die Lage sowieso.“

Das Gesamtergebnis nehme er grundsätzlich positiv auf: „Das zeigt viel Verbundenheit und passt zum ersten Barometer-Ergebnis.“