Mendener Kirche verliert viele Gläubige
10.02.2011 | 18:13 Uhr 2011-02-10T18:13:00+0100
Menden. Sogar im erzkatholischen Menden verliert die katholische Kirche immer mehr Mitglieder. Jetzt wurden dramatische Zahlen für Menden veröffentlicht: Im Vergleich zu 2009 ist im vergangenen Jahr die Zahl der Kirchenaustritte um 60 Prozent gestiegen.
Die katholischen Seelsorger in Menden hatten es befürchtet. Dass sie jedoch derart dramatisch viele Gläubige verlieren würden, war nicht zu erwarten. Seit Mittwoch liegen amtliche Zahlen für Menden vor. Demnach ist die Zahl der Kirchenaustritte im vergangenen Jahr gegenüber 2009 um mehr als 60 Prozent gestiegen.
Missbrauchsfälle brachten das Fass zum Überlaufen
Niemand ist verpflichtet, über die Gründe für seinen Austritt zu sprechen. Einige katholische Christen haben es dennoch im persönlichen Gesprächen oder am Amtsgericht getan. Klarer Trend demnach: Die im vergangenen Jahr so massiv öffentlich bekannt gewordenen Missbrauchsfälle durch Amtsträger der katholischen Kirche, haben bei vielen „das Fass zum Überlaufen gebracht“.
101 katholische Christen wollten im Jahr 2009 auch formal nichts mehr mit der Kirche zu tun haben. Im vergangenen Jahr waren es 162 Frauen und Männer. Weiterer Beleg, dass hauptsächlich innerkirchliche Gründe dazu geführt haben, ist die Statistik für den Bereich der evangelischen Kirche. 61 Protestanten kehrten ihr im vergangenen Jahr den Rücken. Ein Jahr zuvor war es 59.
Keine Antwort auf Nachfragen
Noch vor fünf Jahren war es größtenteils gängige Praxis in katholischen Gemeinden, dass im Nachgang zu den Austritten noch einmal Kontakt aufgenommen wurde. „Es gab jedoch nie auch nur eine Reaktion auf unsere Briefe. Dann haben wir es eingestellt“, so Reinhold Theune. St. Walburgis, Schwestergemeinde im Pastoralverbund Menden-West, hält bis heute daran fest. Der Erfolg tendiert jedoch gegen Null.
Im Bereich „Sonstige Austritte“ - zum Beispiel Neuapostolische oder Orthodoxe Kirche - verließ im vergangenen Jahr einzig ein Mitglied seine Gemeinschaft.
Wie tritt man eigentlich praktisch aus? Rechtsverbindlich geht das nur mit einer persönlichen Erklärung. Die kann entweder gegenüber einem Notar oder gleich am zuständigen Amtsgericht Menden erfolgen. Wer die Justizbehörde am Heimkerweg besucht zwecks Kirchenaustritt und Erledigung aller Formalitäten, muss 30 Euro Gebühren zahlen.
21:37
Da muss ich Johnny Walker voll und ganz zustimmen. Das ganze Moralgeplänkel ist nur die eine Seite der Medaille. Ich vermute auch, in Zeiten, in denen immer mehr Menschen mit jedem Euro rechnen müssen, wollen sich viele einfach die Kirchensteuer sparen.
17:05
wer aus der kirche austritt, hat ja nicht unbedingt seinen glauben verloren. meistens ist es der verein kirche der nicht mehr passt und natürlich die zwangs kirchensteuer.
übrigens interessant wer sie in unserer heutigen form eingeführt hat.
mfg
16:17
Jo ich sach mal
Kein Popo inne Hose sondern redet mal Tacheles:
ICH HAB KEIN BOCK AUF KIRCHENSTEUER !!!
...denn dies ist wohl der wahre Grund Warum viele menschen ausse Kirche austreten.
14:02
Jeder ist verantwortlich für die Handlungen der Kirche, auch die, die ausgetreten sind. Der Herr Pfarrer, Bischof und wie die alle heißen, sind Beamte und die werden vom Staat bezahlt. Wenn mal wieder ein Kind von irgendeinem Pfarrer missbraucht wird, muss man sich mal selber fragen, habe ich da auch eine gewisse Verantwortung? Alle Kirchenangestellten sollten von den Kirchensteuern bezahlt werden, dann erledigt sich das alles von selbst.
13:14
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12:57
Man verabschiedet sich nicht vom Glauben, sondern aus der Zahlgemeinschaft.
Wer keine Kirchensteuer mehr zahlen will, ist lt. Kirche kein Mitglied der Gemeinschaft mehr! Ein Hohn und Witz!
12:50
Ich habe mich nach Bekanntwerden der unerträglichen Serie von Missbrauchsfällen im vergangenen jahr zum Austritt aus der katholischen Kirche entschlossen. Dem zuständigen Bischof in Essen habe ich meine Beweggründe ausdrücklich geschildert. Eine Antwort darauf habe ich bis heute nicht erhalten. Arroganter konnte man sich wohl in den klerikalen Kreisen nicht verhalten.
Nun bin ich nicht kirchenlos, sondern Mitglied der evangelischen Kirche. Und fühle mich dort willkommen.
12:35
Die Frage ist nicht nur wie viele treten aus der Kirche aus, sonder wie viele treten durch Taufe nicht mehr ein.
Es brechen die Gläubigen, wenn sie den gläubig sind, von beiden Seiten weg.
Ein Gespräch mit dem Pfarrer hätte ich nach meinem Kirchenaustritt vor rd. 25 Jahren gern geführt.
Die Themen wurden stattdessen in der Familie bearbeitet, was zur Folge hatte, das Alle bis auf Einen ausgetreten sind.
Der Eine ist später konvertiert und ist glücklich damit.