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Kirchenaustritte

Mendener Kirche verliert viele Gläubige

11.02.2011 | 07:00 Uhr
Mendener Kirche verliert viele Gläubige
Nicht nur für Pfarrer Reinhold Theune in St. Marien gilt: Dramatisch viele Gläubige treten aus der Kirche aus.

Menden. Sogar im erzkatholischen Menden verliert die katholische Kirche immer mehr Mitglieder. Jetzt wurden dramatische Zahlen für Menden veröffentlicht: Im Vergleich zu 2009 ist im vergangenen Jahr die Zahl der Kirchenaustritte um 60 Prozent gestiegen.

Die katholischen Seelsorger in Menden hatten es befürchtet. Dass sie jedoch derart dramatisch viele Gläubige verlieren würden, war nicht zu erwarten. Seit Mittwoch liegen amtliche Zahlen für Menden vor. Demnach ist die Zahl der Kirchenaustritte im vergangenen Jahr gegenüber 2009 um mehr als 60 Prozent gestiegen.

Missbrauchsfälle brachten das Fass zum Überlaufen

Niemand ist verpflichtet, über die Gründe für seinen Austritt zu sprechen. Einige katholische Christen haben es dennoch im persönlichen Gesprächen oder am Amtsgericht getan. Klarer Trend demnach: Die im vergangenen Jahr so massiv öffentlich bekannt gewordenen Missbrauchsfälle durch Amtsträger der katholischen Kirche, haben bei vielen „das Fass zum Überlaufen gebracht“.

101 katholische Christen wollten im Jahr 2009 auch formal nichts mehr mit der Kirche zu tun haben. Im vergangenen Jahr waren es 162 Frauen und Männer. Weiterer Beleg, dass hauptsächlich innerkirchliche Gründe dazu geführt haben, ist die Statistik für den Bereich der evangelischen Kirche. 61 Protestanten kehrten ihr im vergangenen Jahr den Rücken. Ein Jahr zuvor war es 59.

Keine Antwort auf Nachfragen

Noch vor fünf Jahren war es größtenteils gängige Praxis in katholischen Gemeinden, dass im Nachgang zu den Austritten noch einmal Kontakt aufgenommen wurde. „Es gab jedoch nie auch nur eine Reaktion auf unsere Briefe. Dann haben wir es eingestellt“, so Reinhold Theune. St. Walburgis, Schwestergemeinde im Pastoralverbund Menden-West, hält bis heute daran fest. Der Erfolg tendiert jedoch gegen Null.

Im Bereich „Sonstige Austritte“ - zum Beispiel Neuapostolische oder Orthodoxe Kirche - verließ im vergangenen Jahr einzig ein Mitglied seine Gemeinschaft.

Wie tritt man eigentlich praktisch aus? Rechtsverbindlich geht das nur mit einer persönlichen Erklärung. Die kann entweder gegenüber einem Notar oder gleich am zuständigen Amtsgericht Menden erfolgen. Wer die Justizbehörde am Heimkerweg besucht zwecks Kirchenaustritt und Erledigung aller Formalitäten, muss 30 Euro Gebühren zahlen.

Heinz-Jürgen Czerwinski

Kommentare
11.02.2011
21:37
Mendener Kirche verliert viele Gläubige
von rr_aus_m | #8

Da muss ich Johnny Walker voll und ganz zustimmen. Das ganze Moralgeplänkel ist nur die eine Seite der Medaille. Ich vermute auch, in Zeiten, in denen...
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Mendener Kirche verliert viele Gläubige
Mendener Kirche verliert viele Gläubige
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2011-02-11 07:00
Menden