Mendener führt Rathaus in Duisburg
13.02.2012 | 19:18 Uhr 2012-02-13T19:18:00+0100
Menden.Er hat bis zum Schluss loyal an der Seite von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) gestanden. Doch nach dessen Abwahl steigt der in Menden aufgewachsene Stadtdirektor Peter Greulich (Grüne) nun vorübergehend zum Chef der Duisburger Stadtverwaltung auf – bis ein neuer Oberbürgermeister gewählt worden ist.
Er war der Mann, der am Sonntagabend vor die Fernsehkameras treten musste, um die Abwahl seines Chefs zu verkünden. Gestern nun stellte sich Peter Greulich den Fragen der WP. Die Abwahl von Adolf Sauerland habe ihn in dieser Deutlichkeit überrascht. „Aber ich denke, nicht nur mich“, sagt der frühere Oesberner, der von 1991 bis 1996 Mendens erster Umweltamtsleiter war. „ Auch die Initiatoren des Abwahlverfahrens haben diese Zahl an Stimmen nach eigenem Bekunden nicht erwartet.“
Ihm sei bewusst, dass viele Duisburgerinnen und Duisburger mit den Reaktionen des Oberbürgermeisters nach dem Loveparade-Unglück nicht einverstanden gewesen seien und ihn abgewählt hätten. „Daneben weiß ich aber von einigen Bürgern, dass sie zwar nichts gegen den Oberbürgermeister hatten, aber die unsägliche öffentliche Diskussion über ihn nicht mehr ertragen konnten und deswegen für die Abwahl gestimmt haben. Sie wollten endlich Ruhe haben.“
Peter Greulich bleibt seiner Linie treu, hält weiter fest zu Sauerland. Er glaubt aber nicht, dass er dadurch selbst Kratzer bekommen hat: „Ich fühle mich nicht beschädigt.“ Adolf Sauerland sei immer ein menschlicher, mitfühlender Vorgesetzter. „Ich gehöre nicht zu den Menschen, die aus Opportunität jemanden fallen lassen, wenn sie merken, dass dieser gerade massiv in der Kritik steht und an Ansehen oder Einfluss einbüßt.“
Hat der bis 2016 als Stadtdirektor gewählte Greulich nach Sauerlands Abwahl selbst an Rücktritt gedacht? Greulichs prompte Antwort: „Ehrlich gesagt, überrascht mich diese Frage. Ich habe bisher keinen Gedanken an einen Rücktritt verwandt.“
Als amtierender Chef der Verwaltung ist es nun seine Aufgabe, gut 5000 Mitarbeiter zu führen. Dass er nun in den maximal sechs Monaten, bis ein neuer Oberbürgermeister gewählt sein muss, eigene Politik machen kann, glaubt Greulich nicht: „Die Richtung, in die sich die Stadt entwickeln soll, gibt der Rat der Stadt vor.“
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