Mendener entdecken ihren alten Poenigeturm neu
10.07.2011 | 17:00 Uhr 2011-07-10T17:00:00+0200
Menden.Die Sonne strahlt, ein leichter Wind streichelt die Bäume. Unter einem Pavillon der Stadtwerke warten schon viele Besucher. Sie alle wollen an diesem Samstag die Ersten sein, die den restaurierten Poenigeturm zehn Tage vor der offiziellen Einweihung besichtigen dürfen.
Im Rahmen der 150-Jahr-Feier der Stadtwerke Menden war entschieden worden, den Poenigeturm für Besucher zu öffnen. „Wir haben diesen Platz nicht zufällig ausgewählt“, sagt Helmut Heidenbluth, Geschäftsführer der Stadtwerke, „wir brauchten ein Geschenk für die Bürger, etwas Dauerhaftes“. Denn die Stadtwerke verdanken ihren Erfolg schließlich den Bürgerinnen und Bürgern, wie Heidenbluth betont.
Gegenläufige Treppen aus Holz und Stahl
Drinnen warten Bürgermeister Volker Fleige und Peter Hoppe, Vorsitzender der Mendener Stiftung Denkmal und Kultur, die die Restaurierung des Turms in die Hand genommen hatte. „Ein Traum wird wahr. Wir machen Geschichte anschaulich und erlebbar“, fasst Volker Fleige zusammen. Peter Hoppe kann Stolz und Freude kaum zum Ausdruck bringen. „Als wir mit dem Schmarotzerhaus fertig waren, haben wir gesagt, wir machen erst mal gar nichts mehr“, erklärt Peter Hoppe. Irgendwann wurden die Pläne zur Sanierung des Poenigeturms konkreter und vor mehr als zehn Monaten rückten die Handwerker an. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir das Projekt ausschließlich mit Mendener Unternehmen realisieren konnten. Ich bin stolz auf Mendens Bürger, die Handwerker, Spender und Sponsoren“, so Peter Hoppe.
Und dann ist es so weit: In Gruppen von 15 Personen betreten die Besucher den Poenigeturm. Mehr dürfen aus Brandschutzgründen nicht auf einmal hinein. Zunächst herrscht Verwirrung, denn es führen gleich zwei Treppen die knapp 17 Meter nach oben. Weit gefehlt! Da die Treppen recht schmal sind, ist die eine der Auf-, die andere der Abstieg. Sonst kommt man sich ins Gehege.
Die Treppe ist aus dunklem Stahl, die Stufen aus hellem Holz. Was die Handwerksunternehmen im Innern des Poenigeturms geschaffen haben, grenzt an Kunst. Der Turm erstrahlt, was nicht nur an der Beleuchtung liegt.
Ganz oben sollte eigentlich das Stadtmodell des mittelalterlichen Menden stehen. Zurzeit ist das Turmdach aber noch nicht fertig, das Modell wäre also der Witterung ausgesetzt. Daher fehlt das Modell noch, an seiner Stelle steht ein Bild von Menden.
Offizielle Einweihung folgt am 19. Juli
Die Besucher sind dennoch begeistert. „Schön, aber ich hätte mir gewünscht, dass man besser aus den Fenstern gucken kann“, sagt ein Besucher. Ganz ernst scheint er das nicht zu meinen, denn er lächelt bei diesen Worten verschmitzt. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Turm so schön fertig gemacht wird“, äußert sich eine Besucherin. Ein anderer Besucher ist hingegen etwas enttäuscht: „Ist schön geworden, aber mich stört es ein bisschen, dass die Infotafeln an den Wänden die Geschichte der Stadtwerke erzählen. Da sollte die Geschichte des Turms zu lesen sein.“
Am Dienstag, 19. Juli, wird der Poenigeturm übrigens offiziell eingeweiht. Alle Mendener sind eingeladen, an diesem feierlichen Ereignis teilzunehmen. Die genaue Uhrzeit wird noch veröffentlicht.
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