Mendener bekommt Filmpreis „Lola“ für besten Ton

Ausgezeichnet für die „Beste Tongestaltung“: Bernhard Joest-Däberitz (zweiter von rechts), Florian Beck, Ansgar Frerich und Daniel Weis mit der „Lola“.
Ausgezeichnet für die „Beste Tongestaltung“: Bernhard Joest-Däberitz (zweiter von rechts), Florian Beck, Ansgar Frerich und Daniel Weis mit der „Lola“.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Der gebürtige Mendener Bernhard Joest-Däberitz hat den deutschen Filmpreis bekommen. Er war für den Ton beim Cyberthriller „Who Am I“ verantwortlich.

Menden.. Der gebürtige Mendener Bernhard Joest-Däberitz hat den deutschen Filmpreis „Lola“ bekommen. Der 51-Jährige und sein Team sind für die „Beste Tongestaltung“ für den Kinofilm „Who Am I“ in Berlin ausgezeichnet worden.

Bernhard Joest-Däberitz lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Aufgewachsen ist er aber in Menden, „am Obsthof“, erzählt der heute 51-Jährige. Hier geht er zunächst zur Berufsfachschule, „mit dem festen Ziel, einmal als Maschinenbauingenieur zu arbeiten“. Zur Vorbereitung macht der junge Mann eine Ausbildung zum Schlosser in der Werkzeugmacherei bei OBO Bettermann.

Leidenschaft fürs Kino und den Film

Als 19-Jähriger zieht er nach Köln um, macht dort sein Fachabitur und seinen Zivildienst und fängt mit dem Maschinenbau-Studium an. „Über Freunde bin ich dann irgendwie ins Filmgeschäft reingerutscht“, erzählt der gebürtige Mendener.

Die Leidenschaft fürs Kino und den Film wächst und mit ihm der Gedanke, in diesem Bereich auch einmal zu arbeiten. Bernhard Joest-Däberitz macht Praktika, arbeitet bei einem Studio, das dem WDR angeschlossen ist. Er wirft sein Studium schließlich hin und bringt sich die Fähigkeiten bei, die er als Tonmischmeister für den Film braucht: „Learning by Doing“: „Es lief immer gut bei mir, ich hatte viel Glück, mit den richtigen Leuten zu arbeiten“, sagt der Mendener bescheiden. „Eine Karriere, wie ich sie gemacht habe, wäre heute nicht mehr möglich: Heute gibt es ganz andere Angebote, mit vielen verschiedenen Medienschulen und Bachelor-Studiengängen.“

Filmpreis

Die Ton-Team-Arbeit ist jetzt auch offiziell ausgezeichnet. „Wobei die Nominierung für den Filmpreis die eigentliche Auszeichnung für die Filmschaffenden ist, denn ein Fachausschuss mit Experten bestimmt die Nominierten“, sagt Bernhard Joest-Däberitz. „Die Lola vergeben dann die Mitglieder der Fachakademie. Das soll nicht negativ klingen, die Jury besteht aber nicht aus einem Fachpublikum. Der Preis ist natürlich trotzdem eine ganz tolle Sache.“

Projekt mit Tom Tykwer

Zwei Monate lang hat Regisseur Baran bo Odar seinen Cyberthriller „Who Am I“ in Berlin gedreht. Besondere Herausforderung für Bernhard Joest-Däberitz und sein Ton-Team: „Der Regisseur versucht in seinem Film, die dunkle Zone des Internets zu visualisieren: Die Hacker treffen sich in einer U-Bahn“, sagt Bernhard Joest-Däberitz. „Das war für uns eine akustische Herausforderung: Viele Szene sind im Studio gedreht. Das hat Holzbauten. Wir mussten also zum Beispiel Nebengeräusche wie Schritte beachten.“

In seiner alten Heimatstadt ist er noch gelegentlich zu Gast, „hier lebt mein älterer Bruder Udo und mein ältester bester Freund“, sagt Bernhard Joest-Däberitz. Eine Herzensangelegenheit ist ihm ein Projekt in Afrika. Dort haben Marie Steinmann-Tykwer und Regisseur Tom Tykwer („Lola rennt“) das Projekt „One Fine Day“ gegründet. Sie geben in ihrer Kunstschule Kreativkurse für Kinder in Kibera, dem größten Armenviertel Nairobis, der Hauptstadt von Kenia. Bernhard Joest-Däberitz betreut dort die Ton-Abteilung.