Mendener Automarder geht der Polizei in die Falle

Menden..  Die schlechte Aufklärungsquote bei Auto-Aufbrüchen im Märkischen Kreis für das erste Halbjahr 2014 (die WP berichtete) dürfte sich für Menden noch stark verbessern: Zwei dicke Fahndungserfolge verbuchte die örtliche Polizei in der zweiten Jahreshälfte, wie Kripo-Chef Bernd Schumann jetzt erklärte.

Den ersten Serientäter lockten Beamte mit einem Privat-Pkw in die Falle: „Wir haben in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft ein Delikt provoziert, indem wir im Tatbereich einen Privatwagen mit Beute platzierten“, berichtet Schumann.

Die Aktion sei gelaufen „wie am Schnürchen“. Der Verdächtige, der stets ein Fahrrad zur Flucht dabei hatte, sei bald darauf erschienen. Die Fahnder konnten den Aufbruch verfolgen und den drogenkranken Täter samt Beute in der Tasche festnehmen. Das war im September.

Doch anders als von der Polizei empfohlen, ließ der Richter den Täter zunächst wieder laufen. Schumann: „Das war für uns zwar unbefriedigend, weil uns klar war, dass es wegen des Suchtdrucks weitergehen würde. Doch seine Straferwartung von unter einem Jahr reichte für die Untersuchungshaft nicht aus. So sind eben die Spielregeln.“

Die Prognose der Polizei erfüllte sich: Der Mann machte weiter. Zum Verhängnis wurde ihm erst, dass er eine Gefängnisstrafe nicht antrat – worauf der Haftbefehl erging. Weil er wusste, dass er gesucht wurde, versteckte sich der Mann in der Szene. Doch kurz vor Weihnachten klickten die Handschellen. Jetzt sitzt er ein und wartet auf sein Verfahren, das in Kürze beginnen soll.

Die Polizei rechnet dem Mendener allein mehr als 60 Taten zu. Mit seiner Festnahme riss die Serie ab. Womit die These von Automardern als Serientäter bestätigt und die Aufklärungsquote für 2014 für Menden stark verbessert sein dürfte.

Der junge Mann hatte übrigens gezielt offen stehende Autos gesucht, die es laut Schumann viel häufiger gibt als gedacht: „Das liegt oft, aber nicht immer an der Nachlässigkeit der Fahrer. Viele merken gar nicht, wenn nach dem Druck auf die Fernsteuerung nicht alle Türen schließen.“ Auch die häufig offen auf der Straße oder in der Fußgängerzone stehenden Wagen von Lieferanten und Handwerkern seien Ziele dieses Täters gewesen. „Regelrechte Aufbrüche hat der gar nicht begangen, auch keine Radios gezogen.“ Es seien stets lohnende Beutestücke gewesen, die man von außen im Fahrzeug liegen sehen konnte.

Ganz anders verhielt sich ein drogenabhängiger Jugendlicher, dem die Polizei ebenfalls das Handwerk legte. Er knackte Autos mit brachialer Gewalt – und auch er wird sich bald dafür verantworten müssen.

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