Menden schreibt Gründerpreis aus

Im Chefsessel bitte Platz nehmen! Darum bitten die Juroren (von links) Bettina Michutta, Bianca Wirths, Stefan Sommer und Gerhardt Schmidt. Kleine Büros wie dieses sind auf dem Markt hochbegehrt – also ein guter Preis
Im Chefsessel bitte Platz nehmen! Darum bitten die Juroren (von links) Bettina Michutta, Bianca Wirths, Stefan Sommer und Gerhardt Schmidt. Kleine Büros wie dieses sind auf dem Markt hochbegehrt – also ein guter Preis
Foto: Thomas Hagemann

Menden..  Menden bekommt seinen Gründerpreis: Das Rennen macht die beste Geschäftsidee, und an dem neuen Wettbewerb kann jeder teilnehmen, der 2015 eine Firma für unternehmensnahe Dienstleistungen angemeldet hat oder noch anmeldet. Zu gewinnen gibt es das Büro Nummer 27 im Mendener Technologie- und Gründerzentrum (MTGZ) an der Franz-Kissing-Straße. Für ein Jahr sind die 30 Quadratmeter hier kostenlos zu nutzen. Dazu gibt’s ein komplettes Marketing-Starterpaket von Papenbusch Media im Gesamtwert von 5000 Euro.

Dabei ist das Teilnehmerfeld nicht auf Menden begrenzt: „Wir freuen uns auch über ein Iserlohner Unternehmen, theoretisch könnte uns auch ein Münchner Gründer den Bewerbungsbogen und den Businessplan zusenden“, sagt Stefan Sommer. Als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft WSG ist er auch Mitglied der vierköpfigen Jury. „Wir wollen ja, dass die Firma hierbleibt“, ergänzt MTGZ-Leiterin Bianca Wirths.

Gerhardt Schmidt, Geschäftsführer von Papenbusch Media, und Bettina Michutta als Existenzgründungs-Beraterin bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen komplettieren die Jury.

Die Idee, den ersten Mendener Gründerpreis auszuschreiben, kam laut Sommer Ende letzten Jahres bei der Vorbereitung des nächsten Gründerseminars auf. Das erste, im Februar, war ausgebucht. „Wir stellen aber fest, dass viele Gründer heute den Standort nicht mehr unbedingt bereichern“, erklärt Sommer. Daher gelte der Wettbewerb eben nicht dem nächsten Kiosk, der Fußpflege oder dem Internethandel, sondern wirtschaftsnahen Dienstleistern wie IT-Supportern, Maschinenprogrammierern oder Werbeagenturen. „Wir freuen uns auf attraktive Ideen“, sagt Bettina Michutta.

Dass heute qualitätvolle Unternehmen seltener gegründet werden, hat laut Sommer eine grundsätzlich erfreuliche Ursache: „Angesichts der guten Arbeitsmarktlage bleiben viele Techniker, Kaufleute oder Vertriebler gerne im Angestelltenverhältnis, statt das wirtschaftliche Risiko der Selbstständigkeit zu suchen.“ Das sei in Krisenzeiten anders.

Dass es indes auch in Menden noch genug Wagemutige gibt, zeigt die 85-prozentige Belegung der MTGZ-Räume: 14 Newcomer haben derzeit hier ihre Adresse.