Menden hat keine eigenständige Feuerwehr-Einsatzzentrale mehr

Blick auf den Hof der Feuer- und Rettungswache in Menden am Ziegelbrand.
Blick auf den Hof der Feuer- und Rettungswache in Menden am Ziegelbrand.
Foto: WP

Menden..  69 Jahre lang wurden Notruf-Einsätze und Krankentransport-Aufträge direkt in Menden an der Feuer- und Rettungswache entgegen genommen, bearbeitet und koordiniert. Mit dem heutigen Tag ist damit Schluss. Irgendwann am Vormittag wird in der Schaltzentrale der Telekom (in Meschede) eine Computertaste gedrückt, und schon ist die Geschichte einer eigenständigen Feuerwehr-Einsatzzentrale in Menden zu Ende – falls alles pro­blemlos abläuft. Dann hat der Bürger, der aufgrund eines Notfalls die 112 wählt, einen Feuerwehrmann in der Kreisleitstelle in Lüdenscheid am Telefon, dem er nun seine Notsituation schildern muss.

Ganz wichtig hierbei: Egal ob es brennt, das Haus unter Wasser steht oder ein Verkehrsunfall geschehen ist: Je genauer die Ortsangabe (Stadt, Ortsteil, Straße) vom Anrufer ist, umso schneller kann der Kreisleitstellen-Mitarbeiter auch die Mendener Einsatzkräfte an die richtige Stelle schicken.

Auch wenn ein Mendener ein Krankentransportfahrzeug (also kein akuter Notfall) benötigt, wird er ab sofort beim Wählen der Festnetznummer 19222 mit Lüdenscheid verbunden. Diese Nummer ist also auch für Arztpraxen oder Seniorenheime wichtig.

Im Klartext: Der Einsatzleitrechner der Feuerwehr Menden ist abgeschaltet, die örtliche Wache hat keine technische Möglichkeit mehr, Einsätze entgegenzunehmen.

Komplette Hautechnik erneuert

Jürgen Dinslage, einer derjenigen Feuerwehrmänner, die gestern in der hauptamtlichen Wache am Ziegelbrand ein letztes Mal die Mendener Hilferufe entgegen nahmen, erklärt: „Im Grunde genommen ändert sich für den hilfesuchenden Bürger durch die direkte Verbindung mit Lüdenscheid nichts.“

Für das Personal hingegen gibt es am Ziegelbrand etliche Neuerungen. So wird zur Zeit eine neue Telefonanlage installiert. Die komplette Haustechnik (Öffnen der Tore, Lichtschaltung in den Räumlichkeiten, Durchsagen) wird bereits über einen neuen, modernen Touchscreen-Bildschirm gesteuert. Zukünftig, wenn die übergangsweise jetzt noch besetzte Zentrale dann gänzlich menschenleer sein wird, kann diese Technik per Smartphone bedient werden. Denn wenn aufgrund eines Großfeuers alle Einsatzkräfte die Wache verlassen, kann das Gebäude nicht unbeaufsichtigt offen bleiben. Zur Haushaltskonsolidierung war beschlossen worden, die zwei (pro 24-Stunden-Schicht) erforderlichen Stellen in der Zentrale einzusparen. Die notwendigen Umbauten in und um die Feuerwache herum erfordern nun erst einmal einen tiefen Griff ins städtische Portemonnaie.