Menden auf einer Welle der Aufmerksamkeit

Menden..  Aus der Woge des Frohsinns in der fünften Jahreszeit ist eine Welle der Aufmerksamkeit geworden. Seitdem bekannt wurde, dass beim Karnevalszug am Tulpensonntag zwei Wagen mit Charlie-Hebdo-Motiv mitfahren, blickt die Republik auf Menden. Grund genug für die Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau (MKG), kurzfristig zu einem Pressetermin an der Wagenhalle einzuladen.

Zugführer Klaus Durawa spricht in die Mikrofone von WDR und RTL, lächelt in die Kameras der Fotografen. „Mit einem solchen ­Hype haben wir nicht gerechnet“, sagt Barbara Dambachmayr und drückt jedem Pressemann die Vereinspublikation „Witzbold“ in die Hand. Ehemann Klaus, MKG-Vorsitzender, steht neben ihr und spricht von viel Zustimmung für den symbolischen Akt: „Wir wollen solidarisch sein, nicht provokativ.“

60 000 Besucher haben sich 2014 einen der größten Karnevalsumzüge des Sauerlandes angeschaut. Wo das Kölner Festkomitee das Risiko eines Charlie-Hebdo-Wagens scheut, zeigen sich die Mendener Jecken standhaft für die Presse- und Meinungsfreiheit, wie sie sagen. Im Karneval, in dem man ein Stück Narrenfreiheit genieße, dürfe man auch ernstere Themen abbilden, so Durawa. Der Umzug bilde in der Regel regionale und lokale Themen ab. Seit der Gründung der MKG 1948 seien aber immer wieder auch internationale politische Fragen thematisiert worden.

Die Besucher des Umzugs können sich auf 42 Fußgruppen, 16 Wagen mit insgesamt 1000 Teilnehmern freuen. Was ist mit der Sicherheit? Klaus Durawa kommt auf die hohen Sicherheitsauflagen zu sprechen, die alljährlich erfüllt werden müssten. Basierend auf das „28 seitige Sicherheitskonzept der Polizei, das alles regelt - von den Fluchtwegen bis zum Verhalten im Notfall“.

Auch bei der Stadtverwaltung ist die Sicherheitslage Thema. „Wir tauschen uns natürlich mit dem Staatsschutz und anderen Behörden aus“, sagt der Erste Beigeordnete Sebastian Arlt. Dort säßen die Experten für die Einschätzung der Lage. Selbst sei man an dieser Analyse nicht beteiligt. Die Stadt Menden ist als Ordnungsbehörde für die Abnahme eher technischer Sicherheitsmaßnahmen wie Ordnerzahl und Wagenbau zuständig.