Meistertanz auf dem Laufsteg

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Was wir bereits wissen
Die Modenschauen von Brunhilde Rieber sind ohnehin für Überraschungen gut. Doch was sich bei der „Hommage an den Winter“ diesmal auf dem Rathausplatz abspielte, dürfte kaum mehr zu toppen sein.

Menden.. Brunhilde Rieber hatte die aus Menden stammende Petra Stoffel, die in London lebt und dort Musiktherapeutin ist, als Model für den Auftritt auf dem Mendener Catwalk gewonnen. Und weil die Wahl-Britin eine begnadete Tänzerin ist, fragte Rieber, ob sie auf dem Laufsteg eine kleine Einlage bieten könne. „Ohne Mann?“, fragte Petra Stoffel zurück – und fragte ihrerseits den englischen Tänzer Rory Cortain.

Cortain hat in Standard- und Lateindisziplinen Welt- und Europameisterschaften bestritten, „aber auf einer Modenschau habe ich nie getanzt“, schmunzelte der Brite, der in London Petra Stoffels Tanzlehrer ist. So bekam das staunende Publikum mittendrin einen Jive und eine Rumba geboten, die es in sich hatten. Die Belohnung: ein tosender Applaus.

Viel Beifall des überwiegend weiblichen Publikums heimsten Brunhilde Rieber und ihre Models indes für die Outfits ein: Ob elegant oder sportlich – was in den kommenden Monaten in ist, war hier zu sehen.

Besonders auffallend diesmal: die Capes. Sie sind eindeutig im Kommen, und das in allen Farben und Formen. Mit und ohne Fransen lässig um die Schultern gelegt, fließen sie förmlich die Figur entlang, umschmeicheln sie oder wehen verwegen im Wind. Passend zu Rock und Jeans, sind Capes auch in der Zeit der gedeckten Töne alles, nur nicht langweilig. Und genau so abwechslungsreich kombiniert Brunhilde Rieber sie auch.

Was den anhaltenden Erfolg der Modenschau zu Menden à la Carte ausmacht, ist neben immer neuen Kreationen auch die liebgewonnene eigentümliche Stimmung um den Laufsteg. Viele im Publikum strahlen, geben das kecke Lächeln der bildhübschen Models zurück, dazu wummert rhythmische, aber stets gedämpfte Chartmusik. Und wenn eine der jungen Damen zu „Who let the dogs out?“ tatsächlich eine Hundefigur mit auf die Bühne nimmt, gibt’s Lacher und Sonderapplaus.

Ein kurzer Ausfall der Anlage war rasch wieder behoben, er zeigte aber eindrücklich, warum eine Modenschau Musik braucht. Als störend erwiesen sich die ausladenden Schirme, vor allem für diejenigen, die an den Seiten des Platzes standen. Bei der teils verregneten Siegerehrung der Monte Menden war man dann wieder dankbar dafür.

Brunhilde Rieber indes hat mit dem Wetter nie ein Problem – auch das bewies sie auf der Schau 2014.