Mehrheit für Bahnhof-Abriss ist sicher
02.03.2010 | 00:09 Uhr 2010-03-02T00:09:00+0100
Menden. Alle Zeichen für einen sehr schnellen Bahnhofs-Abriss stehen auf grün: Eine politische Mehrheit für die Verträge scheint gesichert. Und ein Zeit-Ziel gibt es auch: Zum Start der Landesgartenschau im April soll die Ruine dem Erdboden schon gleich gemacht worden sein.
Der dann größere Parkplatz wird zwar im Gegensatz zu heute gebührenpflichtig sein, aber mit eher moderaten Beträgen.
Sekt im Rathaus
Montagvormittag gab es im Rathaus sogar ein Gläschen Sekt, als die Verwaltungsspitze den Mitarbeitern, die jetzt Details bearbeiten müssen, die Pläne vorstellte. Es wurde angestoßen auf das Ergebnis der drei Monate langen Geheim-Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der Albert-Erbengemeinschaft.
Über die Grundzüge hatte die WP bereits am Samstag berichtet , am Monatg hat Bürgermeister Fleige in einer Runde der Rats-Fraktionen die Einzelheiten bekannt gegeben:
In einem Vertrag verpflichtet sich die Albert-Erbengemeinschaft den Bahnhof, den Kiosk und das Bahnwärterwohnhaus abzureißen. Nach WP-Informationen werden die Kosten auf 194 000 Euro geschätzt.
250 Stellplätze
Die Stadt mietet das Areal an und richtet bis zur Außenmauer des Güterbahnhofs einen gebührenpflichtigen Parkplatz her. Der Mietzins für einen Zeitraum von zehn Jahren wird im Voraus bezahlt, damit die Erbengemeinschaft den Abriss finanzieren kann. Die Refinanzierung erfolgt über die Parkgebühren-Einnahmen. Die Verwaltung hat eher konservativ gerechnet und nur mit Einnahmen aus 52 Wochen mit je fünf Werktagen gerechnet. Da Menden Haushaltsnotgemeinde ist, ist das Ganze auch nur mit dieser Gegenfinanzierung möglich. Aber der Mietzins wird wohl nicht nur „wieder rausgeholt” werden, es soll sogar ein Überschuss entstehen. Die Beschaffungskosten der Automaten und die Herrichtung des Areals sind in der Kalkulation schon berücksichtigt.
Maximal 1,50 Euro am Tag
Wie in der gesamten Innenstadt, so soll auch hier die Abrechnung mit Parkscheinautomaten erfolgen. Das Areal wird zweigeteilt: Im vorderen Bereich soll es stadtnahe Parkplätze für Kurzzeitparker geben, die Gebühren sind die gleichen wie in der Innenstadt. Im hinteren Bereich soll es einen Bereich für Dauertagesparker geben — die Tagesgebühr wird sich nach WP-Informationen zwischen 1 Euro und 1,50 Euro bewegen. Da es 250 Stellplätze geben wird, sind diese auch eine Vorsorge, falls das marode Parkhaus geschlossen werden muss.
Bebauung weiter möglich
Einem Abriss ohne zügige Neubebauung stand bislang auch die Befürchtung der Albert-Erbengemeinschaft entgegen, dass sie so ihre baurechtliche Position gefährdet sah. Grob gesagt: Wenn kein Gebäude mehr dort steht, könnte nicht mehr nach dem vereinfachten Recht des Paragraphen 34 des Baugesetzbuches gebaut werden. Auch hier ist ein „Kniff” gefunden worden, so dass weder Albert-Erben noch Stadt schlechter gestellt werden als vorher. Eine künftige Bebbauung ist also wohl weiter möglich. Sollte sich schon innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Investor finden, dann müsste die Erbengemeinschaft allerdings anteilsmäßig die vorab gezahlte Miete zurückerstatten.
Die Stadt sichert sich zudem mit einer Grunddienstbarkeit die Leitungsrechte für den auf dem Bahnhof verlaufenden Abwasserkanal. Sprich: dessen Bestand wäre auch bei einer künftigen Bebbauung gesichert. Solch eine Sicherung war zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn als Staatsbetrieb nicht üblich, auf einem Privatgrundstück ist sie es schon. Die Erbengemeinschaft erhält dafür wohl weitere 40 000 Euro, die ebenfalls in den Abriss gesteckt werden sollen.
„Kein Risiko für Stadt”
All diese Punkte sind in drei Verträgen festgezurrt worden, die bereits am kommenden Dienstag, 9. März, im Rat beraten werden sollen. Nach der Information der Ratsfraktionen — nur die USF hatte daran nicht teilgenommen — zeichnet sich eine Mehrheit ab. Und zwar allein schon dann, wenn CDU und FDP bei ihren gestern gegenüber der WP geäußerten Positionen bleiben.
"Das klingt verheißungsvoll"
So sagte etwa CDU-Fraktionschef Martin Wächter: „Das klingt alles verheißungsvoll. Ich gehe davon aus, dass es eine breite politische Mehrheit gibt.” FDP-Fraktionschefin Annette Hettling sieht es ähnlich: „Wir sind froh und glücklich über diese Entwicklung. Der Bahnhof wird abgerissen, für die Zukunft bleiben alle Optionen offen und die Stadt geht kein Risiko ein.”
Auch die Zustimmung der SPD für die Pläne ihres Bürgermeisters gilt als sicher. Volker Fleige zeigte sich gestern denn auch sichtlich zufrieden. Sieht er einen ersten Meilenstein seiner Amtszeit erreicht? „Ja, das sehe ich so. Ich hoffe, dass Menden jetzt optimistisch voran gehen kann und der Eindruck, es herrsche nur Stillstand in Menden und nichts passiere, ein Ende hat.”
08:30
#24
Es muss sich hier vieles bessern.
Der Zustand an der Bushaltestelle ist
untragbar.
In Menden ist noch gar nicht bekannt,
was ein ZOB überhaupt ist,
23:45
Wichtig ist, dass sich mit der jetzt wohl kommenden Zwischenlösung am Bahnhof für Fahrgäste von Bus und Bahn, Radfahrer und Fußgänger nichts verschlechtern darf, sondern sich sogar möglichst viel bessern muss.
Also: Der Parkverkehr darf den wichtigsten Radweg in Menden nicht zu sehr stören, eine Fuß-/Rad-Brücke von der Promenade zur Hönneinsel muss her, der Bahnsteig muss so schnell wie möglich renoviert werden. Neue und bessere Radabstellanlagen sind nötig. Vielleicht ist erstmals der Betrieb eines echten Busbahnhofs in Menden möglich...
19:30
Das Angebot ist nur nocht davon abhängig was sich gewünscht wird... Sondern von vielen Faktoren. In erster Linie ob es sich lohnt, ein Geschäft aufzumachen.
15:31
#21
Klar kannst Du in Menden etwas kaufen, nur ist die Auswahl sehr gering geworden. Menden ist spitze mit Handy Läden und Billigbäckern.
15:08
Menden ist tot, weil es tot geredet bzw. geschrieben wird. Natürlich haben wir viele Baustellen in der Fußgängerzone, aber wenn Kommentatoren wie z.B. #20 immer alles kaputt schreiben muss man sich doch wirklich fragen, ob nicht einige Mendener schon viel toter sind als die Fußgängerzone...
Ich war auch viel in Nachbarstädten um einzukaufen, aber was ich in Menden bekommen kann, kaufe ich seit geraumer Zeit auch nur noch in Menden!!!
14:45
#17
Das Mittelalter hat in Menden schon einzug gehalten. Dann beginnt dort eher die Steinzeit
14:35
#18 der erste aus dem mittelalter der verlorenen stadt
14:24
Wer hat eigentlich die Käfigtür von Marwang wieder offen gelassen?
14:06
stellt den bahnhof und die ganze stadt unter denkmalschutz dann kann das mittelalter einzug halten
13:45
#15
das ist richtig, mehr hat Menden auch nicht verdient