Markt abgebrochen, Straßen gesperrt

Wind zerrt immer wieder an den Marktständen. Mehrere Händler hörten vorzeitig auf.
Wind zerrt immer wieder an den Marktständen. Mehrere Händler hörten vorzeitig auf.
Foto: WP

Menden..  Den sonst so wettergestählten Händlern des Wochenmarktes war es zu viel heftiger Wind. Als dann um kurz nach neun Uhr nach einer Böe auch noch eine Schieferplatte vom Dach des Alten Rathauses direkt vor Familie Frens’ Gemüsestand zersplitterte, waren die Sorgen plötzlich riesengroß geworden. Mehrere Händler brachen den Wochenmarkt ab.

„Fishstore“-Inhaber Dirk Gimmerthal aus Dortmund hat gestern zum ersten Mal in Menden vorzeitig in seinem Berufsleben einen Wochenmarkt verlassen: „Es ist einfach viel zu gefährlich geworden. Für die Kunden und für uns“, räumte er mit seiner Frau Cornelia und dem Team um kurz vor elf Uhr das Feld. Minuten zuvor hatte sich der benachbarte Käsewagen bereits über die Hauptstraße Richtung Heimat aufgemacht.

Viele besorgte Blicke

Bedrohlich sah es direkt auf dem Alten Rathausplatz aus. Bange Blicke immer wieder Richtung Rathausdach und St. Vincenz. Natürlich auch in das direkte Umfeld am eigenen Stand und das der Kollegen. Insbesondere Geschäfte mit ausklappbaren Dächern bereiteten Sorgen. Mit Wucht griff der Wind zudem unter die Stand-Planen, die so gerade noch hielten.

Friedrich Frens (Fröndenberg), der nach dem Umzug maßgeblich für die Gestaltung des neuen Mendener Wochenmarktes am Alten Rathaus verantwortlich war, erinnerte gegenüber der WP an Wetter-Extreme: „Im vergangenen Jahr war Ostern später, da haben sich die Leute bei uns noch regelrecht um Spargel gerissen. Und diesmal das. Das lehrt uns, größten Respekt vor der Natur zu haben.“

Ohnehin hatte das Wetter mit Regen, starkem Wind und Sturmböen diesmal für ein deutliches Besucherminus auf dem Markt gesorgt. Markttage kurz vor Ostern sind normalerweise sehr umsatzstark. Deshalb war auch Dirk Gimmerthal durchaus optimistisch nach Menden gekommen: „Ich stehe ja nicht um drei Uhr nachts auf, bereite alles vor, um dann nach einer Stunde wieder abzuhauen.“ Eine Alternative sah er jedoch gestern in Menden nicht. „Wir müssen ja auch unsere Mitarbeiter und die vielen Kunden schützen“, hieß es gegenüber der WP.

Im Hauptstraßenbereich war es deutlich windgeschützter. Da hielten die Händler durch. Nächster Markttag ist Gründonnerstag. Und alle hoffen auf besseres Wetter

Sturmbedingt mussten mehrere Straßen im Stadtgebiet gesperrt werden. Zum Beispiel die Wolfskuhle, Bischof-Henninghaus-Straße und Von-Lüninck-Straße.

Die Feuerwehr rückte bis zum Abend zu 22 Einsätzen aus. Vor allem wegen umgestürzter Bäume, die zum Teil sogar auf Telefonleitungen kippten. Einzig Floriansjünger aus Oesbern und Bösperde waren nicht im Sturmdienst.