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Maiworm Deutschlands jüngster Feuerwehrmann im höheren Dienst

15.05.2007 | 03:29 Uhr

Menden/München. Björn Maiworm, hier beim Kreisleistungsnachweis am Wochenende in Balve, ist Deutschlands jüngster Feuerwehrmann im höheren Dienst.

WP-Foto:

Martina DinslageDie Ausbildung ist ein Stahlbad, sie gilt als eine der anspruchsvollsten. Björn Maiworm hat sie als zweitbester Absolvent seines Jahrgangs bestanden und ist jetzt Brandrat in München. Er ist mit 27 Jahren jüngster deutscher Feuerwehrmann im höheren Dienst.

Während der zwei Jahre Brand-Referendariat gab es kaum Privatleben. Gelernt und gearbeitet hat Björn Maiworm an großen, mittleren und kleinen Feuerwehrwachen im Land sowie der Feuerwehrschule Münster. Gewohnt ganz nah an den Dienststellen. Damit war ständige Einsatzbereitschaft gegeben und verlangt. Wenn auch nicht offiziell. "Das war alles extrem hart, aber wichtig", kann sich der Mendener längst nicht mehr an alle Einsätze erinnern.

Nicht alles überstrahlt die Routine derart wie die Jahrzehnt-Ereignisse Weltjugendtag in Köln und Fußball-WM. Oder der Einsatz in Essen, als der Mendener plötzlich nach einem Mega-Rohrbruch die Einsatzleitung für 120 Kameraden übernehmen musste. Seine Chefs hatten Vertrauen und wussten: "Der wird jetzt mächtig schwitzen und hat riesig viel Stress, aber da muss er durch." Björn Maiworm wusste nach vollbrachter Tat: "Das kann ich tatsächlich dauerhaft packen."

Dresden, Essen (Heimatdienststelle), Luxemburg-Stadt, Cuxhaven und Hamburg waren nur einige von vielen Stationen. Und es gab sogar ein Heimspiel. Denn in Menden durfte Björn Maiworm erstmals als hauptamtlich tätiger Feuerwehr-Referendar wirken. "Die Kameradschaft in Menden ist legendär, das Leistungsvermögen sehr groß. Ich habe mich gleich wieder richtig zu Hause gefühlt", will der Brandrat auch weiterhin als Fachberater engen Kontakt halten. Schließlich befinden sich hier seine Wurzeln. Im Januar 1999 ist er offiziell bei der Freiwilligen Feuerwehr aufgenommen worden.

München ist in vielerlei Hinsicht ein gigantischer Feuerwehrbetrieb. 1300 hauptberuflich tätige Feuerwehrmänner und -frauen sind an der drittgrößten deutschen Wache beschäftigt. Für Großeinsätze, so Björn Maiworm, können in sehr kurzer Zeit 500 Einsatzkräfte mobilisiert werden. Der Neu-Münchner wird vor allem im Bereich Vorbeugender Brandschutz und Notfallplanung tätig sein. Dabei wird der im ersten Beruf gelernte Diplom-Physiker häufig an der Schnittstelle zu den Einsätzen wirken, die gemeinhin als Katastrophen bezeichnet werden. In diesem Wirkungskreis hat er bereits im heimischen Raum Kollegen geschult.

Bereits jetzt ist Brandrat Maiworm Chef von elf Mitarbeitern. Brandreferendare steigen nach bestandener Ausbildung allesamt in den höheren Feuerwehrtechnischen Dienst als Beamte zur Anstellung ein. Mit ca. 400 Beamten bundesweit ist diese Gruppe ein kleiner Kreis.

Voraussichtlich vier Jahre wird Björn Maiworm erst einmal in München arbeiten. Kann er sich eine Rückkehr nach Menden überhaupt vorstellen? "Ich fühle mich den Kameraden ja sehr verbunden." Aber es könnte ein praktisches Handicap geben. Als Brandrat ist er bereits jetzt dort angekommen, wo sich etwa Mendens Wachenleiter Siegfried Arndt befindet. Es gibt also auf dieser Ebene nicht viele Stellen im Lande.

Erst einmal will Björn Maiworm sich gründlich einarbeiten. "Und wenn dann noch Freizeit bleibt, lässt es sich nun wirklich gut in München aushalten", freut sich der Mendener auf abwechslungsreiche Jahre.

Von Heinz-Jürgen Czerwinski

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