Märkischer Kreis bei Razzia gegen Tauhid-Islamisten im Fokus

Diese Flugblätter wurden vor einigen Wochen in Menden verteilt.
Diese Flugblätter wurden vor einigen Wochen in Menden verteilt.
Foto: Westfalenpost
Die Polizei hat eine bundesweite Razzia gegen die radikal-islamistische Vereinigung Tauhid durchgeführt. Besonders betroffen: der Märkische Kreis.

Menden.. Schlag im Morgengrauen: Die Bundesregierung hat im Kampf gegen extremistische Islamisten die Vereinigung "Tauhid Germany" verboten. Das Verbot werde seit dem frühen Morgen in NRW, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein mit umfangreichen Durchsuchungs- und Beschlagnahmeaktionen umgesetzt, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

Strikte Geheimhaltung für Einsatzplanung

Beim Schlag gegen die mi­li­tant-ji­ha­dis­ti­sche Ver­ei­ni­gung „Tauhid Germany“ standen Menden und der gesamte Märkische Kreis im Zentrum der Durchsuchungen. Der Einsatz am Donnerstagmorgen lief äußerst geräuschlos ab. Durchsucht wurden vor allem Privatwohnungen. Die Polizei stellte Propagandamaterial, Computertechnik und Material für Infostände sicher.

Von deutschlandweit 26 durchsuchten Objekten liegen alleine neun im Märkischen Kreis, bestätigt die zuständige Dortmunder Polizei. 500 Beamte setzten in Nordrhein-Westfalen und Hessen das Verbot der Organisation um und durchsuchten vor allem Privatwohnungen. Zu Details will sich die Polizei noch nicht äußern. Das Bundesinnenministerium koordinierte den Einsatz.

Aus ermittlungstaktischen Gründen gibt die Polizei auch keine näheren Ortsangaben zu den Durchsuchungen bekannt. „Der Einsatz unterliegt strikter Geheimhaltung“, sagt Polizeisprecher Kim-Ben Freigang. Auch die örtlichen Einsatzkräfte im Märkischen Kreis wurden nach Informationen der Westfalenpost nicht über den Vorgang informiert.

Szene im Märkischen Kreis wirkte im Verborgenen

Das Bundesinnenministerium weist darauf hin, dass in Menden keine Personen verhaftet wurden. Die Szene hatte im Märkischen Kreis vor allem im Verborgenen gewirkt. Tauhid war in Menden bislang äußerst unauffällig geblieben. Für einen Hauch von Aufsehen sorgte lediglich eine Verteilaktion von Flugblättern in der Mendener Innenstadt vor einigen Wochen. (we)